Geschnitten und geröstet
DVD-Authoring unter Linux
DVD-Slideshow
Die eigentliche DVD wäre damit fertig. Jedoch bietet Q-DVD-Author noch einen Bonus: DVD-Slideshow. Auf der linken Seite des Programms fällt unter Add movie der große Knopf Add slideshow auf. Darunter verbirgt sich ein eigenes Front-End für das Programm dvd-slideshow. Dies ist wie DVDauthor eigentlich auch ein reines Kommandozeilentool: Es macht aus Fotoalben einen MPEG2-Datenstrom, den man auf eine DVD brennen und am Fernseher ansehen kann.
Nach der Anwahl von DVD-Slideshow erscheint ein leeres Textfeld (Abbildung 7). Über Select images fügt man eine beliebige Anzahl von Bildern hinzu, die als Grundlage für den Fotofilm dienen. Unter dem Knopf Continue verbirgt sich nur der Filterdialog, der neben der Bestimmung von Übergängen auch eine Hintergrundmusik zur Auswahl zulässt. Die Auswahl eines Hintergrundbildes ist übrigens nur sinnvoll, wenn die Bilder nicht flächenfüllend sind. Die Option General delay in seconds bestimmt die Anzahl der Sekunden die ein Bild gezeigt werden soll, Include filter gibt an, ob die Bildübergänge, die Continue festlegt, überhaupt erzeugt werden sollen. Die Filtergenerierung ist nämlich eine zeitintensive Angelegenheit.
Ein Klick auf OK ruft ein Erstellungsfenster auf, das alle speziellen Projekteinstellungen für DVD-Slideshow abfragt, so das Arbeitsverzeichnis und den Namen des fertigen Films. Der Knopf Generate slideshow erstellt dann den Film im angegebenen Verzeichnis. Q-DVD-Author übernimmt den erstellten Film automatisch in das angelegte DVD-Projekt und bietet den Film in der Medienauswahl an.
Der Brennvorgang
Hat man Daten und das Menü soweit vorbereitet, erstellt man endlich die DVD-Datenstruktur. Dazu dient der Command-Queue-Dialog in DVDAuthorCreate DVD. Er zeigt alle nun auszuführenden Kommandos in der richtigen Abfolge an, und erlaubt letzte Änderungen der Parametern (Abildung 8). Wer die einzelnen Tools nicht genau kennt, sollte sich besser auf die Standardwerte verlassen.
Den Haken bei Don't execute Burn DVD sollte man weglassen, wie es in der Standardeinstellung auch der Fall ist XXXXX. Das bedeutet, dass das Programm im Arbeitsverzeichnis die DVD-Datenstruktur mit den Inhalten anlegt, aber keine DVD brennt. Startet man nun den Erstellungsprozess, protokolliert Q-DVD-Author alle Tätigkeiten in einer Textbox.
Sobald der Vorgang beendet ist (dies kann aber je nach Projektgröße einige Zeit dauern) kann man zum Beispiel mit xine diese Datenstruktur auf der Festplatte ansehen:
xine dvd://Arbeits/Verzeichnis/VIDEO_TS
Es ist ratsam, vor dem Verschleiß eines teuren DVD-Rohlings sich das Ergebnis zuerst auf diese Art anzusehen. Man brennt die DVD direkt im Q-DVD-Author, indem man im Command-Queue-Dialog die Option Burn DVD aktiviert. Der Brennvorgang greift auf die bekannten Tools wie growisofs zurück. Es empfiehlt sich – auch bei vorheriger Überprüfung mit xine – zuerst auf einen DVD-RW-Rohling zu brennen. Selbst Authoring-Profis brauchen im Normalfall zwei Anläufe, bis eine DVD auch auf dem Fernseher so aussieht, wie sie soll. Bei Anfängern liegt die Anzahl der Versuche noch um einiges höher und das geht bei den Preisen eines DVD-Rohlings richtig ins Geld.
Schon beim Mastern sollte man darauf achten, daß der sichtbare Bereich in einem Fernsehgerät normalerweise kleiner ist als auf dem Bildschirm. Also sollten Navigation und Texte nie eng an den Rand gesetzt werden. Aber auch Farbtreue oder die Kompatibilität mit verschiedenen Stand-alone DVD-Playern sollte man vorher überprüfen.
Kasten 4: Schöner brennen
Der Brenndialog in Q-DVD-Author ist eine kleine und minimale Implementierung. Er erfüllt zwar seine Funktion, entspricht aber nicht jedemanns Geschmack und kann mit dem Funktionsumfang eines richtigen Brennprogramms natürlich nicht mithalten. Da die von K3B geforderten Dateien für eine Video-DVD aber nun jetzt existieren, kann man auch problemlos darauf zurückgreifen. Einfach ein neues VideoDVD Projekt anlegen, in K3B anwählen, die zwei von Q-DVD-Author erstellten Verzeichnis in das Datenfenster ziehen und losbrennen.



