Alles im Blick
LC-Displays am Parallelport betreiben
Die Ansteuerung
# Beispielkonfiguration für LCD4Linux
# generic HD44780 display (WinAmp wiring)
Display HD44780-winamp {
Driver 'HD44780'
Model 'generic'
UseBusy 1
# Port '0x378'
Port '/dev/parport0'
Size '16x2'
Wire {
RW 'AUTOFD'
RS 'INIT'
ENABLE 'STROBE'
ENABLE2 'GND'
GPO 'GND'
}
}
Widget MemFree {
class 'Text'
expression meminfo('MemFree')/1024
postfix ' MB'
width 7
precision 0
align 'R'
update tick
}
Widget Busy {
class 'Text'
expression proc_stat::cpu('busy', 500)
prefix 'CPU'
postfix '%'
width 8
precision 0
align 'R'
update tick
}
Widget BusyBar {
class 'Bar'
expression proc_stat::cpu('busy', 500)
# expression2 proc_stat::cpu('system', 500)
length 8
direction 'E'
update tack
}
Widget Load {
class 'Text'
expression loadavg(1)
prefix 'Load'
postfix loadavg(1)>1.0?'!':' '
width 9
precision 1
align 'R'
update tick
}
Layout L16x2 {
Row1 {
Col1 'Busy'
Col9 'BusyBar'
}
Row2 {
Col1 'Load'
Col10 'MemFree'
}
}
Display 'HD44780-WinAmp'
Layout 'L16x2'
Variables {
tick 500
tack 100
minute 60000
}
Die beiden leistungsfähigsten Programme, um LCDs unter Linux am Parallelport zu betreiben, sind LCD4Linux [2] und LCDproc [3]. Beide bieten auf ihren Projektseiten im Web sehr gute und umfangreiche Dokumentationen darüber, welche Display-Controller sie unterstützen, wie man die Displays verkabelt und wie man die Software konfiguriert. Wir haben uns zur Ansteuerung des Displays für LCD4Linux entschieden, da hier eine umfangreiche deutschsprachige Dokumentation vorliegt.
Viele Distributionen, darunter beispielsweise Debian, Gentoo und Suse bringen LCD4Linux bereits mit, sodass sich die Software bequem über den jeweiligen Paketmanager einrichten lässt. Alternativ finden Sie auf der Homepage des Projekts sowie auf der Heft-CD zu dieser Ausgabe den Quellcode der aktuellen Stable-Version 0.10.0.
Die Konfiguration von LCD4Linux nehmen Sie über die Datei /etc/lcd4linux.conf vor. Eine genaue Beschreibung der Syntax finden Sie in der Manpage [4] und im Howto [5] von LCD4Linux. Beide Dokumente stellt das Projekt auch in deutscher Sprache zur Verfügung. Listing 1 bietet ein kurzes Beispiel für eine LCD4Linux-Konfiguration.
Die Beispielkonfiguration zeigt auf dem Display in der ersten Zeile die CPU-Auslastung als Prozentwert sowie als Balken an. In der zweiten Zeile signalisiert das LCD den Load-Wert (die momentane Auslastung des Computersystems) sowie den freien Hauptspeicher (Abbildung 8).
Die Konfigurationsdatei, die dem LCD4Linux-Paket beiliegt, stellt zahlreiche weitere Möglichkeiten vor, das Display mit mehr oder weniger nützlichen Informationen zu füllen.
Tipps für den Betrieb
Achten Sie vor dem Start von LCD4Linux darauf, dass Sie das Modul ppdev geladen haben. Anderenfalls fehlt Ihnen eventuell das Device /dev/parport0 zum Zugriff auf den Parallelport. Alternativ können Sie als Root auch über den I/O-Port des Parallelports (0x378, 0x278 oder 0x3bc) auf diesen zugreifen. Das ist aber aus Sicherheitsgründen nicht zu empfehlen.
Während Sie an ihrer Wunschkonfiguration feilen, empfiehlt es sich, LCD4Linux nicht als Daemon zu starten, sondern als Programm im Vordergrund (Option: -F) laufen zu lassen. Mit der Option -vvv veranlassen Sie LCD4Linux, viele Informationen auszugeben, was vor allem bei der Fehlersuche hilft. Soll LCD4Linux eine andere Konfiguration als /etc/lcd4linux.conf verwenden, teilen Sie das dem Programm mit der Option -f Datei
mit.
Sobald Hard- und Software funktionieren, ist es an der Zeit, dem Display ein optisch etwas ansprechenderes Äußeres zu spendieren. Die einfachste Variante: Sie versehen mit einem passenden Werkzeug die 5,25-Zoll-Blende eines PC-Erweiterungsschachts mit einem passenden Ausschnitt und fixieren das Display mit Heißkleber darin. Eine andere Möglichkeit wäre ein externes Gehäuse – hier sind der eigenen Fantasie keine Grenzen gesetzt.



