Die perfekte Welle?

Etwas zur grafischen Darstellung der Sound-Dateien im Hauptfenster. Es werden zwei Kanäle angezeigt: oben der linke, unten der rechte Kanal. Der horizontalen Ausdehnung der Welle entspricht die Spielzeit des Stücks. Steht die Zoomeinstellung in der Titelleiste auf 100%, wird der gesamte Track abgebildet (Abbildung 2). Diese Zahl verkleinert sich, wenn Sie per Mausrad oder mit dem Lupensymbol in die Datei hinein zoomen. Der abgebildete Zeitraum kann bis zu einer 1000stel Sekunde schrumpfen. Der angezeigte Zoomfaktor in der Titelleiste beträgt dann 0% (Abbildung 3). So können Sie sehr exakte Schnitte setzen.

Die vertikale Skala beschreibt hingegen die Amplitude der Welle in Dezibelwerten. Über die Taste [Strg] in Kombination mit den Pfeiltasten zoomen Sie in die Amplitude hinein oder aus ihr heraus.

Verschiedene Zahlenangaben unterstützen das präzise Arbeiten mit der Sound-Datei. Im Feld oben rechts finden Sie die Länge des Ausschnitts, der im Hauptfenster angezeigt wird. Das grün unterlegte Feld rechts darüber informiert über die aktuelle Position des Abspiel-Cursors. Das ist der vertikale Strich, der beim Abspielen über die Welle läuft. Über die gegenwärtige Position der Maus gibt auf die 100stel Sekunde genau die Zahl ganz unten links Auskunft.

Scrubby will scratchen

Grundsätzlich gibt es in Sweep zwei Arbeitsmodi, symbolisiert durch die beiden grau unterlegten Knöpfe rechts oben in der Werkzeugleiste. Auf dem linken ist ein Rechteck abgebildet, das rechte Feld zeigt Scrubby, die nervige Plattennadel. Um Audio-Tracks zu bearbeiten, wählen Sie das Feld mit dem Rechteck: Das ist der Bearbeitungsmodus. Nun können Sie den Track abspielen und einzelne Ausschnitte markieren oder bearbeiten. Die Bedienung funktioniert über die untere graue Werkzeugleiste mit den vielen Symbolen. Per Mausklick auf die Taste mit dem kleinen weißen Play-Symbol und dem Pausen-Symbol rechts daneben spielen Sie den kompletten Song ab.

Positionieren Sie den Abspiel-Cursor mit einem Klick der linken Maustaste im Hauptfenster, um die Musik von einer festen Position aus abzuspielen. Um einen ausgewählten Wellenbereich zu markieren, fahren Sie mit der Maus über die Audio-Datei. Dabei halten Sie die linke Maustaste gedrückt. Sie hören ein diffuses Hintergrund-Geräusch. Das entsteht beim Scratchen, wenn die Nadel über die Plattenrille schleift. In Sweep schleift zwar nur der virtuelle Abspiel-Cursor über eine virtuelle Audio-Datei, es klingt aber dennoch. Um den ausgewählten Bereich abzuspielen, klicken Sie auf den Button neben der Play-Taste, auf dem klein SEL geschrieben steht.

Links neben der Play-Taste finden Sie den Loop-Button. Einmal aktiviert, spielt er das Stück in einer Endlosschleife. Das macht Sinn, wenn Sie Samples erzeugen wollen, bei denen das Timing an Anfang und Ende stimmen muss. Verschieben Sie einfach die rechte und linke Grenze der Auswahl so lange, bis das Ergebnis zufriedenstellend ist. Indem Sie die Option Neu einfügen aus dem Menü Bearbeiten wählen, öffnen Sie die Selektion in einem neuen Fenster. Mehrere Bereiche zugleich markieren Sie, indem Sie zur gedrückten linken Maustaste beim Markieren auch die [Strg]-Taste gedrückt halten.

Nun wollen Sie sicher auch etwas über die geheimen Botschaften der Stones wissen: Keine Ahnung, ob es welche gibt! Drehen Sie einfach die Lautstärke auf, laden Sie einen beliebigen Stones-Song und klicken Sie auf das kleine, nach links weisende Dreieck neben dem Loop-Button. Der Track wird nun rückwärts abgespielt. Glück auf!

Abbildung 4: Sweep spielt bei Bedarf auch mehrere Tracks gleichzeitig ab. Auch Live-Auftritte sind möglich: Während man einen Track abspielt, nutzt man den zweiten zum Scratchen.

Der zweite Modus bedient eher die kreative Seite. Ein Klick auf den grau unterlegten Scrubby-Knopf oben rechts, und Sie scratchen wie einst Grandmaster Flash [4]. Ein langer Klick mit der linken Maustaste ins Hauptfenster ruft den Abspiel-Cursor zur aktuellen Mausposition. Ein kurzer Klick lässt den Cursor vorwärts oder rückwärts über die Welle schnellen. Entdecken Sie am besten selbst die Möglichkeiten.

Spielen Sie zum Beispiel zwei oder mehr Tracks synchron ab. Im Scrubby-Modus können Sie zwischen diesen Tracks hin und her wechseln wie zwischen zwei Plattentellern und nach Herzenslust pitchen und scratchen (Abbildung 4). Mit ein bisschen Übung geben Sie sogar Live-Auftritte. Über den Punkt Audiogeräte im Menüpunkt Abspielen konfigurieren Sie eine zweite Soundkarte, um Tracks vorzuhören. So schaffen Sie fließende Übergänge zwischen den Tracks und halten die Party am Laufen.

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