Wirre Bezeichnungen

Wie überall gilt auch bei den Routern: Augen auf beim Hardware-Kauf, schnell erwischt man ein Gerät, das nicht zur heimischen Infrastruktur passt. Leider leisten manche Hersteller mit ihren abenteuerlichen Produktbezeichnungen dem Irrtum auch noch Vorschub: So bestellte die Redaktion bei der Firma Conceptronic einen Wireless ISDN ADSL Router – in der Erwartung, dass es sich hier um ein Gerät für DSL und ISDN handelt. Tatsächlich versteckt sich hinter der Bezeichnung jedoch ein reiner DSL-Router mit eingebautem DSL-Modem, der lediglich hinter einem DSL-Splitter angeschlossen wird und für kombinierte DSL- und ISDN-Anschlüsse – nicht jedoch für kombinierte DSL- und analoge Anschlüsse.

Grundsätzlich sollten DSL-Router und DSL-Modem zwei Geräte bleiben, da man bei einem Defekt des einen Geräts leicht eine Überbrückungslösung schaffen kann – Router mit integriertem Modem sind daher im Testfeld nicht vertreten.

Allnet ALL01987

WLAN-Router mit ISDN-Anschluss sind eine ausgesprochene Seltenheit, als einzigen Vertreter seiner Klasse konnte das Hardware-Labor das Modell ALL01987 von Allnet für den Test bekommen – alle anderen Hersteller hatten keine entsprechenden Router mehr im Programm.

Allnets ALL01987 ist kein reiner ISDN-Router, sondern eigentlich ein DSL-Router mit Notfall-Umschaltung auf ISDN, falls die DSL-Verbindung einmal nicht zur Verfügung steht (Abbildung 1). Leider beherrscht der Router lediglich den WLAN-Standard IEEE 802.11b mit einer Nenn-Datenrate von 11 MBit/s. Theoretisch ließe sich die Datenrate auf 54 MBit/s oder gar 108 MBit/s erhöhen, da Allnet für die WLAN-Anbindung eine herausziehbare Notebook-WLAN-Karte verwendet – leider unterstützt die Firmware jedoch nur das mitgelieferte Modell mit Prism-3-Chipsatz. Mit über 200 Euro ist der Allnet-Router daher relativ teuer.

Abbildung 1: Der Allnet ALL01987 beherrscht DSL und ISDN, wobei sich der ISDN-Zugang als Fallback einrichten lässt, so dass der Router bei DSL-Störungen automatisch auf ISDN umschaltet.

Die Konfiguration erfolgt komplett über ein Web-Frontend per Ethernet oder WLAN, das leider nur in Englisch zur Verfügung steht. Die Einstellungsmöglichkeiten sind kurz gesagt überwältigend, der Hersteller hat an alles gedacht: NAT, DHCP-Server, MAC-Adresslisten, mehrstufige Zugangskontrollen, dynamische IP-Adressen (DynDNS), sehr flexibles Port-Forwarding, URL-Filter, Logging und automatischer Log-Versand – einzig integriertes VPN könnte man sich noch wünschen.

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