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© Sundstrom, sxc.hu

Diagramme erstellen mit Yed

Alles im Fluss

Mit Yed meistern Sie spielend selbst komplexe Flussdiagramme und Objektbäume. Dank intelligenter Ansichten und Hilfsfunktionen behalten Sie immer den Überblick.

Arbeitsabläufe, Stammbäume und allerlei andere Beziehungsgeflechte bilden Sie mit Programmen wie OpenOffice Draw ganz ordentlich ab. Doch zum Beispiel bei sehr umfangreichen Diagrammen kommen selbst mächtige Office-Anwendungen an Ihre Grenzen, zum Beispiel in Bezug auf die Komplexität. Eine Alternative zum Office-Schlachtschiff stellt Yed dar, das kostenlos auf den Internetseiten vom Hersteller yWorks [1] bereit steht (Abbildung 1).

Abbildung 1: Yed vereinfacht durch durchdachte Gruppierungsfunktionen den Umgang mit großen Diagrammen. So verkleinern Sie Teile des Diagramms partiell.

Installation

Sie können sich Yed aus dem Web [2] herunterladen. Dort finden Sie unter Download eine Linux-Version, für die ein Installationsskript bereitsteht. Machen Sie das heruntergeladene Skript über die Dateieigenschaften oder über den Konsolenbefehl chmod +x yEd-3.6.1.1.sh ausführbar. Starten Sie nun das Skript per Doppelklick oder über den Befehl ./yEd-3.6.1.1.sh. Im Anschluss öffnet sich ein Installationsassistent.

Je nachdem, in welches Verzeichnis Sie Yed installieren möchten, müssen Sie die Installation gegebenenfalls mit Root-Rechten starten. Folgen Sie nun den Anweisungen des Assistenten, um die Installation durchzuführen. Im Anschluss können Sie das Programm durch Ausführen der Datei yEd starten.

Nach dem Start begrüßt Yed Sie mit einem Willkommensdialog. Möchten Sie direkt loslegen, klicken Sie einfach auf Neues Doku.... Wenn Sie neugierig sind, welche Ergebnisse Sie mit Yed erzielen, sollten Sie einen Klick auf Beispieldoku... riskieren. Danach haben Sie die Möglichkeit, zu verfolgen, wie Yed ein Beispieldokument mit zahlreichen Elementen öffnet und automatisch so anordnet, dass sie trotz des Umfangs ein ansehnliches Diagramm ergeben. Weitere Beispieldiagramme finden Sie unter dem Menü Hilfe | Beispielgraphen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Mit Hilfe der Layoutfunktionen ordnet Yed umfangreiche Diagramme auf Knopfdruck automatisch an und optimiert Überschneidungen (siehe rote Kästen).

Als Einstieg müssen Sie also kein eigenes Diagramm zeichnen, um die Funktionen von Yed anzutesten. Rufen Sie zum Beispiel einfach das Diagramm computers.graphml auf, dass Sie über besagten Menüpunkt finden. Es lohnt sich die verschiedenen Layouts auszuprobieren. Über das Menü Layout | Hierarchisch öffnet sich ein Dialog, über das Sie das geöffnete Diagramm mit einem Klick massiv verändern. Bestätigen Sie die Parameter in diesem Dialog, transformiert Yed das Diagramm. Dabei haben Sie die Möglichkeit, eine Darstellung von oben nach unten oder zum Beispiel von links nach rechts festzulegen.

Komplette Kontrolle

Wo andere Anwendungen nur festgelegte Anordnungsfunktionen wie zum Beispiel an Objektkanten bieten, haben Sie bei Yed über die Einstellungen direkt Einfluss auf das Layout des Diagramms. Natürlich klappt das Transformieren nicht bei jedem voreingestellten automatischen Layout. Wenn Sie zum Beispiel den Menüpunkt Layout | Orthogonal | Klassisch auswählen, ordnet die Software die Beschriftungen in dem Diagramm mitunter so an, dass sich Linien überschneiden und Beschriftungen umständlich zu lesen sind.

Wenn Sie nun noch die Layoutfunktion Beschriftungen starten, löst Yed dieses Problem ebenfalls ohne Weiteres auf. Bei Bedarf definieren Sie für diese Funktionen zusätzliche Parameter, bevor Sie die Beschriftungen neu anordnen. Sie haben zum Beispiel die Möglichkeit, einzelne Beschriftungen aus der Transformation ausschließen, sodass diese in ihrer Position verbleiben.

Auf der linken Seite finden Sie unterhalb der Menü- und Buttonleiste den Bereich Übersicht, mit dem Sie das gesamte Diagramm im Blick behalten, falls während des Bearbeitens im Hauptfenster nur noch ein Ausschnitt der Grafik zu sehen ist. Klicken Sie auf ein Element des Diagramms, zeigt die Software unterhalb der Übersicht die Nachbarelemente an. Die weiteren Karteikartenreiter zeigen die Vorgänger oder Nachfolger des Elementes. Welches Element Vorgänger oder Nachfolger ist, leitet sich aus der Pfeilrichtung im Diagramm ab.

Erste Schritte

Um loszulegen, reicht es aus, mit einem Linksklick auf das Dokument zu klicken. Schon erscheint ein einfaches Element, Knoten genannt, auf der Bearbeitungsfläche. Das einfache nummerierte Rechteck passen Sie über dessen Eigenschaften an, die Sie über das Kontextmenü erreichen. Hier ändern Sie zum Beispiel den angezeigten Text oder optimieren Linentyp, Elementform und die Textdekoration.

Einen schnelleren Zugriff auf die Elementeigenschaften erlangen Sie über den Arbeitsbereich Eigenschaften. Standardmäßig finden Sie diesen unten rechts im Programmfenster. Bei Bedarf rufen Sie es über Fenster | Eigenschaften auf. Über das Menü Fenster erhalten Sie auch Zugriff auf die Ansichten Übersicht, Struktur, Palette und die kontextbezogenen Ansichten wie zum Beispiel Nachfolger.

Haben Sie auf ein zweites Element eingefügt, verbinden Sie beide einfach miteinander, indem Sie mit gedrückter linker Maustaste eine Linie vom ersten zum zweiten Element ziehen. Yed zeichnet einen Pfeil in die entsprechende Richtung. Dazu müssen Sie nicht mal ein anderes Werkzeug auswählen. Über die Eigenschaften des Pfeils passen Sie wie bei den Knoten die Parameter an.

TIPP

Achten Sie beim Klick auf einen Pfeil darauf, dass sich der Mauszeiger in eine Hand mit ausgetrecktem Zeigefinger verwandelt, ansonsten fügt Yed einen weiteren Knoten ein. Hier brauchen Sie tatsächlich ein wenig Fingerspitzengefühl.

Besteht keine Möglichkeit, zwei Knoten direkt miteinander zu verbinden, weil zum Beispiel ein anderer Knoten im Weg ist, zeichnen Sie die Linie so, dass diese einen Bogen um diesen dritten Knoten macht. Ziehen Sie dazu beim Zeichnen die Linie an die Stelle, wo ein Knick notwendig ist und lassen Sie die Maustaste los. Der Pfeil bleibt mit dem Mauszeiger verbunden. Jetzt wählen Sie von dieser Position aus den nächsten Knickpunkt aus. Dazu reicht ein weiterer Klick. Sie beenden diesen Modus, wenn Sie abschließend auf den Zielknoten klicken. Alternativ ordnen Sie in solchen Fällen über das Layout Orthogonal alle Knoten so an, dass sie sich nicht überschneiden (Abbildung 3).

Ansichten verschieben

Wenn Sie mit großen Diagrammen arbeiten und zudem über zwei Bildschirme verfügen, machen Sie sich eine Eigenschaft von Yed zunutze, um sich mehr Übersicht zu verschaffen. Maximieren Sie dazu das Programmfenster auf Ihrem Hauptfenster und ziehen Sie die Ansichten auf den zweiten Bildschirm, indem Sie auf die jeweilige Titelleiste klicken und beim Ziehen die Maustaste gedrückt halten. Sie haben die Möglichkeit, die Ansichten beliebig größer beziehungsweise kleiner zu ziehen.

Ansichten mit umfassenden Inhalten, insbesondere die Palette mit den zahlreichen Elementvorlagen, sind auf diese Weise leichter zugänglich und gleichzeitig haben Sie mehr Platz zum Arbeiten. Falls Sie Ihre Anpassungen an der Oberfläche rückgängig machen wollen, reicht ein Klick auf Fenster | Fenster zurücksetzen. Alle Ansichten befinden sich dann an der vom Programm vorgegebenen Position.

Da es beim Freihandzeichnen nicht immer gelingt, alle Objekte richtig anzuordnen und perfekt auszurichten, bietet es sich an zwischendurch die bereits erwähnten Layouts anzuwenden, um die Übersicht nicht zu verlieren. Gleiches gilt, wenn Sie sich zum Beispiel gerade beim Brainstroming gerne gestalterisch verrennen.

Bei zahlreichen Diagrammelementen empfiehlt es sich außerdem, thematisch zusammenhängende Knoten zu gruppieren. Markieren Sie dazu die entsprechenden Knoten bei gehaltener Umschalt-Taste und drücken Sie [Strg]+[Alt]+[G]. Alternativ finden Sie die Funktion auch im Menü unter Gruppierung | Gruppieren.

Jetzt können Sie die Gruppe als Ganzes verschieben und die Gruppeneigenschaften über die Ansicht Eigenschaften bearbeiten. Um die Übersicht bei großen Diagrammen wiederzugewinnen, können Sie die erstellte Gruppe über das Symbol in der Umrandung oder über die Tastenkombination [Strg]+[Alte]+[S] einklappen beziehungsweise minimieren. Über [Strg]+[Alte]+[O] holen Sie die Gruppe wieder hervor. Den Inhalt geschlossener Gruppen sehen trotz deren minimiertem Zustand in der Kontextansicht, die Sie über das Menü Fenster | Kontextansichten | Inhalt geschlossener Gruppen aufrufen.

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