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Nachbrenner

Open WRT für Linksys WRT54GL

01.06.2008 Cisco offeriert mit dem Linksys WRT54GL einen günstigen und zugleich funktionsreichen WLAN-Router. Mit der Firmware Open WRT schöpfen Sie sein Potenzial voll aus.

Kompakt soll es sein, viel können und vor allem wenig kosten: So oder so ähnlich klingen die Anforderungen vieler Nutzer an ein Internet-Gateway. Zwei dieser Forderungen erfüllt der WLAN-Router Linksys WRT54GL [1] per se: Bei einem Preis von rund 50 Euro rangiert er im unteren Preissegment der Heimrouter, seine Größe entspricht gerade einmal der eines DVD-Covers.

Nur beim Funktionsumfang scheiden sich die Geister. Hier bietet die Original-Firmware zwar schon einiges, reizt die Möglichkeit des Geräts aber bei weitem nicht aus. Abhilfe schafft da Third-Party-Firmware wie Free WRT [2], Open WRT [3] oder DD-WRT [4]. Alle drei bieten erheblich mehr Funktionen als das Original und lassen sich zudem beinahe nach Belieben durch Zusatzpakete erweitern.

Allen voran hat sich im Laufe der Zeit Open WRT als zuverlässigstes und beliebtestes System hervorgetan. Allerdings haftet ihm ein für Normalanwender nicht unerheblicher Makel an: Er besitzt keine grafische Konfigurationsoberfläche. Hier kommt X-WRT [5] ins Spiel, das dem System eine webbasierte grafische Oberfläche verpasst.

Einen kleinen Schönheitsfehler besitzt der Router WRT54GL jedoch: Im fehlt ein DSL-Modem, weswegen Sie zum Kontakt ins Internet ein externes Gerät, beispielsweise die häufig mit einem DSL-Anschluss ausgelieferte Fritzbox, benötigen.

Installation

Open WRT gibt es für eine ganze Reihe verschiedener Routermodelle, unter anderem für Geräte von von Linksys, Netgear, Allnet und oder Asus. Da X-WRT die derzeit aktuelle Open WRT-Release "Kamikaze" noch nicht hinreichend unterstützt, verwenden Sie die Vorgängerversion "White Russian". X-WRT stellt sowohl ein Bundle aus Betriebssystem und grafischer Oberfläche als auch die Web-GUI solo für verschiedene Routermodelle zum Download bereit [6]. Das Image für den im Test verwendeten Router WRT54GL finden Sie darüber hinaus auf der Heft-DVD.

Um die Original-Software durch X-WRT zu ersetzen, öffnen Sie die grafische Weboberfläche (in der Grundeinstellung http://192.168.1.1 mit dem Benutzernamen und Passwort admin) und klicken darin auf Administration | Firmware Upgrade (Abbildung 1). Klicken Sie neben der Eingabezeile auf das Ordner-Icon und wählen Sie das Image-File im Dateibrowser. Klicken Sie abschließend auf den Schalter Upgrade, um den Prozess zu starten.

Abbildung 1: Über das Konfigurationsfenster Firmware Upgrade der Originalsoftware laden Sie das Open-WRT-Image auf den Router und installieren es.

Beachten Sie, dass die Netzwerkverbindung während des Einspielen des Images auf keinen Fall getrennt werden darf, weswegen Sie diesen Arbeitsschritt sicherheitshalber nicht über das WLAN vornehmen sollten: Andernfalls kann es zu irreparablen Schäden am Gerät kommen. Nach etwa einer Minute erscheint automatisch die grafische Oberfläche von X-WRT. Die ursprünglichen Konfigurationsdaten übernimmt das neue Betriebssystem.

Erste Schritte

Um das System auf den Betrieb vorzubereiten und an die persönlichen Wünsche anzupassen, gilt es zunächst, das Netzwerk einzurichten: Open WRT besteht lediglich aus einer Kerninstallation und lädt beispielsweise Lokalisierungen, Zusatzmodule oder Aktualisierungen aus dem Internet nach. Folgende Eigenart sollten Sie bei allen Modifikationen am Router zu beachten: Um Änderungen am Setup zu übernehmen, klicken Sie zuerst auf den Schalter Save Changes und danach auf den Textlink Apply – erst dann übernimmt das System die Änderungen.

Ein Klick auf Networkin der oberen Menüleiste öffnet das Untermenü, aus dem Sie den ersten Eintrag WAN-LAN auswählen, um zum Basis-Setup zu gelangen. Nutzen Sie als Einwahlgerät einen Router, der sich automatisch auf Anforderung ins Internet einwählt (etwa eine Fritzbox), wählen Sie als Connection Type entweder Static IP oder DHCP. Beim Verwenden einer statischen IP-Adresse legen WAN IP-Adress fest, mit welcher IP-Adresse der Open WRT mit dem dahinterliegenden Router kommuniziert.

Hier gilt es zu beachten, dass Sie eine Adresse vergeben, die sich im gleichen Netzwerksegment wie die des Routers befindet. Bei der Fritzbox ist das in der Grundeinstellung 192.168.178.0/24. Als Netmask geben Sie 255.255.255.0 an, als Default Gateway die IP-Adresse des Zugangsrouters. In der LAN Configuration legen Sie fest, über welche IP-Adresse der Router vom lokalen Netz aus zu erreichen ist. Hier gilt es, zu beachten, dass sich die Adresse in einem anderen Netzwerksegment wie die des WAN befindet, ausgehend von unserem Beispiel etwa 192.168.1.1/24, da es andernfalls zu Routingproblemen kommt. Um als Connection Type DHCP verwenden zu können, muss auf dem Zugangsrouter, mit dem sich Open WRT verbindet, ein entsprechender Service laufen, der die IP-Adresse an Open WRT vergibt.

Um den Router über ein DSL-Modem mit dem Internet zu verbinden, wählen Sie als Connection Type PPPoE (Abbildung 2). Das gilt auch dann, wenn Sie Ihren Einwahlrouter lediglich als Modem nutzen, wie es beispielsweise die Fritzbox ermöglicht. In der Redial Policy legen Sie zunächst fest, ob sich der Router auf Anforderung (Connection on Demand) in das Internet einwählt, oder die Verbindung aufrecht erhält ("Keep-alive"). In den Feldern Username und Password tragen Sie die Zugangsdaten Ihres Einwahlkontos ein. Analoge Modems oder ISDN unterstützt der Router nicht.

Abbildung 2: Open WRT benötigt zur Verbindung ins Internet DSL-Modem. Den Kontakt zu diesem richten Sie in den WAN-LAN-Einstellungen ein.

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Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


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LinuxUser 06/2012

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