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Audiostreams aus dem Netz aufzeichnen

Rip it, Baby…

Bleiben noch die Audio-Streams, die über das MMS-Protokoll verbreitet werden. MMS steht für Microsoft Media Services, was bedeutet, dass die Dateien auf den Windows Media Player zugeschnitten sind. Der MPlayer kann das Format zwar lesen, seine Installation ist aber etwas umständlich, da er von den Distributoren nicht mitgeliefert wird. Suse-Benutzer finden die drei benötigten Pakete – Lame, den Win32-Codec und MPlayer – auf dieser Seite [7]. Benutzer von Fedora, Mandrake oder Debian sollten den Quellcode selbst kompilieren. Das ist weniger aufwendig, als auf die unzähligen Abhängigkeiten während der Paketinstallation zu achten. Zunächst erzeugen Sie als Root mit dem Befehl mkdir /usr/local/lib/codecs ein Verzeichnis. Dann setzen Sie die Zugriffsrechte: chmod 664 /usr/local/lib/codecs. Von der MPlayer Seite [8] holen Sie das essential codec package und entpacken es. Die Inhalte kopieren Sie in das Verzeichnis /codecs. Erst dann können Sie die MPlayer-Source-Datei, die Sie ebenfalls auf der Download-Seite finden, über den Dreischritt ./configure, make und – als Root – make install kompilieren. Die ausführbare MPlayer-Datei liegt abschließend im Verzeichnis /usr/local/bin/.

Abbildung 3: Wie Sie hören, hören Sie nix! Wenn der MPlayer den ankommenden Stream in einer wav-Datei aufzeichnet, ist der Sound nicht zu hören.

Nun folgt ein Dreischritt. Zunächst besorgen Sie, wie im Kasten 1 geschildert, die Adresse des Streams. Im zweiten Schritt wandeln Sie den Stream in eine wav-Datei mit dem Namen audiodump.wav um. Der Befehl mplayer 'mms://IhreStation.wma' -ao pcm reicht den Audiostream an die PCM-Audioausgabe weiter, die ihn dann als audiodump.wav speichert. Während der Aufnahme hören Sie jedoch keinen Sound. Abschließend wandeln Sie die wav-Datei mit dem Befehl lame audiodump.wav meinradiostream.mp3 in eine MP3-Datei um. (Abbildung 3) Fertig. Wenn Sie nun den durchgehenden Stream noch in einzelne Songs zerlegen wollen, können Sie dazu Programme wie Audacity [9] nutzen.

Infos

[1] Streamripper-Quellcode zum Download: http://sourceforge.net/project/showfiles.php?group_id=6172

[2] Die Streamtuner-Seite mit Quellcodes und RPMs: http://www.nongnu.org/streamtuner/

[3] Der MP3-Codec für Fedora Core 3: http://dag.wieers.com/packages/xmms/xmms-mp3-1.2.10-11.1.1.fc3.rf.i386.rpm

[4] Reals Realplayer für Linux: http://www.real.com/linux/?rppr=rnwk&src=040104freeplayer

[5] Source-Dateien von Vsound und Sox: http://prdownloads.sourceforge.net/sox/sox-12.17.7.tar.gz?download http://www.zorg.org/vsound/vsound-0.6.tar.gz

[6] Der Sourcecode von Lame: http://lame.sourceforge.net/

[7] Die MPlayer-Dateien für Suse: http://packman.links2linux.de/?action=index

[8] Die MPlayer-Webseite mit den Sourcen: http://www.mplayerhq.hu/homepage/design7/dload.html

[9] Webseite von Cutmp3 mit RPMs: http://www.puchalla-online.de/cutmp3.html

[10] Audacity-Webseite von Sourceforge: http://audacity.sourceforge.net/

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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