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Ein ungleiches Paar

Wie kompatibel sind Windows Vista und Linux?

Dateisysteme

Auch Vista nutzt das schon in Windows XP eingesetzte Dateisystem NTFS 3.1, jetzt jedoch exklusiv. Das heißt, Vista lässt sich nicht mehr wie Windows XP auf eine FAT-Partition installieren, sondern setzt zwingend NTFS voraus. Die Installation von Vista erfordert eine mindestens 10 GByte große Partition, wovon das Betriebssystem nach der Installation knapp 9 GByte belegt.

Microsofts Strategie, den Anwender nicht mit technischen Details zu überfordern, treibt zuweilen bizarre Blüten, wie der Partitionierungsmanager (Abbildung 2) des Vista-Setups zeigt. Dieser gibt weder Auskunft über das auf den Partitionen enthaltene Dateisystem, noch ermöglicht er dem Anwender, ein anderes als das voreingestellte Dateisystem NTFS zu verwenden. Speziell beim Einrichten parallel zu einem Linux-System gilt es deshalb, genau darauf zu achten, in welche Partition Sie Vista installieren, um nicht versehentlich Linux zu überschreiben.

Abbildung 2: Der Partitionierungsmanager des Vista-Setups zeigt weder die Dateisysteme an, noch bietet er alternativen zu NTFS.

Das nachträgliche Verändern des Dateisystems mit Programmen wie Partition Magic führt zu keinerlei unangenehmen Nebenwirkungen. Das spielt besonders dann eine Rolle, wenn Sie nachträglich beispielsweise zum Datenaustausch zwischen den Betriebssystemen eine FAT-Partition einrichten.

Das ursprünglich für Vista vorgesehene WinFS (Windows Future Storage) stellt im eigentlichen Sinne kein Dateisystem dar, sondern eine datenbankähnliche Indizierungsschicht, die über diesem liegt. Zur Hauptaufgabe von WinFS gehört die Überkreuz-Indizierung der Dateien, um die Suche schneller zu gestalten.

Tipp: Schnelle Suche unter Windows

Das unter Linux gebräuchliche locate gibt es auch für Windows [3], erweitert um eine praktische grafische Oberfläche (Abbildung 3). Es indiziert in regelmäßigen Abständen die Dateien und hält die Ergebnisse in einer Datenbank vor. Zur Zeit ist dieses Suchprogramm die derzeit mit Abstand schnellste Möglichkeit, unter Windows Dateien nach ihrem Namen zu finden.

Abbildung 3: Das Programm Locate für Windows indiziert auch große Datenbestände in Windeseile, und liefert Suchergebnisse in Sekunden.

Der Zugriff von Linux auf das NTFS-Dateisystem von Vista funktioniert problemlos. Auch das von Microsoft angekündigt Update von Vista auf WinFS wird voraussichtlich nichts daran ändern, da sich am eigentlichen Dateisystem nichts ändert.

Nützliche Programme

Problemlos installieren Sie auch das Programm Ext2ifs [4], das den Zugriff von Windows auf die Linux-Dateisysteme Ext2 und Ext3 ermöglicht. Zwar erkennt die Installationsroutine das "falsche" Betriebssystem und verweigert zunächst den Start, jedoch schaltet sich sofort der Programmkompatibilitätsassistent (Abbildung 4) von Vista zu, der die Inkompatibilität bemerkt und eine reibungslose Installation ermöglicht.

Abbildung 4: Vistas Kompatibilitätsassistent erlaubt es, auch Programme auszuführen, die für ältere Windows-Versionen vorgesehen sind.

Diese Applikation ermöglicht nach dem manuellen Start jedem Programm, die notwendigen Betriebssystemvoraussetzungen zu schaffen, um zu funktionieren. Ein Dienst überwacht Programmaufrufe und starte bei potentiellen Inkompatibilitäten automatisch den Kompatibilitätsassistenten. Im Test ließen sich alle Anwendungen, die ursprünglich für ältere Windows-Versionen gedacht sind, problemlos starten.

Sowohl virtuelle Umgebungen wie Cygwin als auch die nativen Windows-Portierungen der Gnuutils liefen ohne Einschränkungen. Ähnlich verhält es sich mit dem Fernwartungsprogramm Tight-VNC. Da das neue Schutzprogramm Windows-Defender das Fernwartungstool zu Recht als potentielles Risiko einstuft, gilt es, dieses erst einmal zum Betrieb zu legitimieren.

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Thomas Leichtenstern

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LinuxUser 06/2012

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