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Die Linux-Show

Aktionen vom Bildschirm aufzeichnen

Schrumpfen

Nun kann es vorkommen, dass die abgespielte Datei größer ausfällt als Ihr Browserfenster. In diesem Fall skalieren Sie die Größe des aufgenommenen Bildes, indem Sie den VNC-Server mit der Option -scale aufrufen: x11vnc -scale 0.5 --display :0 startet den VNC-Server mit einem halb so großen Bild – allerdings benötigt dieser Prozess auch mehr Rechenleistung.

Alternativ ändern Sie den Aufruf so, dass das Programm nur ein einzelnes Fenster aufzeichnet. Das übernimmt ein anderes Python-Programm, das sich aber im selben Verzeichnis wie vnc2swf.py befindet. Geben Sie dort ./recordwin.sh ohnesnd.swf ein, verwandelt sich der Cursor in ein kleines Kreuz, mit dem Sie auf das Fenster klicken, das Sie aufnehmen wollen – vorher rufen Sie jedoch erneut X11vnc auf. Wollen Sie die Aufnahme beenden, funktioniert das nur mittels [Strg]+[C], da recordwin.sh keine GUI mitbringt.

Tonspur

Um nun die Präsentation mit einem eigenen Kommentar zu versehen, spielen Sie eine SWF-Datei ab und nehmen parallel dazu Ihren Kommentar mit einem Mikrofon auf. Dafür installieren Sie die Programme Sox und Lame.

Schließen Sie ein Mikrofon an den Eingang Ihrer Soundkarte an und öffnen Sie den Mikrofon-Regler, indem Sie in KDE beispielsweise kmix eingeben, auf den Knopf Mixer klicken und unter Eingänge den Mikrofonregler hochziehen und das grüne und rote Lämpchen aktivieren. Der Befehl zur Aufnahme lautet:

rec -c 2 -r 44100 -t wav - |↩
 lame - aufnahme.mp3

Das Eingangssignal wird also zunächst in eine WAV-Datei und dann direkt über eine Pipe in ein MP3 verwandelt, das hier aufnahme.mp3 heißt. Vor Ihnen läuft also Ihr Filmchen ab, und Sie kommentieren zugleich die Show. Ist Ihnen das zu mühsam, nehmen Sie zuerst nur den Film auf und sprechen den Kommentar dann beim erneuten Abspielen.

Ein weiteres Python-Tool hilft schließlich dabei, Sounddatei und Film zu koppeln. Es heißt edit.py (Abbildung 3), Sie finden es ebenfalls im Verzeichnis, indem sich vnc2swf.py befindet. Um die Musikspur mit der SWF-Datei zu verknüpfen, genügt der Befehl:

./edit.py -o mitsnd.swf -a↩
 aufnahme.mp3 ohnesnd.swf

Abbildung 3: Über die Kommandozeile und den Befehl "edit.py" hängen Sie Ihre Audio-Aufnahme an den aufgezeichneten Desktop-Mitschnitt.

Es entsteht eine neue Datei namens mitsnd.swf, in der Bild und Ton zusammenfinden. Bei nachvertonten Filmen tritt das Problem auf, dass der Ton etwas später einsetzt als das Bild: Was auf dem Bildschirm geschieht, beschreiben Sie ja notgedrungen erst dann, wenn Sie es gesehen haben – also zeitverzögert. Um Bild und Ton in diesem Fall wieder synchron zu bekommen, lassen Sie mit der Option -S beim Zusammenspielen einige Sekunden am Anfang der Tonspur aus. So schneidet der Befehl

./edit.py -S 5.0s -o mitsnd.swf↩
 -a aufnahme.mp3 ohnesnd.swf

die ersten fünf Sekunden des Soundtracks beim Zusammenführen mit der Filmspur weg.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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