Telefone einbinden

Im nächsten, abschließenden Schritt erweitern Sie sip.conf so, dass es SIP-Telefonen im lokalen Netzwerk das Login erlaubt – seien es Hardware-VoIP-Telefone (Abbildung 1) oder Softphones (Abbildung 2). Fügen Sie am Ende der Datei zunächst den Namen für einen neuen Kontext in der Form [Name] ein. Der Namenswahl sind dabei kaum Grenzen gesetzt, die Benutzernamen dürfen sowohl Ziffern als auch Buchstaben enthalten. Ein vollständiger Eintrag lautet etwa:

[2000]
type=friend
secret=Passwort
mailbox=100
canreinvite=yes
context=default
insecure=very
host=dynamic
Abbildung 1: Aktuelle VoIP-Telefone (hier ein snom 190) warten mit den selben Komfortmerkmalen auf, wie ihre konventionellen Brüder – mehrzeilige Displays, programmierbare Funktionstasten oder Freisprechen sind kein Problem.
Abbildung 2: Wer nicht an konventioneller Telefonie-Hardware hängt, greift zur Alternative Softphone (hier: Linphone). Voraussetzung sind eine Soundkarte im Rechner sowie ein Headset.

Die Konfiguration weiterer Telefone verläuft äquivalent: Es genügt, für jeden Eintrag einen neuen Benutzernamen festzulegen und das Passwort so wie die Nummer hinter mailbox zu ändern. Benutzernamen und die Nummer hinter mailbox können Sie dabei jeweils einfach um 1 erhöhen (2001, 2002, … und 101, 102, …).

Haben Sie die [general]-Direktive konfiguriert und die einzelnen Zugänge zum VoIP-Server und für mindestens einen Telefon-Client im Netz angelegt, dann speichern Sie sip.conf ab. Eine beispielhafte sip.conf finden Sie in Listing 1.

Listing 1

[general]
port = 5060
bindaddr = 0.0.0.0
disallow=all
allow=ulaw
allow=alaw
maxexpirey=3600
defaultexpirey=120
context=default
language=de
register => 5552XXX:PASSWORT@sipgate.de/5552XXX
[sipgate]
type=peer
secret=PASSWORT
username=5552XXX
host=sipgate.de
fromuser=5552XXX
fromdomain=sipgate.de
insecure=very
[2000]
type=friend
secret=Password
mailbox=100
canreinvite=yes
context=default
insecure=very
host=dynamic

Dialplan erstellen

Nun wird es noch einmal richtig kompliziert: Der Asterisk-Dialplan dient als Schaltzentrale für alle Verbindungen in Asterisk. Er legt fest, welche ein- und ausgehenden Verbindungen Asterisk wohin durchstellt. Ein solcher Dialplan fällt naturgemäß komplex aus, bleibt aber erfahrungsgemäß im beherrschbaren Rahmen.

Der Dialplan steht in /etc/asterisk/extensions.conf. Weil die Standarddatei in Debian viele Beispiele enthält, die für Sie ohne Nutzen sind, benennen Sie diese in extensions.conf.old um und erstellen danach im Editor die Datei extensions.conf neu. Auch diese Konfigurationsdatei benötigt einen Abschnitt [general], der stets folgendermaßen beginnt:

[general]
static=yes
writeprotect=no

Der Standardbefehl von extensions.conf lautet exten. Er wird von ein- oder ausgehenden Verbindungen aufgerufen und bewirkt, dass die Verbindung an ein Telefon im lokalen Netzwerk oder ins Internet durchgestellt wird. Die Syntax des Befehls ist:

exten => Angerufene_Nummer,Priorität,Aktion

Das Prioritätsfeld dient hier nicht der Klassifizierung der Wichtigkeit des Anrufers, sondern gibt an, in welcher Reihenfolge die Befehle in Aktion ausgeführt werden sollen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Telefonzentrale
    Telefonanlagen sind teuer und aufwändig zu installieren. Anders Asterisk: Die frei Software steht Profisystemen in nichts nach und beherrscht sowohl VoIP als auch ISDN.
  • Asterisk und ISDN
    Mit Asterisk installieren Sie auf Ihren Rechner eine Telefonanlage für das gesamte Netzwerk. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in die Internet-Telefonie einen Festnetzanschluss integrieren.
  • Proprietäres Asterisk-Plugin für Skype
    Digium, Hersteller von Asterisk-Telefonie-Lösungen, und der VoIP-Anbieter Skype haben nach einjähriger Entwicklungszeit ein Skype-Plugin für den freien Telefonieserver veröffentlicht.
  • Asterisk-basierte Telefonanlage erstmals als Live-CD
    Die Amooma GmbH hat eine neue Version ihrer auf deutsche Verhältnisse spezialisierten Telefonanlage veröffentlicht.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 02/2018: PAKETE VERWALTEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

sharklinux
Gerd-Peter Behrendt, 18.01.2018 23:58, 0 Antworten
Hallo zusammen, ich habe sharklinux von der DVD Installiert. 2x, jedesmal nach dem Reboot ist di...
Anfänger sucht Ratschläge
Alucard Nosferatu, 18.01.2018 21:56, 3 Antworten
Guten Tag, meine Wenigkeit würde gerne auf einer meiner Festplatten von meinen Feldrechnern e...
Suchprogramm
Heiko Taeuber, 17.01.2018 21:12, 1 Antworten
Hallo liebe Community, keine Ahnung ob dieses Thema hier schon einmal gepostet wurde. Ich hab...
Linux Mint als Zweitsystem
Wolfgang Robert Luhn, 13.01.2018 19:28, 4 Antworten
Wer kann mir helfen??? Habe einen neuen Laptop mit vorinstaliertem Windows 10 gekauft. Möchte g...
externe soundkarte Kaufempfehlung
lara grafstr , 13.01.2018 10:20, 3 Antworten
Hallo Ich bin auf Suche nach einer externen soundkarte.. Max 150 Euro Die Wiedergabe is...