Vorbereitende Maßnahmen

Ein Asterisk-Setup der skizzierten Art eignet sich für ein lokales Netz mit mehreren Rechnern. In einem solchen Szenario erfolgt der Internetzugriff in der Regel über NAT und eine vorgeschaltete Firewall. Hier fangen die Probleme an, denn SIP ist nicht NAT-sicher. Zudem müssen Sie für SIP die Firewall mit einigen "Löchern" versehen. Welche Ports freizuschalten sind, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter; die meisten VoIP-Provider stellen mittlerweile ausführliche FAQ-Einträge zum Thema Firewall zur verfügung. Prinzipiell gilt, dass Port 5060/tcp immer frei sein muss, da dieser der Haupt-SIP-Port ist. Um das NAT-Problem kümmert Asterisk sich selbst. Genauere Anweisungen finden Sie in der Dokumentation ihres VoIP-Anbieters zum Thema "Firewall".

Asterisk installieren

Die Installation von Asterisk gestaltet sich nicht besonders schwierig, weil die gesamte Konfiguration erst später vorgenommen wird. In den meisten Fällen liefert Ihr Distributor schon ein entsprechendes Asterisk-Paket mit, das Sie mit dem Distributions-Tool zur Paketinstallation einfach aufs System bringen. Bei Debian heißt dieses Paket schlicht asterisk, mit apt-get oder aptitude geht die Installation schnell und unkompliziert.

Weil Asterisk bei Debian zudem sehr gut integriert ist, bezieht sich der Artikel im Folgenden auf Debian. Zumindest die Asterisk-Konfiguration mit sip.conf sowie extensions.conf ist bei allen Distributionen aber identisch. Möchten Sie Asterisk selbst aus den Quellen erstellen, liefert der Kasten "Asterisk selbst kompilieren" dazu eine Anleitung.

Asterisk selbst kompilieren

Die Befehle zur Installation der PC-Telefonanlage sind auf allen Distributionen deckungsgleich, sofern Sie Asterisk aus den Quellen selbst übersetzen. Laden Sie von [2] zunächst das Quelltextarchiv und entpacken Sie es mit tar cvfz . Anschließend wechseln Sie mit cd in das Quelltext-Verzeichnis und stoßen mit make den Kompiliervorgang los. Zu guter Letzt installiert make install Asterisk ins Dateisystem.

Vorsicht: Die Dateien landen nicht wie üblich im Ordner /usr, sondern werden in / installiert – also in das Hauptsystemverzeichnis. Das ändern Sie, indem Sie die Datei Makefile im Editor öffnen und in der Zeile, an deren Anfang INSTALL_PREFIX= steht, hinter das Istgleih-Zeichen /usr/local schreiben. So stellen Sie sicher, dass nicht versehentlich Systemdateien beschädigt werden und dass Asterisk sich später bei Bedarf relativ unkompliziert wieder vom System entfernen lässt.

Nachdem Sie Asterisk unter Debian installiert haben, finden sich im Ordner /etc/asterisk diverse Dateien mit der Endung .conf im Namen. Asterisk funktioniert nach dem Minimalprinzip: Es besteht aus dutzenden kleinen Modulen, die nur bei Bedarf geladen werden. Der Asterisk-Kern – ein sehr kompaktes Programm – hält dabei die wichtigsten Funktionen für die verschiedenen Module bereit. Zu jedem Modul gibt es eine Datei, die nur und ausschließlich die Konfiguration für das jeweilige Modul enthält. Das beugt einer riesigen Konfigurationsdatei vor, sorgt im Gegenzug aber für das scheinbare Chaos von Files in /etc/asterisk.

Die meisten Dateien sind uninteressant, weil sie zu Teilen von Asterisk gehören, mit denen normale Benutzer meist ohnehin nicht in Kontakt kommen. Zwei Ausnahmen gibt es allerdings: In sip.conf und extensions.conf müssen Sie Veränderungen vornehmen.

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