Eingaben abfangen

Äußerst angenehm ist die Art und Weise, wie Urwid Tastendrücke verarbeitet. Im Gegensatz zu den anderen vorgestellten Toolkits fällt es hier am leichtesten, Tasten abzufragen (Abbildung 3). Das beinhaltet auch die Sondertasten, die das Modul in Form ihres Namens als Zeichenkette zurückgibt – zum Beispiel f9 für die Funktionstaste [F9]. Ebenso flexibel reagiert es auf das Verändern der Fenstergröße (window resize) – es passt sich problemlos an die neue Größe an.

Abbildung 3: Das Modul Urwid erlaubt es auf einfache Weise, Tastendrücke abzufragen.

Möchten Sie Farbkombinationen einsetzen, definieren Sie zunächst eine Palette, deren Einträge aus mindestens drei Komponenten bestehen – dem Namen der Kombination sowie der Vorder- und der Hintergrundfarbe (Listing 4).

Listing 4

palette = [
('kopfzeile', 'white', 'dark red'),
('hintergrund', 'white', 'dark blue')
]

Zum Einfärben des Textes übermitteln Sie den Namen der Farbkombination und den String in einem Tupel an das Textwidget. Der Hauptschleife machen Sie die verwendete Farbpalette bekannt, in dem Sie sie als zweites Argument übergeben.

Auf der Webseite des Projekts gibt es neben einem sehr schönen Tutorial und einer ausführlichen Bibliotheksdokumentation eine Anzahl komplexer Beispiele. Das beinhaltet neben einem Farbentest für bis zu 256 Farben (Abbildung 4) einen einfachen Texteditor, Fonts in unterschiedlichen Größen, Taschenrechner und auch Dialogboxen.

Abbildung 4: Ein schicker Farbtest, mit dem Sie ermitteln, wie die Werte im Terminal aussehen.

Fazit

Beim Gestalten der Benutzeroberfläche bieten Curses und Urwid viel Flexibilität, wobei letzteres vieles einfacher macht. Hier brauchen Sie sich weniger mit Nebensächlichkeiten zum Ansteuern des Bildschirms befassen.

Bei Python-dialog und Newt die im Mittelpunkt des nächsten Teils stehen, haben Sie die Auswahl zwischen vielen vorgefertigten Elementen. Das führt noch schneller zu ordentlichen Ergebnissen, allerdings um den Preis der Flexibilität.

Der Autor

Frank Hofmann hat Informatik an der Technischen Universität Chemnitz studiert. Derzeit arbeitet er in Berlin im Büro 2.0, einem Open-Source-Experten-Netzwerk, als Dienstleister mit Spezialisierung auf Druck und Satz. Er gehört zum Vorstand der Linux User Group Potsdam (uplug).

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