Mit System
Das passende Dateisystem wählen
Langsamer, bitte!
Falls Geschwindigkeit eher eine untergeordnete Rolle spielt und Ihnen die Sicherheit der Daten wichtiger ist, können Sie das Dateisystem natürlich auch langsamer machen. Mit der Option data=journal schreiben Ext3 und ReiserFS sämtliche Daten zunächst ins Journal, erst dann an den eigentlichen Bestimmungsort. Da hier wirklich doppelte Arbeit geleistet wird, nimmt die Performance des Systems auch deutlich ab. Die Chance nach einem Crash sämtliche Dateien wieder unverändert vorzufinden, stehen aber höher als bei der Grundeinstellung. Stürzt Ihr Rechner oft ab, sollten Sie diese Mount-Option wählen. Möchten Sie trotz data=journal beste Performance erreichen, lagern Sie das Journal auf eine zweite Platte aus wie oben beschrieben.
Fazit
Filesystem-Tuning fordert sehr viel Zeit und bringt oft kaum messbare Erfolge. Es ist deshalb einfacher, bereits für die Installation das richtige Dateisystem zu wählen, als das Dateisystem nachträglich zu tunen. Unter Suse Linux 10.0 scheint hier Ext3 die bessere Wahl zu sein: Das System bootet schneller und das Einhängen zusätzlicher Partitionen geht ebenfalls flotter. Ansonsten ist der Wettkampf zwischen Ext3 und ReiserFS ziemlich ausgeglichen. Für Systeme mit Video-Editing lohnt der Einsatz von XFS. Für Geschwindigkeit-Freaks ist Reiser4 ein Muss, allerdings ist die Installation mit Reiser4 als Wurzelverzeichnis noch etwas kompliziert. Hier lohnt sich der Einsatz einer Distribution, die Reiser4 schon für die Installation unterstützt, wie zum Beispiel Underground Linux.
Glossar
Quota
Quotas legen den Speicherplatz pro Benutzer fest. Sie verhindern, dass ein Benutzer zu viel Platz auf dem Rechner belegt. Auch Mail-Server benutzen Quotas, um die Größe des Postfachs festzulegen.
ACL
Access Control Lists. Traditionelle Linux-Dateisysteme kennen nur die Dateirechte lesen, schreiben und ausführen für den Eigentümer, die Gruppe und den Rest der Welt (the others). ACLs ergänzen diese Rechte um eine feinere Abstufung. ACL-Support ist vor allem für die Zusammenarbeit mit Windows (Samba) sehr wichtig.
erweiterte Attribute
Neuerung, die für die meisten Dateisyteme mit dem Kernel 2.6 Einzug hielt. In den erweiterten Attributen lassen sich beliebige Zusatzinformationen zu einer Datei speichern, zum Beispiel Stichwörter für eine Suche.
Infos
[1] Marcel Hilzinger, "IV. Symphonie von Reiser – Neues Journaling-Dateisystem mit atomaren Transaktionen": Linux-Magazin 09/04, S. 38.
[2] Ext3: http://www.zipworld.com.au/~akpm/linux/ext3/
[3] ReiserFS: http://www.namesys.com
[4] XFS: http://linux-xfs.sgi.com/projects/xfs/
[5] Reiser4 für Ubuntu: http://marc.theaimsgroup.com/?l=reiserfs&m=113270611302330&w=2
[6] Reiser4-Installation: http://www.namesys.com/install_v4.html



