Installation

Der für Beta-Tester und andere Wagemutige gedachte Installer ist bequem über ein Symbol in der unteren Leiste zu starten (Abbildung 3). Es empfiehlt sich jedoch, ihn zuerst auf den neuesten Stand zu bringen. Das gelingt in Elive auch im laufenden Live-System, indem Sie ein Terminalfenster starten und durch Eingabe von su - Root-Rechte erlangen. Die Befehle apt-get update und apt-get install eliveinstaller-3g richten – so möglich – die neue Version des Installers auf dem Live-System ein.

Die Installation startet nach weiteren Warnhinweisen mit einem Konsistenzcheck des Systems, der mehrere Minuten in Anspruch nimmt. An dieser Stelle überraschte der Installer mit der Nachricht, er habe ein installiertes Debian-System auf dem Zielrechner vorgefunden und bot an, die dort eingerichteten Benutzer inklusive ihrer Daten in das zu installierende Elive-System zu übernehmen und so eine sanfte Migration zu ermöglichen.

Um dieses sinnvolle Feature zu nutzen, müssen die Home-Verzeichnisse des Altsystems jedoch in einer separaten Partition liegen. Etwas verwirrte im Test: Die Installationsroutine läuft nicht durchgängig in einem Fenster ab, sondern öffnet nacheinander Popup-Fenster, deren Fragen zur Installation Sie jeweils mit OK bestätigen, beziehungsweise durch Abbrechen verwerfen. In beiden Fällen verschwindet das jeweilige Fenster und das System werkelt geräuschvoll vor sich hin, bis sich ein weiteres Fenster öffnet.

Wünschenswert wären hier eine ständig sichtbare Installationsübersicht und die Möglichkeit, einzelne Schritte zu wiederholen. Haben Sie alle Angaben gemacht, schaufelt der Elive-Installer die Daten auf die Festplatte; eine Fortschrittsanzeige informiert dabei über den Status. Nach Abschluss der nur wenige Minuten dauernden Installation und anschließendem Neustart melden Sie sich über den Loginmanager Entrance an.

Abbildung 3: Der Elive-Installer bereitet das Partitionieren der Festplatte vor.

Nach dem ersten Anmelden fordert ein Popup-Fenster zur Eingabe des Root-Passworts auf, ein Terminalfenster fragt weitere Systemdetails zwecks Feintuning ab. Um das Gesamtsystem auf den neuesten Stand zu bringen, geben Sie als root die Befehle apt-get update und apt-get dist-upgrade ein. Alternativ dazu starten Sie den Paketmanager Synaptic nach Linksklick auf den Desktop mit Anwendungen | Anwendungen | System | Synaptic Package Manager.

Da Elive zurzeit auf Debian Etch basiert, hinkt die Softwareauswahl an Aktualität hinterher. Wer sich gezielt für das stabile Debian-Release Etch als Desktopsystem entschieden hat, stört sich sicher nicht an Gnome 2.14.3, KDE 3.5.5 oder OpenOffice 2.0.4. Das Gros der Anwender dagegen bevorzugt sicherlich aktuellere Anwendungssoftware.

Fazit

Das Team der Elive-Entwickler weist darauf hin, dass Elive 1.2.4 sich mitten in der Entwicklung befindet und rät von dem Einsatz auf einem Produktivsystem ausdrücklich ab. Zum Beta-Testen ist jedoch jeder herzlich eingeladen. Schon der nächste Build beinhaltet laut den Entwicklern eine neue Version des X-Servers und unterstützt somit auch neuere Grafikkarten. Ebenfalls geplant ist der Umbau von Debian Etch zu Testing.

Die Konfigurationszentrale Elpanel hinterlässt dank ihrer gewöhnungsbedürftigen Optik einen zwiespältigen Eindruck, erfüllt jedoch ihren Zweck. Dem runderneuerten Installer fehlt eine Gesamtübersicht, aber immerhin enthält er mit der Übernahme von Benutzern aus vorhandenen Systemen ein von neueren Ubuntu-Versionen bekanntes Komfortfeature.

Wer E17 nur mal antesten möchte, der ist auch mit dieser Entwicklerversion gut bedient. Wer jedoch die mögliche Installation von Elive auf Festplatte im Hinterkopf hat, sollte sich für die stabile Version 1.2.3 entscheiden. Aufgrund der wesentlich aktuelleren Anwendungssoftware ist Geubuntu zurzeit der geeignetere Kandidat für die Installation auf dem System.

Infos

[1] Enlightenment: http://www.enlightenment.org

[2] E17 User Guide (Englisch): http://wiki.enlightenment.org/index.php/E17_User_Guide

[3] Elive Development-Release: http://dev.elivecd.org/wiki/DevelRelease

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