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Amarok, Juk, Rhythmbox und Beep Media Player

Musikalische Community

Amarok wartet mit einem weiteren von iTunes bekannten Leckerbissen auf: Es unterstützt Audioscrobbler [7] (Abbildung 5). Auf diesem Server speichern angemeldete Nutzer ein Profil ihres Musikgeschmacks, das die am häufigsten abgespielten Songs eines jeden Benutzers verzeichnet. Daraus entstehen Audioscrobbler-eigene Charts, die die beliebtesten Lieder und Künstler zeigen.

Abbildung 5: Über Audioscrobbler tauschen Musikliebhaber ihre Lieblingstitel aus – auch mit Amarok.

Amarok-Benutzer verwenden ihren Audioscrobbler-Account zur Pflege ihres Profils, aber sie profitieren auch ohne eigenes Konto von den Daten anderer Benutzer. Spielt man ein Lied ab, sucht Amarok nach anderen Liebhabern desselben Stücks und schlägt aufgrund deren Geschmacks weitere Lieder vor, die sich beispielsweise automatisch in die aktuelle Wiedergabeliste aufnehmen lassen.

Auch wer sich für die Texte seiner Lieder interessiert, wird bei Amarok fündig. Der so genannte Kontext-Browser zeigt zum aktuell laufenden Lied stets die wichtigsten Informationen an. Im Reiter Lyrics findet sich hier der dazugehörige Text, falls der Liedtext-Server Lyrc [8] ihn kennt. Andernfalls öffnet der Button Add Lyrics einen Web-Browser und bietet die Möglichkeit, fehlende Song-Texte selbst einzutragen.

Das Aussehen von Amarok lässt sich vielseitig konfigurieren. Zunächst gibt es die Möglichkeit, ein kleines Bedienfenster vom Playlist-Fenster abzukoppeln, wie bei XMMS. Das Wiedergabefenster lässt sich dann separat schließen, um Platz auf dem Desktop zu sparen. Themes im von HTML bekannten CSS-Format (Cascading Stylesheets) passen außerdem das Aussehen des Kontext-Browsers an.

Amarok integriert sogar das Brennprogramm K3B. Darüber lassen sich Wiedergabelisten oder einzelne Lieder direkt brennen, als Daten-CD ebenso wie als Audio-CD. Für die Wiedergabe verlässt sich Amarok wie die anderen Projekte auf fertige Backends. Dabei bietet es nicht nur die Wahl zwischen Arts und GStreamer, sondern unterstützt darüber hinaus die Xine-Engine [9] und jetzt schon die beiden zukunftsträchtigen Projekte Media Application Server (MAS) [10] und NMM [11].

Beep Media Player

Beim Aufkommen des MP3-Formats setzte sich XMMS als einer der ersten grafischen Player unter Linux schnell als Quasi-Standard durch. Er imitiert das Äußere des unter Windows weit verbreiteten Programms Winamp. Da die von XMMS immer noch verwendete erste Version der Grafikbibliothek GTK modernen Standards hinterherhinkt, entwickelten einige freie Programmierer mit dem Beep Media Player [12] einen Nachfolger unter Verwendung von GTK2.

Beep übernimmt den Aufbau von Winamp [13] und XMMS: Ein sparsames Player-Fenster, zu dem sich ein Playlist- und ein Mixer-Fenster erst bei Bedarf gesellen (Abbildung 6). Ein Doppelklick auf die Titelleiste des Hauptfensters minimiert dieses sogar auf die Größe der Leiste selbst, der Player lässt sich dann darüber bei minimalem Platzverbrauch auf dem Bildschirm bedienen (Abbildung 7).

Abbildung 6: Der Beep Media Player imitiert wie sein Vorgänger XMMS das bekannte Winamp für Windows.

Abbildung 7: Im eingerollten Modus begnügt sich Beep mit minimalem Platz.

Die Bedienung von Beep ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Im Hauptfenster findet man beinahe keinen Text; wer das Playlist- oder das Mixer-Fenster benötigt, muss das zugehörige Symbol kennen. Auf das Einstellungsmenü und weitere Optionen weisen lediglich einzelne, unscheinbare Buchstaben hin.

Auch die Beschriftung der Buttons zum Anlegen und Bearbeiten der Wiedergabelisten gibt sich sparsam. Add zum Hinzufügen von Liedern und Verzeichnissen erscheint noch intuitiv, aber dass Sub zum Entfernen dient, leuchtet nicht auf den ersten Blick ein. Die Möglichkeiten zur Playlist-Verwaltung gestalten sich im Vergleich zu den anderen Abspielprogrammen geradezu primitiv. Beep unterstützt ausschließlich statische Playlists, denen man Dateien oder Verzeichnisse manuell hinzufügt.

Die Stärke von Beep liegt in der Erweiterbarkeit. Zum Gestalten der Oberfläche verwendet auch der Media Player die zahlreichen Skins von Winamp und XMMS. Die Homepages dieser beiden Programme sowie viele Liebhaberseiten Dritter bieten eine unüberschaubare Auswahl teilweise grundverschiedener Outfits. Auch das von den Beep-Vorbildern bekannte Konzept der Visualisierungs-Plugins hat der Media Player übernommen. Die Erweiterungen, die bei XMMS und Winamp zum Rhythmus der Musik bewegte Grafiken darstellen, lassen sich nicht direkt übernehmen, aber eine auf der Beep-Homepage erhältliche Sammlung imitiert viele der bekannten Effekte.

Darüber hinaus erweitern zahlreiche weitere Plugins die Funktionsvielfalt. Mit ihnen spielt Beep praktisch alle gebräuchlichen Sound-Dateien ab, darunter neben den Standards das Windows-Media-Audio-Format (WMA) und Exoten wie die Amiga Music Files oder Dateien im Portable Sound Format (PSF) der Playstation 1.

Mit entsprechenden Erweiterungen erreicht Beep viele der von anderen Playern bekannten Features – ob Audioscrobbler-Unterstützung [11], ein Panel-Icon oder – mit dem Intelligent Multimedia Management System (IMMS) [14] – ein ausgefeiltes Bewertungssystem, das auch Playlists automatisch anpasst. Darüber hinaus existieren spezialisierte Plugins, die beispielsweise einen RSS-Feed aus den abgespielten Liedern erzeugen, zeitabhängig bestimmte Lieder oder Playlists abspielen oder gar die Steuerung per Joystick ermöglichen.

Bei der Ausgabe arbeitet Beep leider nicht mit dem KDE-System Arts zusammen. Stattdessen nutzt es ESD, das Soundsystem von Gnome, oder greift direkt auf die Hardware-Schnittstelle via OSS oder Alsa zu.

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