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Richtig fensterln

Screen

Aus dem Fenster gelehnt

Mit ein paar Handgriffen machen Sie Screen bereit für den Einsatz als Lernsoftware. Dazu passen Sie zunächst als Administrator die Zugriffsrechte für das Programm an. Anschließend startet ein Benutzer Screen und gibt diesen gezielt für andere User frei. Setzen Sie zunächst als Systemverwalter das s-Bit für das Screen-Binary:

sudo chmod +s /usr/bin/screen

Anschließend setzen Sie die Rechte für das Verzeichnis /var/run/screen neu und entziehen der Gruppe das Schreibrecht:

chmod g-w /var/run/screen

Der Benutzer, der sein Fenster nun für andere Besucher öffnen möchte, startet Screen und tippt [Strg]+[A],[Umschalt]+[.] (":"). Am Prompt aktiviert er nun den Multiusermodus und gibt einen oder mehrere Benutzernamen der willkommenen Gäste ein:

: multiuser on
: addacl petrosilie

Sollen gleich mehrere Einladungen zum Fensterln verschickt werden, darf man mehrere Benutzernamen (durch Kommas voneinander getrennt) eingeben.

Um den Gastgeber zu besuchen, startet ein zweiter Benutzer den Screen zusammen mit der Option -x und dem Namen des Gastgebers sowie der Prozessnummer des Screens: screen -x petronella/4552.

Der richtige Fensterrahmen

Sämtliche Einstellungen zum Programm nehmen Sie in der Datei ~/.screenrc im eigenen Home-Verzeichnis vor, die Sie mit einem Texteditor bearbeiten und anpassen. Standardmäßig ist diese Datei nicht vorhanden, so dass Sie diese erst neu anlegen müssen. Bei den meisten Distributionen befindet sich unter /etc/screenrc die systemweite Einrichtungsdatei, welche auch zahlreiche Kommentare und Beispiele auf Englisch enthält. Um diese Datei als Vorlage zu verwenden, kopieren Sie sie mit nur einem Aufruf ins eigene Zuhause:

cp /etc/screenc ~/.screenrc

In Listing 2 finden Sie eine beispielhafte Screen-Konfigurationsdatei mit deutschen Kommentaren.

Listing 2

# /etc/screenc ~/.screenrc
# ————————
# Abschalten des Splash-Screens bei Programmstart:
startup_message off
# Setzen des Puffers, z. B. auf 1000 Zeilen:
defscrollback 1000
# Blendet immer eine bunte Statuszeile mit Namen der
# Sitzungen, Datum, Uhrzeit usw. ein:
caption always "%{rw} * %H * | $LOGNAME | %{bw}%c %D | %{-}%-Lw%{rw}%50>%{rW}%n%f* %t %{-}%+Lw%<"
# [Strg]+[F] startet ein neues virtuelles Terminal
# mit Namen "MAIL" und baut automatisch eine
# SSH-Verbindung zu "anderer.rechner.de" auf:
bindkey ^f screen -t MAIL ssh anderer.rechner.de

Glossar

s-Bit

Außer Lesen, Schreiben und Ausführen kennt Linux ein paar Spezialrechte. Das so genannte Setuid-/Setgid-Bit ersetzt für ausführbare Dateien für den Eigentümer oder die Gruppe das einfache Ausführrecht (x). Anschließend läuft das Programm immer mit den Rechten des Dateieigentümers oder der Gruppe – egal, wer es ausführt.

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LinuxUser 06/2012

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