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Appetitliche Shell

Tricks für die Bash

Ein Alias für alle Fälle

Ein praktisches Feature ist das Builtin Alias: Mit diesem definieren Sie häufig verwendete Befehle samt aller ihrer Optionen und machen sie so unter einem kürzeren, vielleicht besser zu merkenden Namen verfügbar. Die meisten Distributionen definieren standardmäßig einige dieser Abkürzungen – welche Alias-Definitionen Ihre Bash kennt, erfahren Sie, wenn Sie am Prompt den gleichlautenden Befehl eingeben:

$ alias
alias ls='ls --color=auto'

Um ein Alias für die aktuelle Shell-Sitzung zu definieren, geben Sie den Befehl alias, den Namen für das neue Kürzel, ein Gleichheitszeichen und den Befehl (in Anführungszeichen) ein, beispielsweise:

alias ll='ls -l'

Mit dem Kommando unalias werden Sie die Abkürzung wieder los. So löscht unalias ll das vorher definierte Alias wieder.

Soll ein solches Alias dauerhaft werden, tragen Sie Definition einfach in die Datei ~/.bashrc ein und lesen diese neu ein.

Alles variabel

Mit den schon erwähnten Umgebungsvariablen erweitern Sie den Funktionsumfang der Shell und legen das Verhalten anderer Programme fest. Standardmäßig bringt das System bereits einige dieser Variablen mit; wie im Beispiel von HISTSIZE (Abschnitt "Ein gutes Gedächtnis") gezeigt, zeigen Sie den Wert einer solchen Variable mit dem Kommando echo an. Der Variable selbst stellen Sie ein Dollarzeichen voran:

echo $HISTSIZE

Wer sich für die vollständige Liste aller Bash-Umgebungsvariablen interessiert, erhält diese durch Eingabe von env ebenfalls auf der Kommandozeile (Abbildung 1).

Abbildung 1: Ganz schön variabel – über "env" zeigen Sie eine vollständige Liste aller gesetzten Bash-Umgebungsvariablen an.

Mit dem Befehl export setzen Sie eine Variable neu. Um beispielsweise ein Programm ein einziges Mal in einer anderen Sprache zu starten, setzen Sie temporär die Variable LANG und geben dahinter – durch ein Semikolon abgetrennt – den ausführbaren Programmnamen an. Das Kommando

LANG=C; firefox

startet den beliebten Browser beispielsweise in englischer Sprache. Ebenso können Sie mit dem Kommando unset eine bereits gesetzte Variable für die aktuelle Shell deaktivieren, beispielsweise:

unset LS_COLORS

Um eine Variable dauerhaft zu setzen, tragen Sie den schon gezeigten export-Aufruf in die Datei ~/.bashrc ein. Abbildung 2 zeigt eine kommentierte Bash-Einrichtungsdatei mit verschiedenen Beispielen für praktische Variablen.

Abbildung 2: Das Verhalten der Bash und vieler anderer Programme regeln Sie durch entsprechende Umgebungsvariablen.

Glossar

Builtin

Bei Builtins handelt es sich nicht um eigenständige Binärprogramme, sondern um eingebaute Befehle, die die Shell mitliefert. Builtins haben keine eigene Manpage, sondern ihre Dokumentation ist in der Regel Teil der Bash-Dokumentation (man bash).

Infos

[1] Bash Prompt HOWTO: http://www.tldp.org/HOWTO/Bash-Prompt-HOWTO/

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