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OpenOffice und MS Office gemeinsam nutzen

Calc

Der Datenaustausch zwischen OpenOffice Calc und Excel funktioniert sicher. Tabellen, Formeln und Daten übernimmt Calc komplett aus dem Microsoft-Äquivalent. Probleme tauchen in Zusammenhang mit der maximalen Größe der Arbeitsblätter und bei der Darstellung von Diagrammen auf. Auch im Bereich wissenschaftlicher Anwendungen gibt es einige Unterschiede. Zu beachten ist auch, dass Calc sehr viel mehr fertig eingebaute Funktionen mitbringt als Excel.

Calc schafft es nicht, Passwort-geschützte Excel-Dokumente zu öffnen – und zwar selbst dann nicht, wenn das Passwort bekannt ist. Möchten Sie Datenblätter austauschen, müssen Sie wohl oder übel auf den eingebauten Schutz der Daten verzichten.

Da der Passwortschutz des Office-Paketes von Microsoft ohnehin nicht zu den stärksten zählt, empfiehlt sich bei besonders sensiblen Daten der Einsatz eines echten Verschlüsselungsprogramms. Mit Gnupg [2] existiert eine gleichsam erprobte wie freie Software, die diese Arbeit übernehmen kann.

Die Größe der Arbeitsblätter blieb bis zur Reihe 1.1 von OpenOffice auf rund 32 000 Zeilen begrenzt, während Excel hier bis zu 65536 Zeilen erlaubt. Diese Beschränkung fällt mit OpenOffice 2: Dann nimmt ein Blatt in Calc genauso viele Zeilen wie da Microsoft-Pendant auf.

Parameter und Zellinhalte

Excel interpretiert Zellinhalte mit numerischen Werten auch dann als Zahl, wenn sie als Text formatiert sind. Calc ist hier konsequenter: Wurde eine Zelle als Text formatiert, hat sie den Wert Null, selbst wenn sie Zahlen enthält.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Excel und Calc ist die Art, wie Parameter in Funktionen und Wertebereiche getrennt werden. Calc trennt Parameter mit Semikolon, Bereiche dagegen mit Kommas; Excel geht hier genau umgekehrt vor.

Excel gestattet es, optionale Parameter in Funktionen einfach wegzulassen sowie zusätzlich Parameter einzugeben. Das funktioniert in Calc nicht: Hier müssen Sie stets alle Parameter einer Funktion übergeben.

Statistische Funktionen geben in Calc aufgrund weniger Nachkommastellen leicht andere Ergebnisse zurück als in Excel. Die Ergebnisse stimmen für die ersten fünf Ziffer nach dem Komma überein, danach unterscheiden sie sich. Das kommende OpenOffice 2 hingegen liefert bis auf die letzte Stelle die selben Ergebnisse wie Excel.

Calc kennt kein Accounting-Format, also die Darstellung des Währungszeichens links vom Zellinhalt. Als Workaround geben Sie in der Spalte links neben dem Wert das Währungssymbol ein.

Charts werden von Calc sicher gelesen, es treten nur wenige Probleme auf:

  • Es gibt keine Option, die Y-Achse umzudrehen, also negative Werte von oben nach unten zu positiven Werten zählen zu lassen.
  • In der ersten Zeile oder Spalte müssen durchgehend Werte vorhanden sein, Excel erlaubt hier Lücken.
  • Charts werden wesentlich langsamer aufgebaut, da Calc sie stets neu berechnet. Hier bringt OpenOffice 2 einige Verbesserungen.
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LinuxUser 06/2012

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