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Wer hat Angst vor ODT?

Open Document Format im Praxistest

Unter Druck

Drucktechnisch sieht die Sache schon freundlicher aus, WYSIWYG heißt hier die Devise: Was Sie sehen, bekommen Sie auch im Druck. Allerdings sehen die kleinen Abstände zwischen den Zellen der Tabelle auf dem Bildschirm etwas anders aus als beim fertigen Ausdruck.

Öffnen Sie das in KWord als ODT abgespeicherte Dokumente nun wieder in OpenOffice, offenbart sich auch hier ein neues Layout: Das ganze Dokument umfasst nun drei Seiten, von denen die erste leer bleibt. Bild und Kasten mit der Überschrift fehlen komplett, auf der zweiten Seite hält der Fließtext tapfer die Stellung – diesmal sogar mit der Fußnote 1 statt 0 – und auf der dritten Seite gibt es den ehemaligen Spaltentext noch immer ohne Spalten. Dafür expandieren die Tabellen über die komplette Seitenbreite.

Writely

Bleibt noch der Online-Kandidat Writely: Kommt er besser mit ODT zurecht? Nicht wirklich, aber Writely bleibt auch nicht hinter der Konkurrenz zurück. Eine Schwierigkeit im direkten Vergleich ergibt sich aber: Die Software stellt das Referenzdokument nicht im A4-Rahmen dar, sondern verteilt den Inhalt über die gesamte Breite des Bildschirms (Abbildung 5). Beim Drucken packt Writely indes den kompletten Inhalt auf eine Druckseite.

Abbildung 5: Writely steht nicht schlechter da als die Offline-Kollegen, zeigt allerdings die Elemente eher als HTML-Seite denn als Textdokument an.

Die Kopfzeile bekommt Writely richtig hin, setzt allerdings auf Schriftgröße 10 statt 9. Den Kasten stellt die Software zu schmal dar und malt lediglich den Raum hinter den Buchstaben grau an: Der Resthintergrund bleibt weiß. Als Ersatz für das nicht unterstützte Vera Bitstream Serif wählt Writely Times New Roman, verteilt dann aber neue Schriftgrößen. Die Überschrift schreibt es in Größe 36, dem Fließtext, der am Fuß des Kastens beginnt, weist es die Größe 10 zu. Die fett gedruckten Wörter und Fußnoten passen. Der Zeilenabstand stimmt, lässt sich aber nicht verändern. Auch die Trennlinie ist da, doch anstelle des Fließtextes umläuft der Spaltentext das Bild, besser gesagt, der ehemalige Spaltentext: Die Spalten fehlen komplett. Der Text schlängelt sich rechts am Bild vorbei – seitenverkehrt zum Original.

Schriftart und -ausrichtung stimmen, auch die inversen Wörter passen noch. Die Tabellen und ihre Inhalte zeigt Writely wie geplant, es hängt sie an den Fließtext und verwendet die richtigen Hintergrundfarben – allerdings erstrecken sie sich über die gesamte Seitenbreite. Fehlen bloß noch die Fußnoten: Für diese nutzt jedes Programm seinen eigenen Stil. Writely zeichnet sie blau und unterstrichen im klassischen HTML-Stil. Wie im Original beschließt die Seitenzahl in der Fußzeile das Dokument.

Speichern Sie das Dokument nun mit Writely im ODT-Format und öffnen es erneut in OpenOffice: Hurra, plötzlich kehren die Spalten zurück und die Tabelle positioniert sich wie im Original in der ganz rechten Spalte (Abbildung 6). Da der Spaltentext allerdings nur noch einzeilig läuft, füllt er nicht die gesamte Seite aus, zudem fehlt der Abstand zwischen den beiden Tabellen.

Abbildung 6: Öffnet man das als Writely-ODT gespeicherte Dokument wieder in OpenOffice kehren auf wundersame Weise die Spalten zurück.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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LinuxUser 06/2012

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