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LVM – Logical Volume Management

Fedora Core 5

Der Red-Hat-Spross Fedora Core 5 setzt beim automatischen Partitionieren der Festplatte durch Disk Druid während der Installation voll auf LVM2. Nach dem Einrichten findet sich auf dem Testsystem eine kleine Ext3-Partition mit rund 100 MByte für die Daten unterhalb von /boot. Für diesen Bereich empfiehlt sich immer eine normale Partition, da es sonst beim Systemstart zu Problemen kommt.

Den Rest der Daten packt das Fedora-Setup in eine LVM2-Partition namens VolGroup00, die sich in zwei LVs aufteilen – eine für das Root-Dateisystem mit Ext3 sowie die Swap-Partition. Beim manuellen Partitionieren mit Disk Druid dürfen Sie frei über die Aufteilung entscheiden.

Legen Sie während der Neuinstallation keine LVM-Partition an, erstellen Sie alternativ über das Kommandozeilen-Tool Fdisk eine Partition vom Typ 0x8e in der gewünschten Größe. Jetzt kommt das inzwischen schon recht ausgereifte grafische Tool system-config-lvm zum Einsatz, das Sie unter SystemAdministrationLogische Datenträgerverwaltung (LVM) finden.

Es initialisiert die neu angelegten LVM Partitionen und zeigt die neu erzeugten PVs als rote Balken an. Mit dem Schalter Neue Datengruppe erstellen fügen Sie diese dann zur Volume Group tim zusammen. Anschließend erzeugen Sie nach einem Klick auf den Button Neue logische Datenträger erzeugen die LVs mp3 und doc, wobei Sie die Fragen zur Größe, dem Filesystem und dem Mount-Punkt zu beantworten haben. Die erzeugten Volumes zeigt das Tool dann als blaue Balken an (Abbildung 8).

Abbildung 8: Das Fedora-Tool system-config-lvm zur LVM-Konfiguration.

Insgesamt macht das LVM-Werkzeug von Fedora einen stabilen Eindruck. Gegenüber der Vorgängerversion bietet es einige neue Funktionen wie das Erstellen von Snapshots.

LVM zu Fuß

Das LVM-Paket enthält eine ganze Reihe von Administrationswerkzeugen (siehe Tabelle "Wichtige LVM-Kommandos"), mit denen Sie die verschiedenen Schichten per Kommandozeile erzeugen und manipulieren. Die Tools für die einzelnen Schichten sind zum Teil in ihrer Funktion sehr ähnlich und unterscheiden sich durch die ersten zwei Buchstaben des Namens: pv steht für Physical Volume, vg für Volume Group und lv für Logical Volume.

Die drei Partitionen des Beispiels (hda6, hda7 und hdb1) müssen Sie vorab unter Zuhilfenahme eines entsprechenden Programms wie Fdisk mit dem Partitionstyp 0x8E versehen. Ein pvcreate Device-Datei (Beispiel: pvcreate /dev/hda6) erzeugt aus der Partition ein Physical Volume. Zur Kontrolle zeigt pvdisplay Device-Datei ) die Daten des neuen Block Devices an (Listing 1). Mit dem Befehl

vgcreate -s 32M tim /dev/hda6↩
 /dev/hda7 /dev/hdb1

entsteht aus den drei einzelnen Devices die Volume Group tim mit insgesamt 21 PEs von je 32 MByte Umfang.

Listing 1

pvdisplay /dev/hda6
 — Physical volume —
  PV Name               /dev/hda6
  VG Name               tim
  PV Size               224,00 MB / not usable 0
  Allocatable           yes (but full)
  PE Size (KByte)       32768
  Total PE              7
  Free PE               0
  Allocated PE          7
  PV UUID               ZojeYW-PXR1-iJuS-4n20-iH4J-0E6q-0ppplo

Jetzt folgen die beiden Logical Volumes, die Sie mit den Befehlen lvcreate -l 700 -n mp3 tim und lvcreate -l 200 -n doc tim erstellen. Die tatsächliche Größe der LVs ist immer etwas kleiner, da LVM nur ganze Logical Extents mit 32 MByte verwendet. Auch hier zeigt ein lvdisplay /dev/tim/mp3 die Früchte der Arbeit an (Listing 2).

Listing 2

— Logical volume —
  LV Name                /dev/tim/mp3
  VG Name                tim
  LV UUID                3YsKEl-69Wn-42l9-rm33-fclF-OUG1-k2a5tu
  LV Write Access        read/write
  LV Status              available
  # open                 1
  LV Size                576,00 MB
  Current LE             18
  Segments               3
  Allocation             inherit
  Read ahead sectors     0
  Block device           253:0

Nun fehlt noch der Eintrag in der /etc/fstab, damit das System die Devices beim Booten automatisch mountet (Listing 3). Die Boot-Skripte der drei besprochenen Distributionen brauchen Sie nicht anzupassen: Das System scannt automatisch nach LVM-Devices. Probeweise bindet der Eintrag beide LVs ein, um beim nächsten Neustart keine böse Überraschung zu erleben. Der Befehl df zeigt das Arbeitsergebnis (Listing 4).

Listing 3

/dev/tim/doc    /doc    ext3    acl,user_xattr  1 2
/dev/tim/mp3    /mp3    ext3    acl,user_xattr  1 2

Listing 4

Dateisystem          1K-Blöcke   Benutzt Verfügbar Ben% Eingehängt auf
/dev/hdc1             19840892   2942252  15874500  16% /
/dev/shm                257660         0    257660   0% /dev/shm
/dev/mapper/tim-mp3     580540     16852    534200   4% /mp3
/dev/mapper/tim-doc      95195      5664     84616   7% /doc
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