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Schlankheitskur

Simplix – Debian auf Diät

17.12.2009
Das schlanke, ranke Live-System Simplix Linux basiert auf Debian, schon die Systemressourcen und bringt dennoch eine komplette Desktop-Ausstattung mit.

Die auf Debian basierende Live-Distribution Simplix Linux [2] positioniert sich zwischen den großen Linux-Distributionen wie Knoppix, Ubuntu oder OpenSuse und den englischsprachigen Mini-Linux-Distributionen wie Damn Small Linux und Puppy Linux. Als Windowmanager kommt der ressourcensparende Joe's Window Manager (JWM) zum Einsatz, sodass zum Betrieb bereits ein Rechner mit einer Pentium-2-CPU und 128 MByte Hauptspeicher ausreicht. Die Programmauswahl orientiert sich an den üblichen Anforderungen eines Heimanwenders. Dazu zählen Webbrowser, E-Mail-Client, Textverarbeitung und Tabellenkalkulation, sowie Bildbearbeitung und Multimedia. Zum Einsatz kommen bewährte Programme wie Iceweasel, Abiword, Gnumeric, Gimp oder Mplayer. Die Basis stellt Kernel 2.6.26.

Volles Programm

Zur besseren Orientierung fasst das Menü Programme in Themengruppen wie Fotos bearbeiten oder Internet zusammen. Um die Distribution nicht unnötig aufzublähen, enthält sie für jede Aufgabe nur eine Applikation. Bei der Auswahl stand die einfache Bedienbarkeit der Programme und deren geringer Platzbedarf im Vordergrund. Um Ressourcen zu schonen, verzichtet Simplix auf OpenOffice und setzt stattdessen auf Abiword und Gnumeric ein. Wer nicht auf OOo verzichten möchte, installiert es via apt-get nach.

Zum schnellen Dateisuche enthält die Distribution die Findutils. Die Eingabe von locate Datei zeigt in Sekundenschnelle alle passenden Einträge samt Pfad an. In der Voreinstellung wird die Datenbank nach jedem Backup automatisch aktualisiert. Zum sicheren Löschen von Dateien steht das Programm Wipe bereit. Es überschreibt die angegebene Speicherstelle bis zu 34 Mal. Bcrypt erlaubt Ihnen das unkomplizierte Verschlüsseln von Dateien aller Art. Um Daten auf externe Speicher zu sichern, verfügt Simplix über ein Shellskript namens backup.sh, das Rsync als Grundlage verwendet. Sie wählen nach dem Start des Skripts zwischen der Simulation des Backups und der tatsächlichen Datensicherung.

Diverse Shellskripte helfen bei einer Vielzahl von Arbeiten. Schließen Sie beispielsweise Ihre Digitalkamera an den PC an und wählen im Menü den Punkt Fotos von der Kamera auf den Computer kopieren, dann speichert ein Skript die Bilder automatisch in einem bestimmten Verzeichnis. Klicken Sie danach im Menü auf Dateiname der Fotos mit Datum/Uhrzeit ergänzen um den Dateien individuelle Namen zu geben. Um die Bilder zu in der Größe zu ändern, genügt ein Klick im Menü auf Fotos auf Abzugsgröße verkleinern.

Bleibende Werte

Um nicht jedes Mal die individuellen Einstellungen wie den Internetzugang neu konfigurieren zu müssen, besteht die Möglichkeit des persistenten Betriebs. Das bedeutet, dass die Distribution alle Veränderungen automatisch auf einen USB-Stick speichert und sie beim Neustart wieder einliest.

Um Simplix auf der Festplatte zu installieren, wählen Sie im Bootmenü den Debian Installer aus. Er erlaubt auch eine Parallelinstallation zu bereits vorhandenen Systemen, als Bootloader kommt Grub zum Einsatz. Der Hauptvorteil gegenüber einer regulären Debian-Installation liegt darin, dass Simplix ein schlankes System installiert und Sie sich nicht um die Paketauswahl kümmern müssen. Individuelle Anpassungen sowie das Nachinstallieren weiterer Programme erfolgen im Anschluss im fertigen System.

Um die installierte Version aktuell zu halten, verwenden Sie das Kommando apt-get update, gefolgt von apt-get dist-upgrade[2]. Damit spielen Sie alle Aktualisierungen ein, die im Debian-Stable-Zweig bereitstehen.

Infos

[1] Simplix Linux: http://simplix.sourceforge.net

[2] Dpkg, Apt & Co.: Christian Meyer, "Urgestein", LinuxUser 01/2010, S. 56, http://www.linux-community.de/artikel/20085/

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