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Zeichentrickfilme erstellen mit Moho

Knochenarbeit

Moho erspart Ihnen nicht nur das Zeichnen der Zwischenbilder, sondern hilft mit dem Skelett-Modell auch beim Animieren der einzelnen Figuren. So genannte Knochen ermöglichen es, die Figuren wie Marionetten zu bewegen. Die Vorteile des Skelett-Modells demonstriert ein kleines Beispiel, in dem die Figur "Frank" ein Skelett-Modell erhält.

Abbildung 4: Die Knochen-Ebene des Skelett-Modells verknüpfen Sie mit einer Grafik-Ebene.

Zunächst brauchen Sie "Frank". Dazu öffnen Sie über DateiNeu eine leere Zeichenfläche und importieren dann über DateiImportieren ein Moho-Objekt. Ihnen stehen unter Moho /Tutorials/1 - Basics/Tutorial Extras.moho zwei Objekte zur Verfügung, die zur selben Vorlage gehören: Ein Beach Ball und Frank. Sie wählen Frank aus, klicken auf Ok und fügen im Ebenen-Fenster mit einem Klick auf den gelben Notizzettel eine neue Ebene vom Typ Knochen hinzu. Links in der Zeitleiste erscheinen dann einige Knochen-Symbole.

Verknüpfen Sie Frank und die Knochen, indem Sie die "Frank"-Ebene per Drag-and-Drop auf die Knochen-Ebene ziehen (Abbildung 4). Moho rückt die Ebene nun unterhalb der Knochen-Ebene ein. Als nächstes klicken Sie auf die Knochen-Ebene und erstellen mit dem Werkzeug Knochen hinzufügen einen Hauptfaden, der von Franks Kopf bis zu seiner Leiste reicht. Fügen Sie auf diese Weise auch Knochen für Oberschenkel, Wade und Fuß des linken Beines hinzu.

Um das Skelett-Modell effektiv zu nutzen, müssen Sie die Knochen miteinander verknüpfen. Dies geschieht normalerweise automatisch, wobei neu erstellte Knochen hierarchisch unterhalb der älteren stehen – die älteren beeinflussen damit die jüngeren Knochen. Im Beispiel würde aber der Fuß des linken Beines auch den Oberschenkel des rechten Beines bewegen: Das soll nicht so sein, also bekommt das rechte Bein eigene Knochen spendiert – und zwar manuell.

Wählen Sie mit dem Werkzeug Knochen auswählen den Hauptfaden aus und zeichnen Sie über Knochen hinzufügen neue Knochen für den rechten Fuß. Da diese ebenfalls vom Hauptfaden abgehen, stehen sie mit denen des linken Fußes auf einer Ebene. Der Hauptfaden bewegt nun beide Beine. Über das Werkzeug Stärke des Knochen justieren Sie den Wirkungsgrad der einzelnen Knochen und verfeinern so die Bewegungen der Marionette.

Sie nutzen das Skelett-Modell schließlich über das Werkzeug Knochen manipulieren. Dazu aktivieren Sie einfach den Knochen, den Sie bewegen wollen, und setzen "Frank" per Mausklick in Bewegung (Abbildung 5). Wenn Sie seine Bewegungen nun in kleinen Schritten verändern und zugleich die rote Zeitlinie immer ein Frame weiter nach rechts verschieben, bringen Sie die Figur zum Tanzen.

Abbildung 5: Die Knochen ermöglichen eine einfache Animation von Frank: Der seltsame Zweifüßler kommt so schneller in Bewegung.

Export

Wollen Sie, dass auch der Rest der Welt Ihr Kunstwerk sieht, stellen Sie es im Internet aus. Für den Export der Animation bietet sich das von Macromedia Flash genutzte SWF-Format an. Es ist im Internet weit verbreitet und behält die Vektorinformationen bei, weshalb die Qualität des Bildes nicht von der Auflösung abhängt. Öffnen Sie über DateiExport Animation den Export-Dialog und wählen Sie Flash (SWF) als Produktionsformat (Abbildung 6).

Abbildung 6: Mit dem Export-Dialog legen Sie die Länge der Animation, die Ausgabequalität und das Format fest.

Auf Wunsch speichert Moho auch die Einzelbilder kompletter Animationen im PNG- oder JPG-Format. Die verwandeln Sie dann mit dem Open-Source-Programm Mencoder wie unter [3] beschrieben in Videos. Weitaus bequemer haben es die Nutzer der Windows-Variante von Moho: Sie erlaubt es von Hause aus, die Animationen in die Containerformate AVI und Quicktime zu konvertieren.

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LinuxUser 06/2012

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