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HTML-Editoren

Fazit

Die Wahl des richtigen HTML-Editors fällt nicht leicht. Von den textbasierten Editoren ist August nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Wer die Eingabemasken nicht benötigt, fährt hier mit einem aktuellen Texteditor aus KDE oder Gnome besser. Freunde von Tcl können jedoch einen Blick riskieren. Ähnliches gilt für Erwin, der in seinem Funktionsumfang schon seit mehreren Jahren nicht recht voran kommt. Zusätzlich sollte man berücksichtigen, dass gerade die kleinen Editoren nicht mit verschiedenen Zeichenkodierungen umgehen können. Erst aktuelle Editoren wissen zum Beispiel um Unicode (UTF). Dafür sind August und Erwin recht schlank, was gerade auf Notebooks ein Pluspunkt ist.

(X)HTML-Format hinterlässt gemischte Gefühle. Es ist ein recht guter Editor, bei dem jedoch einige Funktionen im Ansatz stecken bleiben. Wer Betriebssystemunabhängig arbeiten möchte, sollte (X)HTML-Format antesten.

Quanta+ und Bluefish bilden die Funktionsspitze des Teilnehmerfeldes, was sich aber beide mit einer etwas umständlichen Bedienung erkaufen. Schade, dass Bluefish keine integrierte Vorschau enthält und man seine Dokumente manuell hochladen muss. Bei Quanta haben sich die, in der Vergangenheit noch häufigen Abstürze mittlerweile verringert. Dennoch bleibt der HTML-Editor instabiler als die Konkurrenz.

Bei den WYSIWYG-Editoren läuft cuneAform der Konkurrenz hinterher. Um mal eben eine Seite vorzubereiten genügt es, ansonsten sollte man auf Composer oder NVU ausweichen. Composer eignet sich für kleine Seiten, die ohne HTML-Kenntnisse "schnell mal eben" erstellt werden müssen. Leider ist der generierte Code häufig recht unübersichtlich und enthält auch gerne einmal überflüssige Tags. Wer grafisch seine Seiten zusammenstellen möchte, kommt somit nicht um NVU herum.

Compilieren 

Einige der vorgestellten Programme werden nur im Quelltext geliefert und müssen daher zunächst in eine ausführbare Version übersetzt werden. Dazu installieren Sie zunächst die Entwicklungspakete ihrer Distribution. Spielen Sie dann die benötigten Bibliotheken ein, wobei dazu jeweils auch die Entwicklungspakete gehören (diese tragen meistens ein -devel im Namen). Bei Erwin sind libgtk2, libgtkhtml2, libxml2, libgtksourceview1, sowie libgnomeui, libgnomeprint, libglade2 und popt erforderlich, bei Quanta+ neben den Qt und KDE-Entwicklungspaketen noch gcc-c++, libjpeg und libgcrypt.

Die Übersetzung wird auf der Kommandozeile mit dem Dreiklang ./configure, make und make install angestoßen.

Beim Sonderfall Amaya laden Sie zunächst das Komplettpaket herunter und installieren alle imlib-Pakete, die ihre Distribution hergibt. Wechseln Sie ins Unterverzeichnis Amaya (Groß- und Kleinschreibung beachten) und geben Sie dann nacheinander die Befehle mkdir LINUX-ELF, cd LINUX-ELF, ../configure, make und make install ein.

Problemkinder 

Neben den, im Artikel vorgestellten HTML-Editoren existieren noch ein paar weitere Kandidaten, die uns jedoch einige Probleme bereiteten. Nicht mehr vertrieben wird der, in früheren Ausgaben bereits vorgestellte und in WINE emulierte WebSphere Homepagebuilder von IBM. Zwar gibt es im Internet noch ein RPM-Paket (http://www-128.ibm.com/developerworks/websphere/library/techarticles/0103_czap/0103_czap.html), zu dem jedoch das passende WINE-Pendant fehlte. Analoges gilt für Quanta Gold. Von ihm gibt es eine Demoversion auf den Seiten von theKompany (www.thekompany.com). Nach der Installation unter SuSE Linux verweigerte das Programm jedoch den Start. Offenbar fehlt hier ebenfalls ein Zusatzpaket - welches das ist, blieb im Unklaren. Screem (www.screem.org) wollte auf unserem Testsystem erst gar nicht kompilieren.

HTML-Editoren

Name Amaya 0.91 August 0.63b Bluefish 1.0 Erwin 0.8 Firefox 1.0.x mit cuneAform 0.3.1 (X)HTML-Format 8 R85a Mozilla Composer  1.7.8 NVU 1.0PR Quanta+ 3.4
Webseite http://www.w3.org/Amaya http://www.bostream.nu/johanb/august http://bluefish.openoffice.nl http://lisas.de/erwin http://www.mozilla.org http://www.homepagehelper.de/software/html-format/ http://www.mozilla.org http://nvu-composer.de/ http://quanta.kdewebdev.org
Lizenz eigene  (W3C) GPL GPL GPL MPL eigene (Freeware) MPL MPL GPL
Sprache Oberfläche englisch englisch englisch, deutsch englisch englisch deutsch, englisch deutsch deutsch deutsch, englisch
dynamisches Syntaxhighlighting nein ja ja ja nein ja nein ja ja
Hilfe bei Erstellung eines Seitengerüsts automatisch (WYSIWYG) Template Assistent Assistent automatisch, WYSIWYG Assistent automatisch (WYSIWYG) automatisch (WYSIWYG) Assistent
Rechtschreibkorrektur ja nein ja, ispell nein nein nein ja ja ja
Voschau ja extern extern intern intern (sofort) intern, extern intern intern intern, extern
Haupt HTML-Sprache XHTML HTML 3.2 HTML 4 HTML 4 HTML 4 HTML 4 HTML 4 HTML 4, XHTML HTML 4
Image Maps nein nein nein nein nein nein nein nein ja (Plugin KImageMapEditor)
Code-Validierung ja extern (weblint) extern (weblint, tidy) nein nein extern (Internet) nein ja extern (tidy)
Überprüfen von Links nein nein nein nein nein nein nein nein ja (Plugin Link Checker)
Projektmanagement nein nein ja nein nein ja nein ja (rudimentär) ja
Seiten auf Server laden (FTP) nein nein nein nein nein nein ja ja ja
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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 06/2012

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