Internet-Telefonie ist in. Das ist kein Wunder, denn die neue Technik, die den problemlosen Austausch von Tondaten über das Internet ermöglicht, hat viele Vorteile: Die Sprachqualität ist – entgegen anderslautender Gerüchte – oft besser als bei Festnetzanrufen. Zudem macht der Voice over IP (oder kurz VoIP) getaufte Weg der Kommunikation aus ehemals teuren Transatlantik-Telefonaten völlig kostenlose Vergnügen. Grund genug also, sich mit der Technik genauer zu befassen.
Erstmal anmelden
Wer diesen Schritt wagt, findet bald heraus: Einfach lostelefonieren ist nicht; man meldet sich stattdessen zunächst bei einem VoIP-Anbieter an und erhält von diesem im Gegenzug Login-Daten, mit denen man sich über einen vorhandenen Internetasnchluss an den SIP-Servern der jeweiligen Firma einloggen kann. SIP bezeichnet hier das Protokoll, über das VoIP-Gespräche geführt werden. Ist dieser Schritt getan, besorgt man sich ein VoIP-Telefon (oder auch ein Softphone, also eine Software fürs telefonieren) und kann dann loslegen.
Wer mit VoIP arbeitet und die Technik allmählich liebgewinnt, fragt sich früher oder später, ob sich die Technik nicht auch in der ganzen Wohnung oder dem kompletten Haus sinnvoll nutzen lässt. Einzelne Rechner mit VoIP-Zugang reichen dann aber nicht mehr. Die Software, mit der Profis arbeiten, steht jedermann im Internet zur Verfügung: Sie heißt Asterisk [1] und ist schon längst der Inbegriff für Telefonanlagen-Software. Ganz logisch, denn mit Asterisk lassen sich tolle Dinge anstellen. So fungiert es bei Bedarf als vollständige Telefonanlage für den Heimbedarf.
Wenn das eigene Kind zum Beispiel ein Telefon bekommt, im Haus aber nur der herkömmliche, analoge Telefonanschluss zur Verfügung steht und ein Umstieg auf ISDN vermieden werden soll, leistet VoIP gute Dienste. Über VoIP sind Anrufe ins Festnetz mittlerweile problemlos möglich, und wer sich bei einem Anbieter anmeldet, bekommt in manchen Fällen schon eine offizielle Festnetz-Telefonnummer mit Ortsvorwahl dazu.
Der Weg ist steinig
Bevor Sie vom normalen Arbeits-PC allerdings beim fertigen Telefonie-Server angekommen sind, ist ein langer und steiniger Weg zurückzulegen. Je komplexer eine Software ist, desto schwieriger ist sie zu bedienen – so lautet die Grundregel, bei der auch Asterisk keine Ausnahme darstellt. Es gilt, Asterisk zu installieren, zu konfigurieren und das gewisse Extra einzubauen – neben den Telefonfunktionen dient das Programm im Bedarfsfall auch als Anrufbeantworter.
Um Verwirrung zu verhindern, vorab noch ein kurzer Hinweis: Dieser Artikel beschreibt nicht, wie Sie Asterisk als vollwertigen VoIP-Server einrichten, so dass er mit Freenet, Sipgate & Co. in Konkurrenz treten kann. Um Asterisk so einzurichten, wie hier beschrieben, benötigen Sie einen VoIP-Zugang bei einem der renommierten Anbieter – der Unterschied zur "normalen" VoIP-Benutzung ist, dass Sie Asterisk als zentrale Telefonanlage für die heimischen Teilnehmer verwenden und so diversen PCs die Möglichkeit geben, über den Asterisk-Server VoIP und die damit verbundenen Möglichkeiten zu nutzen.



