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PSP mit Linux nutzen

Film ab

Um nun Filme auf die PSP zu kopieren, ist ein wenig Vorarbeit unvermeidlich. Zunächst folgen die Namen der Verzeichnisse wieder speziellen Konventionen: Legen Sie im Wurzelverzeichnis einen Ordner mit dem Namen MP_ROOT an mit einem Unterverzeichnis, das Sie 100MVN01 nennen: Dort hinein kommen später die Filme. Damit diese auf der PSP laufen, müssen Auflösung, Format und Frame-Rate stimmen. Glücklicherweise liefert das Programm Ffmpeg eine Option, die das Umwandeln von Filmen in das PSP-Format vereinfacht.

Dazu benötigen Sie eine Ffmpeg-Version aus dem CVS. Die setzt wiederum eine Installation von Faac voraus. Sie laden also zunächst faac-18102004.tar.gz von der Webseite herunter [3] und installieren das Paket: Sie entpacken das Archiv mit tar xvfz faac-18102004.tar.gz, wechseln in das entstandene Unterverzeichnis und ändern mit chmod u+x bootstrap die Zugriffsrechte für das Skript bootstrap. Starten Sie es über sh ./bootstrap, verrät es Ihnen, welche Dateien Sie zum Kompilieren benötigen und erzeugt nach deren Installation eine configure-Datei. Anschließend wenden Sie einfach den üblichen Dreischritt ./configure, make, make install an.

Nach erfolgreicher Installation von Faac holen Sie Ffmpeg aus dem CVS:

cvs -z9 -d:pserver↩
:anonymous@mplayerhq.hu:/↩
cvsroot/ffmpeg co ffmpeg

Gegebenenfalls müssen Sie vorher das Programm cvs über Ihren Paketmanager nachinstallieren. Sie wechseln dann in das Unterverzeichnis ffmpeg und konfigurieren das Programm mit ./configure --enable-shared --enable-faac. Mit make und make install schließen Sie den Installationsprozess ab.

Nun ist es an der Zeit, sich eine Avi-Datei vorzuknöpfen, um einen PSP-Film daraus zu machen. Nennen Sie Datei test.avi, der zugehörige Befehl von Ffmpeg lautet dann:

ffmpeg -i test.avi↩
 -f psp -r 14.985 -s 320x↩
240 -b 768 -ar 24000 -ab ↩
32 M4V00001.MP4

Er verwandelt Ihr Avi-File in eine Datei namens M4V00001.MP4: Was aber bedeuten die kryptischen Befehle? Die PSP kann maximal mit einer Auflösung (-s) von 320 mal 240 Pixeln umgehen, die Bit-Rate des Videos (-b) darf 768 kbit/s nicht überschreiten. Wählen Sie eine andere Frame-Rate (-r) als 14 985 kommt es unter Umständen zu Problemen beim Abspielen. Die Audio-Sampling-Frequenz (-ar) beträgt 24 000 Hz, die Audio-Bit-Rate (-ab) 32 KBit/s. Beklagt sich Ffmpeg über fehlende Bibliotheken, tragen Sie – mit Root-Rechten – die Pfade /usr/lib und /usr/local/lib in die Datei /etc/ld.so.conf ein und tippen nach dem Speichern noch einmal ldconfig.

Nun muss der Film noch auf die PSP. Das Verzeichnis /MP_ROOT/100MVN01/ haben Sie bereits angelegt, mit cp M4V00001.MP4 /mnt/psp/MP_ROOT/100MVN01 spielen Sie den Film auf die Konsole. Achten Sie darauf, alle Namen in Großbuchstaben zu schreiben! Auf der PSP wechseln Sie dann ins Hauptmenü zum Eintrag Video und starten den Film durch zweimaliges Drücken von (x)(Abbildung 3). Es gibt ein weiteres Problem: Wollen Sie Dateien über die USB-Verbindung vom Memory Stick entfernen, kriegt die PSP das in Einzelfällen nicht mit. Die Anzeige auf dem Display behauptet dann, der Stick wäre bereits voll. Eine Lösung für das Problem liegt darin, den Memory Stick über die PSP selbst zu formatieren. Die Option Memory Stick formatieren finden Sie unter dem Eintrag System-Einstellungen ganz links im Menü Einstellungen. Übrigens: Im Internet gibt es mittlerweile auch ein KDE-Tool [4], dass die automatische Umwandlung eines Films in das PSP-Format über eine Aktion im Konqueror erlaubt.

Abbildung 3: Die Simpsons veranstalten auch auf der PSP einen Haufen Unsinn – vorausgesetzt Sie schreiben die Datei in Großbuchstaben.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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