Zusatznutzen

Neben kommerzieller Software kommen in der Praxis zusätzlich auch Open-Source-Werkzeuge zum Einsatz. Die interne Kommunikation läuft raumübergreifend via XMPP über einen Instant-Messaging-Server, der sich ebenfalls auf dem Linux-Server befindet. Mit Hilfe des XMPP-Servers, auch unter dem alten Namen Jabber bekannt, haben Arzt und Arzthelfer die Möglichkeit, jederzeit miteinander zu kommunizieren, ohne das andere Personen im Raum wissen, worum es geht oder was der Arzt in diesem Moment gerade am Computer macht. Das gewährleistet effiziente Kommunikation und bewahrt die Schweigepflicht.

In der Arztpraxis darf natürlich ein Office-Programm nicht fehlen. Im vorliegenden Fall handelt es sich dabei um OpenOffice. Insbesondere das Modul zum Bearbeiten von Texten kommt beim Erstellen von Ärztebriefen und Berichten zum Einsatz. Dazu haben die Entwickler OpenOffice über eine entsprechende Schnittstelle mit dem Praxissystem verbunden.

Das ermöglicht es, auf Abruf einen Arztbericht über den Besuch und die Diagnose des gewünschten Patienten zu erstellen. Das setzt aber voraus, dass der Arzt beim Eintragen der Texte diese so verfasst, dass am Ende ein sinnvoller Bericht entsteht, der keine Nacharbeit mehr erfordert.

Doktor Tux

Linux erlaubt nicht nur den Einsatz kommerzieller medizinischer Software. Die Qual der Wahl hat der Arzt zum Beispiel bei Bildbetrachtern, die das DICOM-Format unterstützen. Hinter DICOM verbirgt sich ein offener Standard, den viele Hersteller von bildgebenden Geräten im Medizinbereich unterstützen. Der Standard sieht vor, Bilddaten eindeutig zu kennzeichnen und mit anderen Informationen gebündelt auszutauschen [7].

So erlaubt zum Beispiel Aeskulap [8] das Anzeigen entsprechender Daten in einer einfachen Oberfläche und im Vollbildmodus (Abbildung 3). Über die Programmeinstellungen lässt sich bei Bedarf eine Verbindung zu einem Server konfigurieren, der DICOM-Dateien bereitstellt. Eine Drehung am Mausrad hellt das angezeigte Bild wahlweise auf oder dunkelt es ab, auch ein Verschieben per Maus unterstützt das Programm.

Abbildung 3: Der DICOM-Bildbetrachter Aeskulap bringt nur wenige, dafür aber klar definierte Funktionen mit.

Wesentlich mehr bietet ImageJ (Abbildung 4), das zwar wie Aeskulap auch DICOM-Dateien anzeigt, darüber hinaus aber ein umfangreiches Funktionsportfolio mitliefert. Neben der reinen Anzeige von Bilddateien – neben DICOM unterstützt es TIFF, GIF, JPEG, BMP und RAW – bringt ImageJ Funktionen zur Analyse der Bilder mit. So lassen sich mithilfe der Auswahlwerkzeuge beispielsweise Flächen berechnen oder Distanzen und Winkel messen. Auch grundlegende Funktionen zum Bearbeiten von Bildern stehen bereit.

Abbildung 4: Der DICOM-Betrachter ImageJ bietet sogar Funktionen zur Bearbeitung und Analyse von Bildern.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare
Arztbewertungsportale
Annalisa Heredia (unangemeldet), Dienstag, 10. Mai 2011 08:58:32
Ein/Ausklappen

<a href="http://www.medrecinst.com/a...talen/">Hier</a> habe ich gelesen, dass es wieder neue Bewertungsportale für Ärzte gibt. Einerseits finde ich es schön, dass man sich im Internet Arztbewertungen anschauen kann. Doch denke ich nicht, dass man dem Internet glauben kann. Ich glaube schon, dass die Webmaster solcher Webseiten wollen, dass auf ihren Webseiten keiner falsche Informationen einträgt. Kann man wirklich solche Arztbewertungsportale auf falsche Bewertungen kontrollieren?


Bewertung: 263 Punkte bei 144 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
Wie können Sie AP Wiegand vergessen?
Arnold Kunze, Freitag, 22. April 2011 23:55:46
Ein/Ausklappen

Ich benutze APW unter Linux. Es ist sehr gut zu bedienen und hat einen ausgezeichneten und schnellen Support. APW hat alle Zulassungen, die in Deutschland gebraucht werden. Es wird laufend aktualisiert und bietet deshalb immer alle notwendigen und vorgeschriebenen Neuerungen und Einiges mehr. APW ist preiswert.
Endlich habe ich mit APW unter Linux eine Traumkombination gefunden.
Für mich ist es die beste Arztpraxissoftware, die unter Linux im deutschsprachigen Raum zur Verfügung steht. APW und Linux bieten:
Zuverlässigkeit, hohen Datenschutz, lebendige Community, Flexibilität und Aktualität.
Bis jetzt hielt ich LinuxUser für eine faire und ausgewogene Zeitschrift. Nach der Lektüre dieses Artikels habe ich Zweifel ob der Fairness und Ausgewogenheit bekommen. APW steht übrigens in der Liste der KBV auf dem 19. Platz. Ich empfehle Ihnen die Ausgewogenheit mit einem weiteren Artikel über APW im nächsten Heft herzustellen. So einseitig sollten Sie über dieses wichtige Thema nicht berichten!!


Bewertung: 266 Punkte bei 151 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
War das Alles?
Walther Koehler (unangemeldet), Freitag, 22. April 2011 20:37:59
Ein/Ausklappen

so erfreulich es zunächst ist, wenn ein renommiertes Linux Magazin über fachspezifische Anwendungen im professionellen Bereich berichtet, so enttäuschend oberflächlich ist dann der ganze Artikel. Auf die tatsächlich vorhandenen Probleme und die vielfältigen Lösungsmöglichkeiten (auch ich benutze Linux in der Arztpraxis) wird gar nicht eingegangen und dafür unverhohlen Werbung betrieben. Die DICOM Spezifikation ist zwar offengelegt aber keineswegs frei sondern unter strikter Lizenz der Erfinder! Also erstmal besser recherchieren und dann mehr solcher Artikel auch ohne Sponsor.
Gruß
W. Koehler




Bewertung: 279 Punkte bei 140 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: War das Alles?
Dr.-Ing. Christian Heller (unangemeldet), Samstag, 23. April 2011 07:57:33
Ein/Ausklappen

Ich gebe Ihnen Recht.

Eine Suche nach Projekten auf sf.net liefert für die Rubrik:
| Scientific/Engineering | Medical Science Apps
aktuell 166 Ergebnisse.

Natürlich ist nur ein Teil davon für Deutschland relevant.
Man kann auch nicht von einem Artikel verlangen,
vollumfänglich auf die Projekte einzugehen.

Aber etwas mehr Vielfalt wäre schon wünschenswert.
GNUmed mit nur einer Zeile zu erwähnen, ohne auf
Details einzugehen, ist schade. Die aktuelle Darstellung
ist einseitig.


Bewertung: 254 Punkte bei 160 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
APW-Linux, das richtige Linux-Programm für den (Fach-)Arzt
Dr. med. Claudia Neumann (unangemeldet), Freitag, 22. April 2011 20:08:20
Ein/Ausklappen

Scheinbar haben Sie das KBV-zugelassene Arztpraxis-Programm APW-Linux (www.apw-wiegand.de) vergessen. Es kommt vollständig ohne Windows-Clients aus, kam aber auch wahlweise mit Linux und Windows betrieben werden. APW-Linux ist wegen der KBV-Vorschriften nicht OpenSource, setzt aber auf die Eigeninitiative der Anwender, die mit Hilfe einer ausführlichen Installationsanleitung, einer Hotline und einer Mailingliste die Einrichtigung und Pflege des Programms unterstützt.

Neben papierloser Praxis, Unterstützung sämtlicher Linux-fähiger Drucker (auch Duplex-Druck), Anbindung an OpenOffice zur Arztbrieferstellung, Einbindung von externen Befunden und Programmen, eigene Arzneimitteldatenbank bietet APW-Linux etliche Module kostenlos, die bei anderen Programmen zu Buche schlagen, wie DMP-Verwaltung, Privatabrechnung, BG-Abrechnung, PAD-Abrechnung und vieles mehr.

Aus der Entwicklung für APW-Linux ist Code als OpenSource zurückgeflossen: z.B. die Anbindung der neuen Kartenlesegeräte unter Linux, sodass sämtliche neuen eHealth-BCS-Geräte zum Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte unterstützt werden.


Bewertung: 273 Punkte bei 174 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

EasyBCD/NeoGrub
Wolfgang Conrad, 17.12.2017 11:40, 0 Antworten
Hallo zusammen, benutze unter Windows 7 den EasyBCD bzw. NEOgrub, um LinuxMint aus einer ISO Dat...
Huawei
Pit Hampelmann, 13.12.2017 11:35, 2 Antworten
Welches Smartphone ist für euch momentan das beste? Sehe ja die Huawei gerade ganz weit vorne. Bi...
Fernstudium Informatik
Joe Cole, 12.12.2017 10:36, 2 Antworten
Hallo! habe früher als ich 13 Jahre angefangen mit HTML und später Java zu programmieren. Weit...
Installation Linux mint auf stick
Reiner Schulz, 10.12.2017 17:34, 3 Antworten
Hallo, ich hab ein ISO-image mit Linux Mint auf einem Stick untergebracht Jetzt kann ich auch...
Canon Maxify 2750 oder ähnlicher Drucker
Hannes Richert, 05.12.2017 20:14, 4 Antworten
Hallo, leider hat Canon mich weiterverwiesen, weil sie Linux nicht supporten.. deshalb hier die...