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Gut archiviert

Shotwell ordnet digitale Fotos vollautomatisch

14.08.2010
Die Bildverwaltung Shotwell bringt automatisch Ordnung in die Fotosammlung und schützt gleichzeitig die digitalen Negative.

Um die Flut an Bildern aus den Digitalkameras in geordnete Bahnen zu lenken, braucht es eine passende Software: Neben vielen etablierten Anwendungen macht in letzter Zeit der Newcomer Shotwell [1] von sich Reden. Ubuntu plant, das Programm zukünftig (ab Version 10.10) anstelle von F-Spot in die Distribution aufzunehmen; Grund genug, es näher unter die Lupe zu nehmen.

Die bisher in den Distributionsrepositories enthaltenen Versionen (meist 0.5) verfügen nur über wenige Features, selbst der Import von PNGs (ganz zu schweigen von DNG- oder RAW-Formaten) steht erst ab Version 0.6 bereit. Mit deren Einzug in die Repositories ist bald zu rechnen, sodass sich dieser Artikel auf sie konzentriert. Die derzeit oft noch erforderliche manuelle Installation skizziert der Kasten "Shotwell einrichten".

Shotwell einrichten

Die aktuelle Programmversion von Shotwell befindet sich oft noch nicht in den Repositories. Auf der Hilfsseite zur Installation [2] verweisen die Entwickler im Fall von Fedora lediglich auf die im Repository enthaltene Version 0.5.0, die Sie über das Paketmanagementsystem einspielen. Besser sieht es im Fall von Ubuntu aus. Hier nutzen Sie ein PPA der Entwickler, das Sie wie in Listing 1 gezeigt konfigurieren.

Alternativ greifen Sie zum Quellcode, was aber eine Reihe an Entwicklerpaketen auf dem System voraussetzt. Unter Ubuntu 10.04 spielen Sie diese mit dem Befehl aus Listing 2 ein. Zusätzlich gilt es Libraw und Gexiv2 aus den Quellen zu übersetzen, da sie sich noch nicht in den "Lucid"-Repositories finden.

Benutzer von Ubuntu 9.10 ("Karmic") können obendrein Valac und Libgee-dev nicht aus den Distributionsrepos nutzen, die dort erhältlichen Versionen sind zu alt. Die Shotwell-Website empfiehlt, die beiden Pakete direkt aus dem PPA des Vala-Teams [3] einzurichten.

Nach dem Einrichten aller Abhängigkeiten laden Sie den Quellcode von Shotwell herunter, den Sie anschließend entpacken, übersetzen und ins System einspielen.

Listing 1

$ sudo add-apt-repository ppa:yorba/ppa
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install shotwell

Listing 2

$ sudo apt-get install libdbus-glib-1-dev libgconf2-dev libgtk2.0-dev libgudev-1.0-dev libexif-dev libgphoto2-2-dev libsoup2.4-dev libsqlite3-dev libunique-dev libwebkit-dev libxml2-dev valac libgee-dev

Bilder einlesen

Shotwell verwaltet in einer Datenbank die Informationen aus den (EXIF-)Tags und die vom Anwender hinzugefügten Stichwörter. Im Unterschied zu anderen Vertretern der Zunft (etwa Digikam) verändert Shotwell die verwalteten Bilder allerdings nicht, es kopiert sie ohne explizite Aufforderung noch nicht einmal in ein spezielles Verzeichnis. Die Verwaltung erfolgt rein virtuell, wobei die Möglichkeit existiert, Bilder ins Datenbankverzeichnis zu übernehmen. Shotwell fragt beim Import ab, wie es diesbezüglich vorgehen soll (Abbildung 1).

Abbildung 1: Auf Wunsch belässt Shotwell die Bilddateien beim Import in ihren ursprünglichen Verzeichnissen und erzeugt nur Verweise auf die Daten.

Beim Einlesen der Bilder wertet das Programm das Datum aus, das es in den Metadaten der Bilder findet. Daraus erstellt es sogenannte Events, deren Namen mit dem jeweiligen Datum übereinstimmt. Diese Events erzeugt es aber pro Einlesevorgang, so dass zwei Imports – zum Beispiel von zwei Kameras mit Fotos vom gleichen Tag – zu zwei Ereignissen führen [4]. Alle Events tauchen in der Sidebar auf der linken Seite auf. Ab Version 0.61 erfolgt der Import im Hintergrund, ohne die Arbeit mit dem Programm zu behindern. Nach dem Abschluss des Vorgangs liefert Shotwell einen Statusbericht (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Import von Bildern in die Datenbank endet mit einem Statusbericht.

Shotwell liest Bilder aus beliebigen Verzeichnissen ein, so auch von als Massenspeicher gemounteten Kameras. Daneben lädt es Bilder von allen durch die Gphoto2-Bibliothek unterstützten Kameras – also derzeit etwa 1000 Modellen. Beim Import erzeugt Shotwell Thumbnails aller Bilder in zwei Größen und speichert sie ebenfalls im Datenbankverzeichnis. Dabei kommen schnell etliche MBytes zusammen, sodass es sich empfiehlt, diese Dateien über eine entsprechende Anweisung beispielsweise von einem Backup auszunehmen.

Beim Import von Bildern verhaspelt sich Shotwell schnell, falls ein Verzeichnis außer Bildern auch noch andere Dateien enthält. In vielen Fällen bricht es das Einlesen dann komplett ab. Das Gleiche gilt für ungültige symbolische Verweise. Hier hilft es bisher nur, störende Dateien vorab zu entfernen.

TIPP

Shotwell speichert Datenbank und Vorschaubilder im versteckten Ordner ~/.shotwell. Die Programmeinstellungen liegen in Form von GConf-Dateien (XML-Format) unterhalb von ~/.gconf/apps/shotwell.

Sonderfall RAW-Files

Digitale Negative oder Rohdaten importiert Shotwell unter Zuhilfenahme von UFRaw, also von fast allen derzeit aktuellen und den meisten älteren Kameras. Der RAW-Konverter erlaubt eine sehr weitgehende Kontrolle beim Konvertieren der Bilder. Shotwell verwendet allerdings einige voreingestellte Werte, die weder das Potenzial von UFRaw noch jenes der Bildern ausschöpfen. Im Bearbeiten-Menü unter Einstellungen passen Sie dies an oder wählen ein anderes Programm für den Import aus (Abbildung 3).

Abbildung 3: Über die Einstellungen steuern Sie beispielsweise die Parameter für den Import von RAW-Formaten.

Der direkte Import von einer von GPhoto2-unterstützten Kamera [5] funktioniert analog. Allerdings fragt Shotwell zuvor nach, ob es die möglicherweise automatisch gemountete Kamera abmelden darf, sofern das System sie schon eingehängt hat. Im Anschluss an das Laden der Bilder will die Applikation noch wissen, ob Sie die Dateien auf dem Kameradatenträger löschen möchten.

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