Auf einen Streich

Um mit mpg123, mpg321 bzw. ogg123 mehrere Dateien hintereinander abzuspielen, hängen Sie diese einfach an den Programmaufruf an:

mpg321 05_Lily_Of_The_Valley.mp3 08_Stone_Cold_Crazy.mp3 09_Dear_Friends.mp3

Natürlich können Sie auch mit den üblichen Kommandozeilen-Abkürzungen arbeiten und beispielsweise mit mpg321 *.mp3 alle MP3-Dateien (oder mit ogg123 *.ogg alle Ogg-Vorbis-Dateien) des aktuellen Verzeichnisses erfassen. Mit der Tastenkombination [Strg]+[C] unterbrechen Sie dabei den gerade laufenden Song und springen damit also stückweise nach vorne. Um die Musik ganz abzuschalten, drücken Sie [Strg]+[C] zweimal schnell hintereinander.

Wer im eigenen Home-Verzeichnis Audiodateien nicht ordentlich sortiert, sondern verstreut in mehreren Unterverzeichnissen hat, kann einen find-Aufruf zuhilfe nehmen:

mpg321 $(find ~ -name "*.mp3")

Der find-Befehl sucht hier – ausgehend vom eigenen Home-Verzeichnis (abgekürzt durch die Tilde) – in sämtlichen Unterordnern nach allen Dateien, die auf .mp3 enden. Durch das Dollarzeichen und die runden Klammern weiß die Bash, dass sie die Ausgabe als Argument an das Kommando mpg321 weiterreichen soll.

Problematisch wird es, wenn Sie Dateien mit Leer- oder Sonderzeichen auf der Platte haben – dann hagelt es Fehlermeldungen. Abhilfe schafft wieder ein kleiner Trick auf der Shell:

find ~ -name "*.ogg" | ogg123 -@ - -z

Hier steht der find-Befehl an erster Stelle; die gefundenen Dateien werden über das Pipe-Zeichen an den ogg123-Aufruf weitergeleitet, der von Standard-Input (-) liest und die Dateiliste als Playlist über die Option -@ verarbeitet. Der abschließende Parameter -z sorgt dafür, dass ogg123 die Songs nicht einfach der Reihe nach abspielt, sondern das nächste Stück zufällig auswählt (Shuffle-Modus). Da mpg123 und mpg321 dieselben Parameter kennen, funktioniert der hier gezeigte Trick natürlich auch für MP3-Dateien.

Wandlungskünstler

Um die eigene MP3-Sammlung auf eine normale Audio-CD zu brennen, die sich beispielsweise in der Stereoanlage abspielen lässt, müssen die komprimierten Sound-Dateien zunächst einmal ins WAV-Format gebracht werden. Für diesen Zweck bieten mpg123 und mpg321 die Option -w. Beachten Sie, dass die Ausgabedatei vor der Eingabedatei genannt wird:

$ mpg321 -w datei.wav datei.mp3
…
[3:47] Decoding of datei.mp3 finished.

Da Sie auf diese Weise immer nur jeweils eine einzige Datei erfassen können, schreiben Sie den mpg321-Aufruf ganz einfach in eine kleine for-Schleife und automatisieren so die Umwandlung mehrerer Dateien. Um alle MP3-Dateien eines Verzeichnisses in WAVs zu bringen, tippen Sie beispielsweise:

for i in *.mp3; do mpg321 -w `basename $i .mp3`.wav $i; done

Dieser Aufruf weist jede Datei mit der Endung .mp3 der Variablen i zu. Für sie wird dann mpg321 -w aufgerufen. Beim ersten Parameter handelt es sich wieder um die Ausgabedatei (gebildet aus dem "Basisnamen" ohne die Endung .mp3 und stattdessen der Endung .wav); beim zweiten Parameter um die Ausgangsdatei $i.

Etwas weniger Tipparbeit erfordert das Umwandeln von Ogg-Vorbis-Dateien ins WAV-Format: Das Programm oggdec ersetzt die Dateiendungen automatisch und verlangt lediglich die Angabe der zu dekodierenden Datei:

$ oggdec sunrise.ogg
OggDec 1.0
Decoding "sunrise.ogg" to "sunrise.wav"
        [100.0%]

Um also alle Dateien in einem Rutsch umzuwandeln, genügt in diesem Fall das Kommando oggdec *.ogg.

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