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OpenOffice und MS Office gemeinsam nutzen

Impress

Impress hat Schwierigkeiten beim Import umfangreicher Powerpoint-Präsentationen. Selbst bei einfachen Inhalten ohne Multimedia fehlen häufig einzelne Grafiken (Abbildung 4), der Import selbst dauert sehr lang. Knapp 25 Minuten brauchte ein 1,2-GHz-Rechner zum Laden einer Powerpoint-Datei mit 135 Folien.

Abbildung 4: Der Import großer Powerpoint-Präsentationen bereitet der OpenOffice-Komponete Impress Schwierigkeiten.

Kleinere Probleme entstehen bei der Verwendung einiger Formatierungsoptionen in Powerpoint: Impress unterstützt keine Farbverläufe mit drei Farben, keine zwei- und dreifachen Rahmen um Objekte und keine abgerundeten Ecken. Diese Formatierungen sollten Sie in der Originaldatei vor dem Speichern entfernen. Kompliziert gestalten sich auch multimediale Inhalte wie Klänge, die das Programm beim Wechsel von einer Folie zur nächsten abgespielen soll: Impress beherrscht so etwas nicht, daher verschwinden die Effekte beim Import.

Felder wandeln sich beim Import zu reinem Text. Impress fehlt die Möglichkeit, eine Aktion auszulösen, wenn sich der Mauszeiger in einer Präsentation über ein Objekt bewegt. Etwas Aktion erhält die Folie trotzdem, denn das MouseOver-Ereignis konvertiert Impress beim Import in ein MouseClick-Ereignis.

Unterschiede zwischen Powerpoint und Impress bestehen auch in der Art, wie die Programme mit Text umgehen, der zu weit für einen Textrahmen läuft: Hier skaliert die Applikation aus Redmond den Text sauber, sodass er in den Rahmen hinein passt. Impress dagegen skaliert den Text wie eine Pixelgrafik, was zu einer sehr unsauberen Darstellung führt (Abbildung 5).

Abbildung 5: Impress skaliert Text in Textfeldern nicht richtig.

Der Dokumentenaustausch zwischen Impress und Powerpoint funktioniert, solange man sich auf einfache Formatierungen beschränkt und keine ausgefallenen Effekte beim Seitenwechsel und keine multimedialen Inhalte wie Filme und Klänge verwendet. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, zunächst nur eine Kopie der Originaldatei zu importieren und daran zu überprüfen, inwieweit Impress mit der Formatierung zurecht kommt.

Fazit

Der Austausch von Dokumenten zwischen MS Office und OpenOffice/StarOffice klappt in der Regel ohne große Probleme. Die aktuelle Beta-Version von OpenOffice 2 zeigt, dass die schon sehr guten Filter noch einmal verbessert wurden. Besonders die Schwierigkeiten beim Verarbeiten von Tabellen in Writer treten hier nicht mehr auf, und es fällt die lästige Größenbeschränkung bei Arbeitsblättern in Calc. Aufwändig und nur mit viel Handarbeit zu lösen bleibt die Umwandlung von Dokumenten, die viel Makro-Code enthalten.

Dieser Artikel konnte nur kurz auf die wichtigsten Unterschiede zwischen MS Office und OpenOffice eingehen. In [3] und [4] finden Sie ausführlich beschriebene Umstiegsstrategien und Hinweise, wie die Zusammenarbeit zwischen den beiden großen Office-Paketen nahezu reibungslos funktioniert.

Infos

[1] OpenOffice Migration Guide: http://documentation.openoffice.org/manuals/oooauthors/MigrationGuide.pdf

[2] Gnupg-Homepage: http://www.gnupg.org

[3] Jacqueline Rahemipour: OpenOffice.org im Business-Einsatz. Das Praxishandbuch für Windows, Linux und Mac OS, Frankfurt 2004.

[4] Thomas Krumbein: OpenOffice.org. Einstieg und Umstieg, Galileo Press Bonn 2004.

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