Zu Befehl
Auch wenn sich viele Dinge bequem über grafische Oberflächen wie KDE oder Gnome regeln lassen – wer sein Linux-System richtig ausreizen möchte, kommt um die Kommandozeile nicht herum. Abgesehen davon gibt es auch sonst viele Situationen, in denen es gut ist, sich im Befehlszeilendschungel ein wenig auszukennen.
Rsync bringt Licht ins Versionschaos und hilft dabei, Datenbestände aktuell zu halten. Das Synchronisierungs-Programm bietet Optionen, um Dateieigenschaften zu erhalten, arbeitet mit SSH zusammen und eignet sich ideal, um auch große Datenmengen schnell zu übertragen, wenn auf der Zielseite schon eine ältere Kopie vorliegt: Es überprüft, welche Unterschiede zwischen Quelle und Ziel existieren, und überträgt nur die geänderten Teile der Daten.
Alles synchron
Rsync vergleicht die Daten zweier Rechner miteinander, der grundsätzliche Aufruf lautet daher: rsync [Optionen]
Quelle
Ziel
. Hier ist die Wahl von Quelle und Ziel entscheidend. Überlegen Sie vorher genau, in welche Richtung Sie synchronisieren, um Datenverlust auszuschließen. Der Kasten "Daten unisono" zeigt darüber hinaus einen Ausweg aus der Einbahnstraße mittels der Software Unison, die Abgleiche in beide Richtungen durchführt.
Rsync bietet eine elegante Hilfe zum Prüfen des Datentransfers: Zusammen mit der Option -n startet das Programm lediglich einen Testlauf und verrät, was im Ernstfall passiert:
$ rsync -n dir1/* dir2/ skipping directory dir1/dir1 skipping directory dir1/dir2 skipping non-regular file "einl.↩ tex" kap01.tex kap02.tex kap03.tex …
Die Ausgabe zeigt: Rsync würde normale Dateien übertragen, Verzeichnisse und Symlinks aber ausklammern. Letztere bezeichnet das Tool als non-regular files. Um Unterverzeichnisse rekursiv bis in den letzten Winkel zu übertragen, setzen Sie die Option -r ein, und Verweise auf andere Dateien erwischen Sie, wenn Sie zusätzlich -l angeben; eine Kombination der Optionen ist möglich:
$ rsync -rl ordner1/* ordner2/ building file list … done einl.tex -> einl_neu.tex kap01.tex …
Für den Umgang mit symbolischen Links bringt Rsync eine alternative Option mit: Ersetzen Sie -l durch -L, löst das Programm die Verknüpfung, und die ehemaligen Symlinks finden Sie anschließend als normale Dateien im Zielverzeichnis wieder.
Kampf mit dem Schrägstrich
Anders als bei Programmen, wie Scp oder Cp, gibt bei Rsync der an einen Verzeichnisnamen angehängte Schrägstrich Ausschlag über die Wirkungsweise des Werkzeugs. Lautet der Aufruf beispielsweise rsync -a Quelle/Ordner
Ziel
überträgt Rsync das Verzeichnis Ordner mitsamt seinem Inhalt ins Zielverzeichnis.
Hängen Sie hingegen einen Schrägstrich an das Quellverzeichnis, wandert nur der Inhalt von Ordner ans Ziel – und zwar direkt ins Zielverzeichnis hinein (Abbildung 1).



