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Titelheld

Workshop: Titel in MainActor

01.11.2004 Das Videoschnittprogramm MainActor bringt auf den ersten Blick nur einen recht rudimentären Titelgenerator mit. Doch im Zusammenspiel mit den Effekten gelingt im Handumdrehen ein beeindruckender Vorspann.

Der Urlaub ist vorbei, die Geldbörse leer und die selbstgedrehten Videokassetten voll. Wieder daheim schneidet man am Linux-PC das Material auf eine ansehnliche Länge und wirft gleichzeitig durch das Bild laufende Personen sowie weiteres unerwünschtem Filmmaterial hinaus. Den letzten Schliff erhält die Dokumentation durch einen ansprechenden Titel. Wer das Schnittprogramm MainActor verwendet, stößt dabei recht schnell an die Grenzen des Machbaren. Der recht gut versteckte Titelgenerator 2D Text bietet gerade einmal grundlegende Beschriftungsmöglichkeiten. Doch mit ein paar Kniffen und den vielfältigen Effekten und Filtern, lassen sich Titel fast beliebig gestalten und aufpeppen. Am Beispiel eines kleinen Urlaubsfilms zeigt dieser Artikel Schritt für Schritt den Weg zum individuellen Vorspann.

Installation

Das kommerzielle Videoschnittprogramm MainActor stammt vom deutschen Hersteller MainConcept und wurde bereits in Ausgabe 09/2004 ausführlich unter die Lupe genommen. Auf der Homepage von MainConcept [1] finden Sie eine Testversion, die als einzige Einschränkung ein Wasserzeichen in das fertige Video stanzt. Zum Redaktionsschluss gab es nur Pakete für SuSE Linux und Mandrake zum Download. Nutzen Sie eine andere Distributionen, sollten Sie vor dem Kauf ausprobieren, ob MainActor diese einwandfrei unterstützt.

Nach dem Einspielen über den Paketmanager Ihrer Distribution starten Sie das Videoschnittprogramm in einem Terminalfenster mit dem Befehl mactor, den Sie mit der Eingabetaste bestätigen.

Das Beispiel

Bevor Sie loslegen, sollten Sie sich ein paar Gedanken über den Aufbau und das verfügbare Material machen. So sind Titel nicht nur als Vorspann sinnvoll, sondern helfen dem Zuschauer auch bei späteren Orts- und Handlungswechseln, den roten Faden nicht zu verlieren. Bei einer Rundreise könnten Sie zum Beispiel jeden besuchten Ort mit einer entsprechenden Einblendung ankündigen. Im Idealfall sollte man sich bereits am Urlaubsort Gedanken über den oder die späteren Titel machen. Ein gefilmtes Ortsschild ist später wesentlich schneller geschnitten, als ein künstlich eingestanzter Text eingesetzt (vgl. Abbildung 1).

Abbildung 1: Besser als jeder Titel: Das Schild weist den Zuschauer darauf hin, dass nun eine Szene aus dem Hafen folgt. Ideal wäre ein nahtlos anschließender Schwenk, der den Hafen zeigt.

Stehen solche "natürlichen" Titel nicht zur Verfügung, sichtet man am heimischen Schnittplatz in einem ersten Schritt das Material. Für den Titelhintergrund eines Urlaubsvideos sind zum Beispiel langsame Kameraschwenks oder Landschaftsaufnahmen sehr gut geeignet. Alternativ kann man auf eine einfarbige Fläche (meist schwarz) oder ein Standbild zurückgreifen. In jedem Fall sollte das Material für den Hintergrund nicht zu dominant sein, da der Zuschauer sonst abgelenkt wird oder aber der Titel schlecht oder nicht mehr lesbar ist. Weitere Anregungen bieten professionelle Fernsehdokumentationen oder Kinofilme. Das im folgenden verwendete Beispiel orientiert sich am Vorspann von "Findet Nemo": Zunächst wird der Produzent ("Familie Müller") genannt. Dies ist eine einfache, weich eingeblendete Schrift. Anschließend folgt der eigentliche, aufwendiger gestaltete Titel ("Urlaub 2004"). Als Hintergrund kommt ein am Urlaubsort aufgenommener Kameraschwenk zum Einsatz, der schließlich in die erste Szene mündet. Die folgenden Schritte setzen voraus, dass das Video für den Hintergrund bereits auf der Festplatte vorliegt (vgl. Kasten "Hereinspaziert").

Hereinspaziert

Unter Tools / MainConcept / DV Capture finden Sie die Aufnahmefunktionen von MainActor. Voraussetzung ist eine digitale Videokamera, die über eine so genannte FireWire-Schnittstelle mit dem Computer verbunden ist, nebst korrekt eingerichteten und geladenen FireWire-Treibern. Viele aktuelle Computer haben bereits eine FireWire-Schnittstelle, andernfalls gibt es im Handel preiwerte Einbaukarten. Sind die Treiber geladen, können Sie unter Capture Driver und Capture Device die Schnittstelle und Ihr Kameramodell wählen. Im Feld Capture File tragen Sie die Datei samt Pfad ein, in der MainActor das Video ablegen soll. Ein Klick auf das Aufnahmesymbol (kleiner, roter Kreis) startet die Aufzeichnung.

Sollte Ihre Distribution die Treiber nicht selbständig laden, dann öffnen Sie ein Terminalfenster, werden dort per su zum Benutzer root und geben den Befehl modprobe raw1394 gefolgt von modprobe ohci1394 ein. Anschließend müssen Sie MainActor neu starte.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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