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Alternativen zu Openoffice

Gnome Office

Auch Gnome Office stellt (wie Softmaker Office) im eigentlichen Sinn keine Bürosuite dar: Es beschränkt sich auf die Textverarbeitung Abiword und die Tabellenkalkulation Gnumeric (Abbildung 8). Man könnte allerdings auch die bekannte Bildbearbeitungssoftware Gimp und die Finanzverwaltung Gnucash mit dazu zählen, welche allerdings eine andere Benutzerführung verwenden und separat entwickelt werden.

Abbildung 8: Gnome Office besteht lediglich aus den beiden Einzelapplikationen Abiword und Gnumeric.

Abiword und Gnumeric richten Sie am besten direkt über die entsprechenden Repositories ihrer Distribution ein. Haben sie bei der Installation ihres Systems die grafische Umgebung Gnome gewählt, finden beide Programme sich meist ohnehin bereits auf der Festplatte. Bei dieser Installationsform gibt es keine Probleme mit der Integration: Die Programmsymbole erscheinen in den dafür vorgesehenen Menüs und auch das Kontextmenü erweitert sich um die Option, entsprechende Dateien nun direkt zu öffnen.

Die Funktionen von Abiword entsprechen im Wesentlichen den Erwartungen an ein einfaches Textverarbeitungsprogramm. So stellt das Aufbauen eines Inhaltsverzeichnisses, sowie das Hinzufügen von Fußnoten, Kopfzeilen und Fußzeilen ebenso wenig ein Problem dar wie das Einfügen verschiedenster Formatierungen. Dies genügt, um gelegentlich Texte zu verfassen oder Briefe zu schreiben. Zahlreiche Vorlagen für Anschreiben, Faxe und andere Dokumente unterstützen den Anwender bei der Arbeit.

Erweiterte Funktionen für einen produktiven Büroalltag fehlt ebenso wie eine brauchbare Serienbrieffunktion. Man kann zwar Feldbefehle für einen Serienbrief in ein Dokument einfügen und durch Anwahl von WerkzeugeSerienbrief die Daten beispielsweise aus einer CSV-Datei importieren. Allerdings lassen sich die Felder nicht sauber positionieren. Abiword bietet zwar die Möglichkeit, Änderungen am Text farbig darzustellen, andere Teamworkfähigkeiten kennt es aber nicht.

Auffällig sind die zahlreichen Importfilter der Applikation (Abbildung 9). Von allen getesteten Büroprogrammen behauptet Abiword mit Abstand die meisten Formate lesen zu können. In der Praxis bewahrheitet sich dies leider nicht. Beim Import von Openoffice-Dokumenten verschwanden im Test gleich ganze Tabellen, ähnliche Probleme gab es auch beim Im- und Export anderer Formate. Als nützlich sind die unter Werkzeuge befindlichen Verknüpfungswerkzeuge zu Onlineabfragen markierter Texte (Wikipedia, Google) oder auch dem direkten öffnen von Bildmaterial in Gimp zu bezeichnen.

Abbildung 9: Viele der angebotenen Im- und Export-Möglichkeiten versagen leider ihren Dienst unter Abiword.

Ein wesentlich besseres Bild gibt die Tabellenkalkulation Gnumeric ab. Ihre über 300 integrierten Formeln decken die Anforderungen der meisten Anwender gut ab. Grafiken lassen sich per Drag & Drop nicht nur in Abiword, sondern auch in Openoffice einfügen. Die vielseitige Diagrammfunktion bietet zahlreiche Darstellungsformen an.

Gnome Office – Fazit

Die zwei Einzelprogramme Abiword und Gnumeric hinterlassen gemischte Gefühle beim Anwender. Gelegenheitstippern genügt der Funktionsumfang von Abiword, für anspruchsvollere Aufgaben sollte man aber doch lieber eine andere Software wählen. Im professionellen Bereich findet die Anwendung sicher keinen Einsatz.

Gnumeric bietet zwar vergleichsweise mehr an Funktionalität, steht aber dadurch als Einzelanwendung allein auf weiter Flur. Eine Präsentationssoftware fehlt gänzlich. Die unter [7] erwähnte Datenbankfunktion erschließt sich dem normalen Anwender leider nicht.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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LinuxUser 06/2012

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