Softmaker Office 2004

Die kommerzielle Bürosoftware der Nürnberger Firma Softmaker ist unter Linux noch nicht zu einem Office-Paket im eigentlichen Sinne angewachsen: Im Gegensatz zur Windows-Version fehlt dem rund 70 Euro teuren Linux-Paket die einfach zu bedienende Datenbankanwendung, sodass es lediglich eine Tabellenkalkulation (Planmaker) und eine Textverarbeitung (Textmaker) beinhaltet (Abbildung 4). Ein Präsentation- oder Grafikprogramm gibt es bei Softmaker nicht.

Abbildung 4: Softmaker Office 2004 besteht aus nur zwei Programmen, die auch noch in der Version 2002 vorliegen.

Um sich selbst einen Eindruck von der Software zu verschaffen, können Sie die 30-Tage-Demoversion [4] bei Softmaker herunterladen. Die beiden 16 und 17 MByte großen Programmpakete enthalten die Einzelversionen von Textmaker 2002 und Planmaker 2002, die zusammen Softmaker Office 2004 für Linux ergeben. Eine neuere Version, Softmaker Office 2006 für Linux, befindet sich noch in der Entwicklung, hat aber bislang noch nicht die Beta-Phase erreicht.

Speichern Sie die beiden TGZ-Archive in eingepackte Datei von Textmaker in das für die Installation gewünschte Basisverzeichnis, beispielsweise nach /opt, /usr/local oder Ihren Home-Ordner, und entpacken Sie sie dort. Nun können sie Textmaker starten, in dem sie in das Unterverzeichnis textmakertrial wechseln und ./tml eingeben. Die Tabellenkalkulation Planmaker landet im Unterordner planmakertrial und lässt sich mit ./planmaker aufrufen. Auch die beiden Programme von Softmaker fügen sich nicht in KDE ein, sodass Sie wie bei Applixware die Anpassungen per Hand vornehmen müssen.

Dafür bietet die Textverarbeitung eine Fülle von Funktionen. Selbst eine komplexe Diplomarbeit samt Gliederung, Formatierungen und Fußnoten stellt die Software vor keinerlei Probleme. Dabei liegen sämtliche Funktionen intuitiv in den vermuteten Menüs, die sich im Wesentlichen am Vorbild aus Redmond orientieren.

Ein Export des Dokuments ins PDF-Format ist leider ebenso wenig möglich, wie ein optimales Zusammenarbeiten mehrerer Mitarbeiter an einem Projekt. Die Software hält dafür weder eine Kommentarfunktion bereit, noch bietet sie sonstige Möglichkeiten, wie etwa das farbliches Absetzen überarbeiteter Stellen.

Dafür versendet die Textverarbeitung über das Menü Datei | Versenden das aktuelle Dokument auch per E-Mail. Textmaker schlägt in der Voreinstellung den Versand via Sendmail vor. Wer die Befehlszeile zum Ansprechen seines E-Mail-Programms kennt, gibt diese im Feld Dienst ein. @L Über eine Datenbankeinbindung ermöglicht Textmaker auch das Erstellen von Serienbriefen. Leider lässt diese Funktion einen gelungenen Assistenten vermissen, sodass der Anwender sich selbst über das Einfügen der entsprechenden Feldbefehle einen solchen Serienbrief zusammenklicken muss. Eine benutzbare Beispieldatenbank zur Eingabe von Adressen liegt im dBase-Format vor.

Das Programm arbeitet, wie vom Hersteller versprochen, sehr flott und startet angenehm schnell, was jedoch nicht für die Rechtschreibprüfung gilt. Sie verhält sich insbesondere beim Suchen der Wortalternativen recht träge. Dafür arbeitet der Kontrollmechanismus aber auch im Hintergrund und unterstreicht Wörter in alter deutscher Rechtschreibung blau, Fehler markiert er rot. Neben der Rechtschreibprüfung beinhaltet Textmaker auch einen Thesaurus.

Internetadressen verknüpfen sie bei Textmaker wie bei Applixware über einen Extradialog. Den erstellten Link markiert das Programm lediglich in Blau, kann ihm aber nicht folgen. Verknüpfungen innerhalb von Textmaker-Dateien und deren Textmarken funktionieren aber einwandfrei.

Die Tabellenkalkulation Planmaker verfügt laut Hersteller über mehr als 320 Rechenfunktionen, die für den normalen Büroalltag ausreichen dürften. Hier findet sich auch die in Textmaker vermisste Kommentarfunktion. Auch in Planmaker sind alle Funktionen wohl geordnet. Zwar nicht per Drag & Drop, aber über Kopieren und Einfügen lassen sich Elemente des jeweiligen Dokuments recht problemlos in das Schwesterprogramm einfügen.

Word- und Excel-Dokumente lesen beide Softmaker-Programme in den meisten Fällen richtig ein. Komplex gegliederte, lange Texte brechen allerdings etwas anders um. Die offenen Formate des Openoffice-Projektes kennt die Software nicht.

Als Handbuch liefert Softmaker eine 1,5 MByte große PDF-Datei mit, die bei allen gängigen Problemen als Hilfestellung ausreicht.

Softmaker: Fazit

Um aus den Produkten der Firma Softmaker eine Bürosuite zu machen, fehlen das Präsentationsprogramm sowie eine Möglichkeit, grafische Elemente zu erstellen. Letzteres beschränkt sich auf einen Menüpunkt zum Zeichnen von Linien, Rechtecken und Ellipsen.

Der Einsatz in einer produktiven Büroumgebung dürfte daher meist an der Notwenigkeit scheitern, für viele Funktionen externe Anwendungen bemühen zu müssen, die in Softmaker Office fehlen. Privatanwender ohne künstlerische Ambitionen erhalten mit Textmaker und Planmaker eine flink arbeitende und sehr übersichtliche Alternative zu Openoffice, die alle wichtigen Funktionen und noch einiges mehr für eine solide Textverarbeitung und Tabellenkalkulation mitbringt.

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