Home / LinuxUser / 2005 / 04 / Schriften bearbeiten mit Fontforge

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Eingedost
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Aufteiler
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Schöne Buchstaben

Schriften bearbeiten mit Fontforge

Zeichen optimieren

Der Beispielfont veranschaulicht eines von vielen möglichen Problemen beim Schriftdesign: Er verwendet zu viele Kontrollpunkte für die Kontur. Allgemein sollte man eher wenige Punkte setzen, da sich durch die mathematischen Kurven auch komplizierte Verläufe einfach festlegen lassen.

Fontforge hilft auch in diesem Fall, indem es einen Umriss analysiert und überflüssige Punkte entfernt. Das passende Menü findet sich unter ElementSimplify. Wenn Sie die ersten Option Simplify wählen, reduziert Fontforge die Anzahl der Punkte erheblich (Abbildung 5).

Abbildung 5

Abbildung 5: Zuviele Kontrollpunkte verderben die Schrift (links). Fontforge reduziert ihre Anzahl auf das Nötige und vereinfacht damit die Zeichen (rechts).

Gefallen Ihnen die einzelnen Zeichen, können Sie je nach Anspruch noch das Kerning einstellen, um damit das Aussehen bestimmter Zeichenpaare zu verbessern. Dazu markieren Sie in der Tabelle mit Mausklick und Umschalt-Taste die beiden Zeichen und öffnen über das Menü DateiMetrics Window das passende Fenster (Abbildung 6).

Abbildung 6

Abbildung 6: Das Metrics-Fenster zur Anpassung der Laufweite (Kerning).

Das rechte Zeichen des Paars verschieben Sie durch Anklicken innerhalb seines eigenen Rasters. Der Menüpunkt MetricsCenter in Width zentriert das sichtbare Zeichen innerhalb der zur Verfügung stehenden Breite. Mit der grünen Linie passen Sie die Laufweite des Zeichens (Kern) an. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, schließen Sie das Fenster wieder.

Manuelle Anpassungen erfordern Schriften normalerweise, damit Sie auch stark verkleinert ansprechend aussehen. Dem Gesagten zum Trotz löst nämlich auch die Repräsentation der Fonts als mathematische Kurven nicht alle optischen Probleme: die verkleinerten Zeichen sind zwar theoretisch korrekt verkleinert, erscheinen aber hässlich und unausgewogen.

Um die Gestalt eines Zeichens zu erhalten, ist es oft besser, seine Bestandteile ungleichmäßig zu verkleinern, also zum Beispiel dickere größere Elemente mehr als kleine dünne. Für solche Fälle kennen die Font-Formate so genannte Hints (Hinweise), die dem Font-Renderer spezielle Anweisungen zur Verkleinerung geben, die von der Regel abweichen. Fontforge unterstützt den Schriftenautor durch eine Autohinting-Funktion (HintsAutoHint), die zwar nicht in allen Fällen fehlerfrei funktioniert, aber einiges an Handarbeit abnimmt. Bleibt nur noch, die generierten Hints zu überprüfen und an einigen Stellen von Hand nachzubessern. Die Fontforge-Dokumentation gibt einige Tipps [5] zu diesem komplexen Gebiet.

Für alle Schriftwünsche

Existierende Schriften zu verändern oder sogar eigene zu entwerfen, ist mit Fontforge kein Problem: Sein Funktionsumfang ist immens. Leider erscheinen durch die halbfertige Lokalisierung viele Menüpunkte in einem Gemisch aus Deutsch und Englisch. Davon abgesehen ermöglicht Fontforge selbst Einsteigern die Gestaltung individueller und interessanter Schriften.

Profis können mit Fontforge durchaus qualitativ hochwertige Schriften erzeugen, auch wenn es zum Beispiel das TrueType-Hinting nicht perfekt beherrscht. Das nötige, tiefgehende Wissen über Schriftgestaltung sowie die technischen Details von Fonts kann einem die Software jedoch nicht vermitteln. Die Link-Sammlung [6] leistet hier Starthilfe.

Infos

[1] Fontforge: http://fontforge.sourceforge.net

[2] Freie Fonts: http://www.acidfonts.com

[3] The ISO 8859 Alphabet Soup: http://czyborra.com/charsets/iso8859.html

[4] In fremden Zungen, Einführung in Unicode, Linux-Magazin 10/04, S. 118

[5] Truetype-Hinting: http://fontforge.sourceforge.net/ttinstrs.html

[6] Gute Sammlung von Typographie-Links: http://cgm.cs.mcgill.ca/~luc/fonts.html

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

Hits
Wertung: 110 Punkte (2 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 05/2014

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...