Klares Bild
Digitales Fernsehen mit Klear
Planen
Nützlich sind DVB-Programme vor allem durch ihre Fähigkeit, mehrere Sendungen schon länger im voraus für die Aufnahme festzulegen. Der Weg dazu führt in Klear über den elektronischer Programmführer (EPG), der das Programmschema jedes Senders für einige Tage im voraus liefert. Dort wählen sie einfach die gewünschte Sendung aus und drücken auf den Aufnahme-Knopf. Klear zeigt einen kleinen Dialog, in dem Sie noch Anpassungen vornehmen können, zum Beispiel die Aufnahme einige Minuten später beenden – für den Fall, dass sich die Sendung verschiebt (Abbildung 2).
Nun wäre es etwas störend, den Klear-Fernseher bis zur Aufnahme um drei Uhr morgens laufen lassen zu müssen. Für dieses Problem haben sich die Klear-Entwickler eine einfache, aber funktionierende Lösung einfallen lassen: Aktivieren Sie in den Einstellungen unter Allgemein den Punkt Beim minimieren stummschalten. Wenn Sie nun über die Fensterleiste (also nicht das Klear-Menü) die Anwendung minimieren, legt es sich bis zur Aufnahme im KDE-Kicker schweigend schlafen – unter Gnome funktioniert das bislang leider nicht. Gnome-Benutzern bleibt nur, den Stream manuell mit [V] stumm zu schalten und das Klear-Fenster zu minimieren. Liegen die aufgenommenen Dateien auf der Platte, schneiden Sie den Film mit einem Programm wie DVBCUT [5] passend zurecht, bevor Sie es in ein anderes Format wandeln. DVBCUT ist speziell für diese Aufgabe ausgelegt und beherrscht die DVB-MPEG-Formate.
Noch nicht perfekt
Klear besitzt die wichtigsten Funktionen eines praktischen DVB-Programms, ohne durch übertriebende Vielfalt zu verwirren. Es kann sowohl das laufende Programm anzeigen, wie auch über den elektronischen Programmführer Sendungen automatisch aufnehmen. Nur KDE-Benutzer kommen bisher aber in den Genuss aller eingebauten Funktionen, Gnome-User müssen auf die Stummschaltung und ein richtiges Vollbild verzichten. Gelegentliche Abstürze trüben den digitalen TV-Genuss noch etwas. Die Stabiltät des Programms zu verbessern und alle Funktionen den Benutzern aller Desktops verfügbar zu machen, steht in der Prioritätenliste der Programmerer jedoch ganz oben.
Infos
[1] Michael Haas, Fernsehen konservieren, LinuxUser 06/05, S. 66
[2] Mirko Dölle, Von der Rolle, LinuxUser 02/06, S. 34
[3] LinuxTV-Wiki: http://linuxtv.org/wiki
[4] Scons: http://www.scons.org
[5] DVBCUT: http://dvbcut.sourceforge.net



