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Musiksammlungen verwalten mit Beets

29.11.2010 Viele Musikliebhaber hören Songs am liebsten direkt aus der MP3-Sammlung. Dabei bringt Beets Ordnung ins Chaos der Lieder und Alben.

Musikliebhaber, die ihre Musik vorwiegend auf der Festplatte vorhalten, kennen das Problem: Schnell geht die Übersicht über die Sammlung verloren, das Finden einzelner Tracks artet zum Geduldsspiel aus. Abhilfe schafft das kommandozeilenorientierte Programm Beets [1]: Es indiziert rekursiv ganze Verzeichnisbäume, schreibt die Treffer in eine Datenbank und sortiert die Audiodateien an anderer Stelle in einer übersichtlichen Ordnerstruktur. Als Dreingabe korrigiert oder ergänzt es dabei noch fehlerhafte oder fehlende ID3-Tags.

Installation

Bei Beets handelt es sich um ein Python-Programm, das Sie beispielsweise unter Ubuntu direkt über Pip [2] einrichten, den Python Package Installer. Als Grundlage für Pip und Beets benötigen Sie vorab noch die Bibliotheken python-dev, python-setuptools und python-pip. Das Installieren der Musikverwaltung übernimmt im Anschluss der Befehl sudo pip install beets.

Nutzen Sie eine Distribution, für die Pip nicht zur Verfügung steht, laden Sie den Beets-Tarball von der Projektseite herunter [3], entpacken ihn und richten das Programm mit dem Kommando sudo python setup.py install im System ein. Der Installer lädt dabei automatisch einige weitere benötigte Bibliotheken, etwa python-musicbrainz2 aus dem Internet nach.

Am Anfang war die Datenbank

Bevor Sie richtig loslegen, gilt es Beets zu konfigurieren. Dazu legen Sie, falls nicht vorhanden, die Konfigurationsdatei .beetsconfig in Ihrem Heimatverzeichnis an. Darin legen Sie fest, welche Pfade das Programm zukünftig verwendet. Im Beispiel aus Listing 1 verwendet das Programm das Verzeichnis ~/Musikdatenbank/beets.blb zum Speichern der Datenbank und ~/Musik für die Audiodateien selbst.

Listing 1

[beets]
directory: ~/Musik
library: ~/Musikdatenbank/beets.blb

Beachten Sie, dass Beets ähnlich wie iTunes sämtliche von ihm verwalteten Stücke in das gewählte Musikverzeichnis kopiert, sodass die Dateien anschließend doppelt auf der Festplatte liegen. In der Konfigurationsdatei geben Sie daher nicht die Quelle ihrer bestehenden Sammlung, sondern das Ziel für die Beets-Bibliothek an. Das hat auch einen guten Grund, denn wenn beim Import der Dateien etwas schief geht, bleiben die Originale unangetastet. Möchten Sie lieber Platz sparen, ergänzen Sie die Konfigurationsdatei um die Anweisung import_copy: no. In diesem Fall belässt Beets die Dateien am ursprünglichen Platz.

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Infos zum Autor

Florian Effenberger

Florian Effenberger

Florian Effenberger engagiert sich seit vielen Jahren für freie Software und ist ehrenamtlich Vorstandsvorsitzender der The Document Foundation. Zuvor war er fast sieben Jahre im Projekt OpenOffice.org aktiv, zuletzt als Marketing Project Lead. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen darüber hinaus in der Konzeption von Unternehmens- und Schulnetzwerken samt Softwareverteilungslösungen auf Basis freier Software. Zudem schreibt er regelmäßig für zahlreiche deutsch- und englischsprachige Fachpublikationen und beschäftigt sich dabei auch mit rechtlichen Fragestellungen.


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LinuxUser 06/2012

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