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Von der Rolle

Digitaler Videorekorder VDR

Problemfall Papierkorb

Da das Löschen großer Dateien je nach verwendetem Dateisystem sehr aufwändig ist, markiert VDR die gelöschten Aufnahmen zunächst nur, indem er sie umbenennt – sie wanderten sozusagen in einen virtuellen Papierkorb. Für jede Aufnahme legt VDR unterhalb des Video-Verzeichnisses, meist /video oder /video0, ein Unterverzeichnis mit dem Namen des Films an. Leerzeichen werden dabei durch Unterstriche ersetzt. Im Unterverzeichnis mit dem Filmtitel legt VDR nun ein Verzeichnis mit dem Aufnahmedatum an, in dem letztlich die Video-Dateien gespeichert werden. So befinden sich die Video-Dateien des Films "Basic", der am 19. November 2005 um 20:05 ausgestrahlt wurde, im Verzeichnis /video0/Basic/2005-11-19.20.05.50.99.rec. Löschen Sie den Film nun, benennt VDR das Video-Verzeichnis in 2005-11-19.20.05.50.99.del um und wartet auf einen günstigen Zeitpunkt, wenn das System nicht mit dem Aufzeichnen oder der Wiedergabe beschäftigt ist. Erst dann – oder wenn die Festplatte vollzulaufen droht – löscht VDR die Dateien wirklich.

In der Zwischenzeit zeigte VDR vor Version 1.3.38 falsche Werte über den noch verfügbaren Festplattenplatz an, weil lediglich der von df gemeldete tatsächlich verfügbare Platz berücksichtigt wurde. In der nächsten Entwicklerversion jedoch berechnet VDR zusätzlich die Größe der zum Löschen vorgesehenen Filme und addiert sie zum verfügbaren Platz hinzu. Das hilft besonders Anwendern, die wie wohl die meisten VDR-Benutzer an der Kapazitätsgrenze ihrer Festplatte jonglieren – um die Timer des Folgetags aufzeichnen zu können, benötigen sie entsprechend viel Raum auf der Festplatte und entsorgen deshalb bereits gesehene oder nicht so wichtige Aufzeichnungen. Da VDR die Platzanzeige bisher nicht aktualisierte, tendierte man häufig dazu, zu viel ungesehen zu entsorgen.

Insgesamt ist VDR ein komplexes Werkzeug, dessen Grundfunktionen mit einwenig Hintergrundwissen und Logik dennoch einfach zu bedienen sind. Ob Sie sich für die bislang stabile Version 1.2.6 oder eine der Entwicklerversionen entscheiden, sollten Sie an dem von Ihnen gewünschten Funktionsumfang festmachen. Dabei dürfen Sie nicht vergessen, dass die Entwicklerversionen nach wie vor Baustellen sind, die nicht für den alltäglichen Betrieb bestimmt sind – wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, benutzen Sie lieber die altbewährte Version 1.2.6.

Infos

[1] Video Disk Recorder VDR: http://www.cadsoft.de/vdr

[2] LinVDR 0.7: http://linvdr.org/projects/linvdr

[3] Update-CD für LinVDR 0.7: http://linvdr.org/download/linvdr/beta/0.7

[4] VDR-Portal: http://vdrportal.de

[5] Weitere Skins für VDR: http://vdrskins.org

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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