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Mit Volldampf zu neuen Ufern

Systemstart mit Systemd

02.08.2011 Einschalten, loslegen: Mit Systemd versucht eine Gruppe Entwickler die Revolution im Boot-Prozess. Ob der Turbo aber wirklich zündet, steht noch in den Sternen.

Lange Zeit kontrollierte ein Werkzeug namens SysV-Init den Systemstart. Ihm kam die Aufgabe zu, alle für den Betrieb notwendigen Dienste und Anwendungen zu aktivieren. Dummerweise startete es stur einen Prozess nach dem anderen, was auf modernen, mit Funktionen vollgestopften Linux-Systemen entsprechend lange dauerte. Im Laufe der Jahre erschienen deshalb zahlreiche Alternativen, die es besser und vor allem schneller machen wollten.

Flotte Wollmilchsau

Eine besonders vielversprechende hört auf den Namen Systemd [1] und stammt vom Red-Hat-Mitarbeiters Lennart Poettering, aus dessen Feder unter anderem der NetworkManager stammt. Obwohl Systemd erst gerade im April seinen ersten Geburtstag feierte, schaffte die Software bereits den Sprung in Fedora 15. Andere Distributionen kündigten den Umstieg an; allerorten äußern sich Rezensenten fast ausschließlich begeistert.

Systemd sorgt nach der Definition des Erfinders nicht nur für einen flotten Start, sondern behält zusätzlich die gestarteten Dienste und Programme im Auge, kümmert sich um das Einhängen von Dateisystemen, ersetzt zukünftig den zeitgesteuerten Dienst Cron und dient außerdem als Session-Manager. Dabei verhält er sich abwärtskompatibel zu bestehenden SysV-Init-Skripten, die – im Laufe der Jahre gewachsen – für die Übergangszeit weiter ihren Dienst verrichten [2].

Um alle notwendigen Komponenten möglichst schnell zu starten, recycelt Systemd einige Ideen aus Mac OS X beziehungsweise dem dortigen Pendant Launchd und nutzt zusätzlich noch ein paar spezielle Funktionen des Linux-Kernels. Poetterings Programm erlaubt folglich keinen einfachen Port auf andere Unix-Systeme wie etwa FreeBSD.

Zunächst aktiviert Systemd nur die Dienste, die Sie tatsächlich benötigen. So müssen

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Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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