Terminal-Ghettoblaster

Wer bei den bisher vorgestellten Kommandozeilen-Tools zwar die Möglichkeiten zur interaktiven Steuerung vermisst, aber dennoch kein grafisches Programm mit dem Abspielen der Lieblingssongs beauftragen möchte, findet eventuell eine Alternative in mp3blaster [4]. Der Player kann – anders als der Name vermuten lässt – neben MP3s auch WAV- und Ogg-Vorbis-Dateien erklingen lassen und ist Bestandteil der meisten Distributionen. mp3blaster braucht keine grafische Umgebung, sondern läuft dank Ncurses im Terminal und bietet sämtliche Bedienelemente auf Tastendruck.

Sie starten den Player über die Eingabe von mp3blaster auf der Kommandozeile. Im oberen Fensterbereich sehen Sie die verfügbaren Tastatur-Shortcuts; mit [+] und [-] blättern Sie nach rechts und links in dieser Liste, um weitere Kommandos einzublenden. Darunter zeigt mp3blaster sich informativ: Beim Abspielen einer Audiodatei sehen Sie hier technische Details zur Datei selbst, Angaben zur Abspielreihenfolge und den nächsten Song in der Playliste. Die eingebaute Hilfe blenden Sie über [Umschalt]+[ß] ("?") ein und wieder aus (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die programmeigene Hilfe erklärt die wichtigsten Funktionen.

Drücken Sie die Taste [F1], um in den Datei-Manager-Modus zu gelangen und Dateien zum Abspielen auszuwählen. Dabei verändern sich die Tastaturbefehle im oberen Fensterbereich: In der Fenstermitte sehen Sie jetzt Dateien und Verzeichnisse des Ordners, aus dem heraus Sie den Player gestartet haben. Mit den Pfeiltasten oder [Bild oben] und [Bild unten] wandern Sie durch die Dateien und Verzeichnisse. Um in einen Folder hineinzuwechseln, drücken Sie die Eingabetaste, zurück geht es über den Eintrag ../ (übergeordnetes Verzeichnis).

Um eine Datei abzuspielen, reicht es, mit den Pfeiltasten auf den Eintrag zu blättern und die Eingabetaste zu drücken. Wer stattdessen zuerst mehrere Songs auswählen und in eine Abspielliste packen möchte, wählt die Lieder durch Drücken der Leertaste aus (sie erscheinen dann hervorgehoben) und fügt sie anschließend über [F1] der Playlist hinzu. Ein ganzes Verzeichnis erwischen Sie schnell, indem Sie über [F2] die Auswahl umkehren, so alle Songs markieren, und diese dann über [F1] der Liste hinzuzufügen.

Drücken Sie die Taste [5], um mit der Wiedergabe zu beginnen; mp3blaster zeigt jetzt nicht nur das aktuelle Lied, sondern auch den nächsten Song in der Liste an (Abbildung 2). Die weiteren Tastaturkommandos sind [5] (Pause), [4] (vorhergehender Song), [6] (nächster Song), [2] (Stop), [1] (zurückspulen) und [3] (vorspulen). Über die Taste [F6] schalten Sie die Wiederholfunktion ein; [F7] sorgt dafür, dass die Songs in zufälliger Reihenfolge abgespielt werden (Shuffle). Ganz unten rechts im Fenster eingeblendet sehen Sie den eingebauten Mixer; mit Druck auf [T] wechseln Sie zwischen den verschiedenen Devices hin und her. Die Lautstärke verändern Sie über [<] (leiser) und [Umschalt]+[<] (lauter) – eine Prozentanzeige gibt dabei Auskunft über den Pegel. Mit [Q] verlassen Sie das Programm.

Abbildung 2: "mp3blaster" zeigt den nächsten Song in der Abspielliste.

Sortierkünstler

Wenn Sie über [F1] in den Auswahlmodus wechseln, erscheinen die diversen Audioformate standardmäßig in grüner Farbe. Fertige Playlisten, die häufig die Endung .m3u oder .lst tragen, macht mp3blaster in Gelb kenntlich. Wählen Sie eine solche Datei durch Drücken der Eingabetaste aus, dann fügt mp3blaster gleich alle Songs auf einen Rutsch der eigenen Abspielliste hinzu.

Ebenso leicht verläuft die Erstellung eigener Kollektionen: Wollen Sie die Songs der aktuellen Zusammenstellung als fertige Playlist abspeichern, drücken Sie zunächst [F4], geben dann einen Namen ein (Dateiendung .lst oder .m3u) und bestätigen über [Eingabe]. Wer vorher noch "aufräumen" oder sortieren möchte, kann mit einem Druck auf [D] den Song unter der Markierung loswerden. Mit den Tasten [M] bzw. [Umschalt]+[M] verändern Sie bei Bedarf die Reihenfolge der Stücke. Den kompletten Inhalt einer Playliste werden Sie über die Taste [C] wieder los.

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