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Geschnitten und geröstet

DVD-Authoring unter Linux

Einfacher mit GUI

Die zwei bekanntesten, freien Front-Ends sind DVDStyler[6] und Q-DVD-Author[7]. Beide sind relativ junge Projekte und noch im frühen Beta-Stadium. Dennoch sind sie, wenn auch mit einigen Ecken und Kanten, benutzbar und vereinfachen die Arbeit enorm. Leider fehlen ihnen zur Zeit noch die Transformationsroutinen für den Videostream, so daß eine DVD-kompatible MPEG2-Datei vorliegen muss. Da dies aber in der Praxis durch den Export aus den Schnittprogrammen gegeben ist, lässt sich dieser Makel verschmerzen.

DVDStyler ist etwas intuitiver und einfacher zu bedienen als Q-DVD-Author. Leider unterstützt DVDStyler zur Zeit noch keine Hintergrundmusik und Unterkapitel. Wer einen schnellen und einfachen Einstig sucht, ist mit DVDStyler bestens bedient. Wer ein etwas komplexeres Menü mastern möchte, sollte sich eher Q-DVD-Author anschauen.

Der auf der QT-Bibliothek basierende Q-DVD-Author ist gerade in der Version 0.0.8alpha erschienen. Wie die niedrige Versionsnummer bereits vermuten läßt, sind einige Features noch nicht implementiert. Trotzdem zeigte sich die Software bei den schon eingebauten Funktionen sehr stabil.

Tabelle 1: Funktionsumfang von Q-DVD-Author

+ Erzeugung einer vollständigen DVD-Struktur - Noch keine Unterstützung für Film-Knöpfe
+ Unterstützung für Untermenüs und Navigation - Keine Filme als Hintergrund erlaubt
+ Automatische Größenanpassung von Bildern - Noch keine Untertitel möglich
+ Jedes Objekt kann frei skaliert werden - Keine integrierten Zeichenfunktionen
+ Oberfläche für DVD-Slideshow - keine Konvertierung von Filmformaten
+ Manuelle Kommandomodifikationen möglich - noch keine Online-Hilfe
+ Integrierte Brennfunktion  

Vorarbeiten

Unter ToolsSetup stellt man einen Projektnamen und ein Arbeitsverzeichnis ein, in dem die fertige DVD landen soll. Im Path-Tab finden sich die Pfadangaben für die DVDauthor-Tools. Q-DVD-Author merkt sich die leider nur für das aktuelle Projekt, globale Einstellungen gibt es nicht. Die angebotene Funktion Scan system funktioniert in der aktuellen Version noch nicht. Vom Autor war aber zu erfahren, daß in diesem Bereich gerade die meiste Entwicklung stattfindet.

Die Standard-Einstellungen verweisen auf die Binärdateien in /usr/local/bin. Die meisten Distributionen haben diese Dateien jedoch in /usr/bin zu liegen. Der Befehl whereis dvdauthor zeigt, wo sich die Dateien tatsächlich befinden.

Zwar lief Q-DVD-Author im Test sehr stabil, dennoch empfiehlt es sich, regelmäßig zu speichern. Neben der einfachen Speicherfunktion kann man eine DVDauthor-kompatible Projektdatei im XML-Format exportieren, um bei Bedarf mit den Kommandozeilen-Werkzeugen weiterzuarbeiten. Ein Import solcher Dateien ist aber nicht möglich.

Nun werden die eigentlichen Filmdaten dem Projekt hinzugefügt. Über Add Movie und den Auswahldialog selektiert man den gewünschten Film. Bei einer Mehrfachauswahl fasst das Programm die Clips logisch zusammen und behandelt sie als einen Film. Letzteres Vorgehen ist sinnvoll, wenn die einzelnen Kapitel eines Films als einzelne Dateien auf der Festplatte liegen.

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LinuxUser 06/2012

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