Punktlandung
Cron, At
Systemweite Cron-Tabellen
Cron erledigt nicht nur die persönlichen Listen sämtlicher Benutzer, sondern hilft auch bei der Systemadministration. Werfen Sie als Administrator einen Blick in die Datei /etc/crontab, dann sehen Sie, welche Aufgaben Ihnen das Programm von Hause aus abnimmt. Je nach Distribution sieht die systemweite Crontab anders aus; bei Debian stehen hier beispielsweise Einträge wie in Listing 1 zu finden.
Listing 1
17 * * * * root run-parts --report /etc/cron.hourly 25 6 * * * root test -x /usr/sbin/anacron || run-parts --report /etc/cron.daily 47 6 * * 7 root test -x /usr/sbin/anacron || run-parts --report /etc/cron.weekly 52 6 1 * * root test -x /usr/sbin/anacron || run-parts --report /etc/cron.monthly
Im Gegensatz zu den Benutzer-Crontabs gibt es hier ein siebtes Feld, welches den User-Namen des Benutzers enthält, mit dessen Rechten der Befehl ausgeführt wird – in der Regel ist das root. Die Aufgabenliste verrät unter anderem: Immer 17 Minuten nach der vollen Stunde führt der Cron-Daemon mit Administratorrechten das Kommando run-parts --report /etc/cron.hourly aus, und an jedem Ersten des Monats um 6:52 Uhr läuft run-parts --report /etc/cron.monthly. Tägliche Aufgaben (die ausführbaren Skripte in /etc/cron.daily) reledigt Cron um 6:25 Uhr: Hier finden Sie etwa das Skript logrotate, welches Logfiles rotiert, komprimiert und sortiert.
Läuft Ihr Rechner nicht 24 Stunden am Tag, so kann es sinnvoll sein, als Administrator diese Einträge anzupassen und Uhrzeiten einzugeben, an denen Sie genau wissen, dass der Rechner eingeschaltet ist:
25 17 * * * root test -x /usr/sbin/anacron || run-parts --report /etc/cron.daily
Grafische Helfer für Cron
Es gibt zahlreiche grafische Programme, die Ihnen beim Erstellen einer eigenen Cron-Tabelle unter die Arme greifen. Gnome-Benutzer finden in Gcrontab ein übersichtliches und leicht zu bedienendes Programm, das mit wenigen Mausklicks eigene Aufgabenlisten zusammenstellt. Alternativ bietet sich das KDE-Tool KCron an, welches etwas leichter zu bedienen ist, allerdings fertige Einträge nicht in der Cron-Syntax anzeigt – ein Lerneffekt stellt sich hier nicht ein (Abbildung 2). Letztendlich bietet hier – wie so oft – die Kommandozeile mehr Flexibilität, und die Einträge lassen sich schneller tippen als "zurechtklicken".
Glossar
Daemon
Dienstprogramm, das auf Unix-Systemen im Hintergrund seine Arbeit verrichtet. Die Daemons werden meistens schon beim Booten des Rechners gestartet und tragen oft ein "d" an den Namen angehängt. So taucht etwa der Web Server Apache in der Prozessliste als
httpdauf, der SSH-Server heißtsshd.



