Starke Strömung
Live Streaming mit Flumotion
Ready for Take-off
Nun setzen Sie die Streaming-Maschinerie in Gang. Dazu rufen Sie zuerst den Manager auf:
sudo flumotion-manager -d 3 --certificate=/home/Benutzername /flumotion-0.2.1/conf/default.pem /home/Benutzername /flumotion-0.2.1/conf/managers/default/planet.xml
Nach Eingabe Ihres Benutzerpassworts startet Flumotion den Manager. Dass der Aufruf so lang ausfällt, resultiert daraus, dass Sie zunächst auf ein SSL-Zertifikat mit dem Namen default.pem verweisen, anschließend auf die Konfigurationsdatei planet.xml.
TIPP
Das Zertifikat dient als Dummy und ist Teil des Flumotion-Quellcodes: Um die Streaming Software sicher einzusetzen, benötigen Sie ein echtes SSL-Zertifikat. Alternativ verwenden Sie Flumotion ohne SSL – dann kann allerdings jemand die Daten mitlesen. Ändern Sie auch Benutzernamen und Passwort.
Der Aufruf des Flumotion-Managers erzeugt zugleich auch einen Ordner .flumotion im Home-Verzeichnis, der einen Zugriff nur mit Root-Rechten gestattet. Das ändern Sie, indem Sie mit
sudo chown -R Benutzername :Benutzername /home/Benutzername /.flumotion
den Zugriff auf das Verzeichnis und seine Dateien auch gewöhnlichen Benutzern einräumen. Anschließend starten Sie den Worker:
sudo flumotion-worker -d 3 -u Benutzername -p Passwort
Aufgrund der Option -d 3 gibt der Worker einige Statusinformationen aus. Mit den Parametern -u und -p übergeben Sie beim Login den Benutzernamen und das Passwort, das Sie mit Htpasswd erzeugt haben. Die Ausgabe Logged in to manager bestätigt eine erfolgreiche Anmeldung des Arbeiters.
Als normaler Nutzer geben Sie schließlich flumotion-admin -d 3 ein und starten damit ein GUI, mit dessen Hilfe Sie Worker und Manager konfigurieren. Über Forward erreichen Sie jeweils den nächsten Punkt. Wählen Sie zuerst Connect to a running manager und geben Sie das vorhin erstellte Login und Passwort ein.
Zaubertricks
Im Dialogfeld Source nutzen Sie als Video- und Audioquellen Test Video Source sowie Test Audio Source. Flumotion überträgt dann ein einfaches Testbild sowie einen 440-Hz-Ton. Später wählen Sie hier dann ein angeschlossenes Gerät aus, etwa eine Kamera.
Nach einem Klick auf Forward legen Sie Seitenverhältnis, Framerate, Format und Pattern für die Videoquelle fest, wobei es sich bei Pattern schlicht um ein Muster für das spätere Testbild handelt. Belassen Sie am besten alles bei den Vorgaben, auch die folgenden Einstellungen sollten Sie nicht ändern. Darüber bestimmen Sie, welche Qualität Testbild und Testton haben. Streamen Sie einen eigenen Film, passen Sie diese Werte natürlich an, um Bandbreite zu sparen oder das Bild in einem größeren oder kleineren Format auszuliefern.
Auch im Fenster HTTP Streamer lassen Sie die Voreinstellungen einfach stehen: Die Option Burst on connect sorgt dafür, dass Flumotion sich anfangs mehr Bandbreite nimmt, um den Puffer zu füllen. Nach Abschluss der Konfiguration erscheint ein Fenster mit vielen Smileys (Abbildung 2). Sie symbolisieren den Zustand der einzelnen Worker, die sich nun nacheinander einloggen, was gelegentlich ein bis zwei Minuten dauert. Grinsen alle Smileys, funktioniert Flumotion. Will ein Smiley partout nicht lachen, zeigt eine Fehlermeldung, welches Problem ansteht. Meist fehlen Gstreamer-, Python- oder Twisted-Module: Überprüfen Sie also, ob bei Ihnen alle oben angegebenen Programme laufen.
Ein kleiner Test zum Abschluss: Rufen Sie auf dem selben Rechner Kaffeine auf, wählen Sie URL öffnen und geben Sie http://127.0.0.1:8800 ein. Kaffeine zeigt nach einer Weile des Pufferns das Testbild an (Abbildung 3). Wollen Sie stattdessen Ihre Webcam einbinden, geben Sie im Wizard-Fenster Source einfach Webcam an und im nächsten Dialogfenster zum Beispiel /dev/video0: Gewöhnlich erkennt Flumotion das Gerät von selbst. Schwierigkeiten treten auf, wenn die Gerätedateien zu restriktive Rechte voraussetzen.



