Direkt ins Mailfach

Von Haus aus benutzt Fetchmail den lokalen Mailserver – also denjenigen auf dem Rechner, auf dem Sie es starten. Auch wenn viele Distributionen einen Mailserver mitbringen, ist er nicht unbedingt auch richtig konfiguriert. Deshalb empfiehlt sich, Fetchmail die Mails direkt einsortieren zu lassen. Dabei hilft ihm der so genannte Mail Delivery Agent, bei den meisten Distributionen das Programm Procmail [2]. Der entsprechende Eintrag in der Konfigurationsdatei lautet mda, die Kommandozeilenoption -m:

fetchmail --ssl -p POP3 -k -u%%
 otto -m procmail pop.gmail.com

Wie Procmail auf dem eigenen Rechner E-Mails einsortiert, hängt stark von der jeweiligen Konfiguration ab. Normalerweise landet sie ebenfalls in /var/spool/mail/Benutzername. Über die Datei .procmailrc im eigenen Homeverzeichnis steuern Sie diesen Prozess im Detail. Um zum Beispiel alle Mails in einem Maildir zu speichern, genügt die Zeile DEFAULT=$HOME/Maildir/.

Mehr Informationen zu Procmail finden Sie in [2] oder im entsprechenden Artikel in diesem Heft auf S.32.

Alternative: Getmail

Obwohl sich mit Fetchmail Nachrichten einfach vom Server abholen lassen, gab es in der Vergangenheit doch Anlass zu Beschwerden. So wurden immer wieder Sicherheitslücken des Programms bekannt. Auch seine Art, die Email-Header umzuschreiben, gab Anlass zur Kritik.

Konkurrent Getmail [3] ist angetreten, diese Probleme zu lösen. Als Python-Programm ist es schon von Haus aus weniger anfällig für Sicherheitsprobleme. Auch sonst hat sich der Autor erfolgreich bemüht, sein Tool klar zu strukturieren und für die Aufgabe des Mail-Handlings zu optimieren.

Praktisch alle aktuellen Distributionen bringen die Programmiersprache Python mit, so dass die Getmail-Installation keine Probleme bereiten sollte. Spielen Sie entweder das RPM von der Heft-CD ein oder konfigurieren und installieren Sie von Hand:

python setup.py build
su -c 'python setup.py install'

Getmail erwartet beim Start die Konfigurationsdatei getmailrc im Verzeichnis ~/.getmail. Die nötigen Rechte geben Sie dem Verzeichnis mit chmod go-rwx .getmail.

Die Datei selbst gliedert sich in einzelne Bereiche, deren Beginn jeweils eckige Klammern markieren. Die für das Abholen der Mail zuständige Komponente heißt Retriever, so auch der entsprechende Konfigurationsabschnitt. Für jedes Protokoll bietet Getmail einen Retriever: SimplePOP3Retriever, SimplePOP3SSLRetriever, SimpleIMAPRetriever und so weiter. Für POP3 mit SSL sieht das zum Beispiel so aus:

[retriever]
type=SimplePOP3SSLRetriever
server=pop.gmail.com
username=otto
password=sehrgeheim

Wohin Getmail die Mails befördert, legt der Abschnitt [destination] fest. Das Tool beherrscht das Unix-MBox-, aber auch das Maildir-Format. Die beiden Parameter path und type stehen für den Pfad und den Typ der Mailbox.

[destination]
type = Mboxrd
path = ~/inbox
[destination]
type=Maildir
path=~/Maildir/

Wollen Sie E-Mail von mehreren Accounts abholen, erwartet Getmail für jeden von ihnen eine Konfigurationsdatei. Der Parameter --rcfile bestimmt das aktuell verwendete File. Getmail verarbeitet diesen Parameter auch mehrmals, so dass Sie alle Ihre Accounts auf einmal abrufen können. Liegen im Verzeichnis .getmail zum Beispiel die Dateien hotmail und gmail, holen Sie von beiden Accounts die E-Mail mit folgendem Befehl ab: getmail --rcfile hotmail --rcfile gmail.

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    Clipboard-Verwalter CopyQ 2.4.5, Datenbank-Manager LazSQLX 4.0.1.1232, schlanker Bildbetrachter Lumee 0.3, Konsolen-Mailclient Mpop 1.2.2
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    Das Programm fetchmail holt Post von Mail-Accounts ab und sortiert die Mails in Postfächer auf dem eigenen Rechner oder gibt sie an den lokalen Mail-Server weiter. Es "spricht" u. a. POP3 und IMAP und kann dabei auch noch mit Verschlüsselung per SSL oder ssh umgehen.
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