Synaptic einsetzen

Falls Sie eingangs das Paket synaptic-0.55.3-0.suse092.rb1.i586.rpm noch nicht installiert haben, können Sie dies nun als root mittels apt-get install synaptic nachholen. Dies setzt voraus, das auf dem Rechner entweder bereits das Gtk-Toolkit installiert ist, oder die sources.list das Repository base enthält. Bei Letzterem wird APT eventuell benötigte weitere Pakete ebenfalls zur Installation anbieten.

Ist die Installation erfolgreich verlaufen, finden Sie die Verknüpfung zum Programm unter SystemKonfigurationSynaptic Paketverwaltung, wenn Sie ein neueres KDE mit so genannter vFolder-Technologie verwenden. Nach der Eingabe Ihres root-Passworts sehen Sie auf der linken Seite des Programmfensters die Unterteilung in Sektionen, ähnlich wie sie es von YaST kennen. Rechts führt Synaptic die entsprechenden Pakete auf. Eine grün markierte Auswahlbox bedeutet, dass das fragliche Programm bereits installiert ist. Weist die Auswahlbox zusätzlich ein Sternchen auf, ist eine aktuellere als die installierte Paketversion verfügbar. Die Bedeutungen weiterer Markierungen finden Sie unter HilfeLegende der Symbole.

Die Paketinstallation bzw. die Aktualisierung vorhandener Software funktioniert ähnlich wie bei YaST: Sie wählen die gewünschten Paket an und markieren diese über das Kontextmenü als Zum Installieren vormerken respektive Zum Aktualisieren vormerken. Anschließend genügt ein Klick auf Anwenden in der Werkzeugleiste, um den Download- und Installationsvorgang anzustoßen. Wollen Sie lediglich nach neuen Versionen Ausschau halten (apt-get update), wählen Sie in der Werkzeugleiste Neu laden an.

Unter dem Menüpunkt Einstellungen finden Sie die im Wesentlichen selbsterklärenden Konfigurationsmöglichkeiten. Ein Tipp: Wollen Sie stets im Blick behalten, aus welchem Repository die einzelnen Pakete stammen, dann markieren Sie unter EinstellungenEinstellungen im Kartenreiter Spalten und Schriften noch die Spalte Komponente. Existieren zu einem Paket mehrere, aus verschiedenen Repositories stammende Versionen, bestimmen Sie unter dem Menüpunkt PaketVersion erzwingen die Installation des Gewünschten. Mit der Option PaketVersion sperren dagegen können Sie ein versehentliches Upgrade von Paketen verhindern.

Für mehr Überblick im der Paketauswahl sorgt die Gruppierung der Pakete nach bestimmten Kriterien in der linken Hälfte des Synaptic-Fensters. Unterhalb der Liste finden sich Schaltflächen, mit denen Sie die Anzeige Unter dem Punkt Status können Sie Ihre installierten oder verfügbaren Programmpakete nach vorgegebenen Kriterien geordnet, anzeigen lassen. Benutzerdefiniert verändert diese Vorgaben nach eigenen Wünschen.

Abbildung 2: Mit Synaptic steht ein komfortables grafisches Frontend für Apt zur Verfügung.

Praktisch veranlagt

Wie bereits erwähnt, ist ein systemweites Update nur Benutzern zu empfehlen, die bereits eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Apt gesammelt haben. Als Einsteiger sollten Sie sich erst einmal im Umgang mit Sicherheits-Updates über das Security-Repository und im Aktualisieren ausdrücklich gewünschter Pakete üben. Schon bei solchen Aufgaben erleichtert Apt die Arbeit enorm, wie sich an zwei Szenarien beispielhaft darlegen lässt.

Gehen wir einmal davon aus, sie verwenden noch Suse 9.0 oder 9.1 und scheuen ein großes Upgrade. Die KDE-Oberfläche hätten Sie aber dennoch gern auf dem neuesten Stand, weil Sie von vielen Verbesserungen und Erleichterungen gelesen haben. Die manuelle Installation der von Suse bereitgestellten Pakete ließ sie aber aufgrund zahlreicher ungelöster Abhängigkeiten eher verzweifeln. Nun jedoch können Sie nach in Synaptic eine Suchanfrage nach "kde" starten. Sie zeigt Ihnen die relevanten installierten und erneuerbaren Pakete, Sie müssen nur noch die zu aktualisierenden Pakete auswählen. Beim anschließenden Upgrade kümmert sich Apt automatisch um entfallene oder neu hinzu gekommene KDE-Pakete und löst alle Abhängigkeiten selbstständig auf.

Ähnlich verhält es sich, wenn Sie eine brandaktuelle SuSE 9.2 installiert haben, wichtige Multimedia-Komponenten jedoch nicht vorfinden, weil Novell/Suse diese aus lizenzrechtlichen Gründen nicht mit auf die Installations-DVD packt. Bisher musste man diese Pakete vornehmlich von der Seite [4] herunterladen und dann installieren. Das setze vor allem bei Tools wie DVD::RIP und diversen DVD-Playern intensive Foren-Lektüre voraus, um die richtige Reihenfolge der Paketinstallation in Erfahrung zu bringen. Haben Sie dagegen in Ihrer sources.list die Abteilung packman und packman-i686 eingetragen, gerät die Installation von Xine oder MPlayer & Co. nachgerade zum Kinderspiel.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Apt & Co.
    Mit dem cleveren Advanced Package Tool erledigen Sie das Paketmanagement im Handumdrehen – und das nicht nur auf Debian und dessen Derivaten.
  • SuSE 9.3, Synaptic und apt, Software Installationsalternative zu Yast
  • Schnelle Paketmanager-Alternative
    Der Paketmanager gehört zu den zentralen Komponenten jedes Linux-Systems. Wenn er – wie im Fall von Suse Linux 10.1 – nicht oder nur unzulässig funktioniert, muss eine Alternative her. Hier setzt Smart an.
  • Full-Speed-Installation
    Passend zum Schwerpunkt dieser Ausgabe werfen wir im Guru-Training einen weiteren Blick auf die unterschiedlichen Features der großen Linux-Distributionen – hier geht es um die Kommandozeilenwerkzeuge für die Paketverwaltung.
  • Urgestein
    Schon 1993 schuf Debian mit Dpkg ein solide Basis zur einfachen Paketverwaltung. Deren flexible Methoden und Konzepte bewähren sich bis heute – auch im Debian-Ableger Ubuntu.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 01/2018: FLINKE BROWSER

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Linux Mint als Zweitsystem
Wolfgang Robert Luhn, 13.01.2018 19:28, 3 Antworten
Wer kann mir helfen??? Habe einen neuen Laptop mit vorinstaliertem Windows 10 gekauft. Möchte g...
externe soundkarte Kaufempfehlung
lara grafstr , 13.01.2018 10:20, 3 Antworten
Hallo Ich bin auf Suche nach einer externen soundkarte.. Max 150 Euro Die Wiedergabe is...
Prozessor-Sicherheitslücke Meltdown und Spectre
Wimpy *, 06.01.2018 10:45, 2 Antworten
Ich habe heute ein Sicherheitsupdate "ucode-intel" für openSuse 42.3 erhalten. Ist damit das Prob...
LENOVO ideapad320 Touchpad Linux Mint 18
Peter Deppen, 23.12.2017 16:49, 3 Antworten
Hallo, bin Linux Anfänger und habe das Problem, dass das Touchpad auf dem LENOVO ideapad320 mit L...
PClinuxOS
Günter Beckmann, 20.12.2017 09:51, 1 Antworten
Hi, LUC, hat jemand von Euch Erfahrung mit dem in Heft 12/2017 vorgestelletn PClinuxOS? Ich...