Siag Office 3.6.0

Noch sparsamer als Applixware geht mit den Systemressourcen nur Siag Office um. Dadurch eignet sich das Büropaket auch für den Einsatz auf sehr alten Rechner mit Prozessoren der 386er-Klasse.

Auf der Homepage der Suite [2] finden sie neben dem eigentlichen Programmpaket siag-3.6.0.tar.gz [3] auch die Libraries neXtaw und Mowitz, die sie ebenfalls herunterladen müssen. Die Bibliotheken installieren Sie nach dem Entpacken der Archive mittels tar xfz Paketname als Root über den einfachen Dreisatz ./configure && make && make install.

Zur Einrichtung des Büropakets selbst benötigen sie das Paket netpbm oder libnetpbm, das allen gängigen Distributionen beiliegt und meist bereits installiert ist. Auch Siag Office installieren Sie nach dem Entpacken des Archivs über den Dreisatz. Vorher müssen Sie allerdings in der Datei ~/siag-3.6.0/xegon/xegon.h die Zeile 26 auskommentiert, so dass sie folgendermaßen aussieht:

/* extern AppData app_data; */

Anderenfalls bricht make beim Durchlauf die Ausführung ab.

Haben Sie die Hürden der Übersetzung gemeistert, sitzen Sie vor einem in allen Belangen enttäuschenden und hoffnungslos veralteten Office-Paket (Abbildung 2). Es beinhaltet neben der namengebenden Tabellenkalkulation Siag (siag) auch noch die Textverarbeitung Pathetique Writer (pw), ein Animations- und Präsentationstool (egon), einen Postscript-Betrachter (gvu), einen Dateimanager (xfiler), sowie einen Texteditor (xedplus).

Abbildung 2: Siag Office lohnt kaum die Mühen der Installation.

Das Animationstool Egon verweigerte im Test gänzlich seinen Dienst, der Aufruf brach mit einem Speicherzugriffsfehler ab. Die restlichen Bürosuite-Bestandteile motivieren nicht dazu, sich auf die Fehlersuche zu begeben: Pathetique Writer beherrscht nur die rudimentärsten Funktionen zum Formatieren einfacher Texte. Es kann zwar einen Taschenrechner aufrufen und das aktuelle Ausgabebild des Tools Xclock auf Mausklick einfügen, eine simple Tabelle in das Dokument einzubauen, ist aber nicht möglich.

Der Versuch, ein Microsoft-Word-Dokument mit zahlreichen Cliparts zu öffnen, scheiterte daran, dass Pathetique Writer statt des Bildes den Dateinamen anzeigt, die Cliparts selbst aber als Bilddateien mit den Namen dateiname.xx im Home-Ordner ablegt.

Auch die Tabellenkalkulation Siag ist gewöhnungsbedürftig. So kann man nicht mit [Tab] von Zelle zu Zelle springen und muss die Eingabe in eine Zelle stets mit [Eingabe] quittieren, um zur nächsten zu gelangen. Generell reicht der Funktionsumfang für vernünftiges Arbeit nicht aus.

Der Dateimanager Xfiler kämpft mit Grafikfehlern (Abbildung 3) und reagiert auf Mauseingaben nur mit der Auswahl einer Datei oder eines Ordners. Ein Öffnen verweigert er auch auf Doppelklick, dies gelingt nur über die Tastatur mit [Eingabe].

Abbildung 3: Zahlreiche Darstellungsfehler und krude Bedienung machen die Arbeit mit Xfiler zur Qual.

Siag Office: Fazit

Mit dem Büropaket Siag Office wird kaum ein Anwender glücklich werden. Die zahlreichen Fehler und die viel zu komplizierte Installation lassen den Anwender schnell Abstand von der Software nehmen.

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