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Schneiden, scratchen, konvertieren

Audiodateien bearbeiten mit Sweep

Effekte satt

Zur Verzierung der musikalischen Produkte verfügt Sweep über ein ausladendes Set an Effekten. Voraussetzung ist, dass die LADSPA-Plugins von Steve Harris installiert sind. Die Effekte liegen nach dem Start von Sweep unter dem Menüpunkt Verarbeiten. Sie sind alphabetisch angeordnet. Markieren Sie eine Region, auf die Sie einen Effekt anwenden wollen und wählen Sie den entsprechenden Effekt aus. Viele Effekte verfügen über Optionen zum Feintuning. Nach einem Klick auf OK greift der Effekt und Sie sehen, wie sich die Wellenform verändert. Natürlich können Sie Ihre Manipulation jederzeit rückgängig machen.

Was für Effekte sind das nun? Wollen Sie beispielsweise Johnny Cash einmal mit Piepsstimme singen hören, pitchen Sie einen seiner Songs über den Eintrag Rate Shifter in ungeahnte Tonlagen. Der Comb Filter erzielt einen langsamen, welligen WahWah-ähnlichen Effekt. Die Musik hört sich an, als würde sie durch eine Metallröhre gepresst. Noch stärker und welliger klingt der Track, wenn Sie den DJ Flanger-Effekt anwenden.

Das Plugin Delayorama erzeugt, wie der Name andeutet, Verzögerungen im Stück. Wie in einem Kanon setzt das Stück nach ein paar Sekunden neu ein. Den Zeitabstand legen Sie über den Regler Delay Range fest. Über den Effekt Multivoice Chorus fügen Sie dem Track Stimmen hinzu. Kombiniert mit einer Voice separation von 0,2 Millisekunden führt das ebenfalls zu interessanten vokalen Verwischeffekten. Das sind nur einige Plugins.

Zusätzlich zu den Effekten stehen Filter zur Verfügung, die nicht-hörbare Frequenzen herausfiltern oder das Wellenmuster – meist unhörbar – modifizieren. Sie dienen eher akademischen Übungen. Probieren Sie einfach die Möglichkeiten durch. Der Vorteil ist: Wenn Sie schließlich mit der Qualität Ihres Songs zufrieden sind, brauchen Sie ihn nur noch im wav-Format auf eine CD zu brennen – und haben ein super Geburtstagsgeschenk. Sogar selbstgemacht.

Glossar

pitchen

Beschleunigung oder Verlangsamung der Abspielgeschwindigkeit einer Platte.

scratchen

Eine Platte während des Abspielens kurz anstoppen und dann drehen lassen.

ausgefadet

Das langsame Ausblenden oder Einblenden des Musik, besonders bei Übergängen bezeichnet man als faden.

Infos

[1] Infos zu Ogg Vorbis: http://www.vorbis.com/

[2] Die LADSPA-Plugins von Steve Harris: http://plugin.org.uk/

[3] Die RPM-Suchmaschine: http://rpm.pbone.net

[4] Der Hip-Hop-Pionier Grandmaster Flash: http://de.wikipedia.org/wiki/Grandmaster_Flash

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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LinuxUser 06/2012

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