Dawicontrol DC-150 RAID

Der Zwei-Kanal-Controller DC-150 RAID von Dawicontrol kostet mit 50 Euro im Test am wenigsten. Insgesamt besitzt er drei SATA-Anschlüsse, von denen allerdings nur zwei gleichzeitig nutzbar sind – der dritte ist parallel zum ersten geschaltet und erlaubt, an Stelle einer internen Festplatte ein externes SATA-Laufwerk (eSATA) anzuschließen.

Die Hardware besitzt ein eigenes Controller-BIOS, über das Sie die angeschlossenen Festplatten als RAID-0 oder RAID-1 konfigurieren. Zudem erlaubt Ihnen der Controller, ein Backup der ersten Festplatte auf der zweiten zu speichern. Der Unterschied zu einem RAID-1 ist, dass der Controller beim Backup die zweite Festplatte im Betrieb nicht ständig aktualisiert, sondern lediglich einen Schnappschuss der Festplatte zum Zeitpunkt des Backups anfertigt.

Sollten Sie also nach dem Backup die erste Festplatte versehentlich löschen, könnten Sie die zweite Festplatte an den ersten SATA-Anschluss umstecken und mit dem Stand vor dem Löschen weiterarbeiten – bei einem RAID-1 hätten Sie die Daten beider Festplatten gelöscht.

Arbeit für den Treiber

Anstatt das Verwalten der Festplatten wie beim Escalade 8506 selbst zu übernehmen, überlässt der Controller-Chip Silicon Image Sil-3112 des DC-150 diese Arbeit dem Treiber – es handelt sich also um einen typischen Software-RAID-Controller, der sich in der Praxis kaum von einem einfachen SATA-Controller unterscheidet.

Nach dem Laden des Kernel-Moduls sata_sil melden sich die beiden angeschlossenen Festplatten als herkömmliche SCSI-Laufwerke beim System an. Theoretisch sollte das Hilfsprogramm Dmraid das RAID-System des Controllers erkennen und mit Hilfe des Device Mappers unter /dev/mapper einbinden – auf diese Weise würde das Software-RAID genauso bearbeitet, wie vom BIOS des Herstellers vorgesehen.

Dmraid erkannte die beiden Festplatten zwar korrekt als RAID-1, meldete jedoch einen Speicherfehler und Zugriffsfehler auf die Festplatten. Letztlich scheiterte so das Einbinden, und es blieb nur der Weg, ein klassisches Software-RAID mit Hilfe von Mdadm einzurichten. Dazu lösen Sie zunächst im BIOS den RAID-Verbund der beiden Festplatten auf und überlassen das Verwalten komplett dem Kernel:

mdadm --create /dev/md0 --level ↩
raid1 --raid-devices=2 /dev/sda1↩
/dev/sdb1

Alle weiteren Zugriffe erfolgen dann über /dev/md0, das Sie wie eine Festplattenpartition behandeln und formatieren. Ein Partitionieren des RAIDs ist nicht vorgesehen.

Die Datentransferraten des DC-150 sind mit 56 MByte/s beim Lesen und immerhin noch 37 MByte/s beim Schreiben erfreulich hoch, allerdings hat der Rechner auch nur ein RAID-1 zu verwalten, was deutlich weniger aufwändig ist als ein RAID-5.

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