Von der Hand in den Computer
Palmtops mit dem Computer synchronisieren
Arten der Synchronisation
Im Karteireiter Abgleich stellen Sie die Art der Synchronisation ein, beispielsweise ob KPilot eine Sicherungskopie anlegt. Hier legen Sie auch die Konfliktlösungsstrategie fest, wobei die Standardeinstellung (Benutzer fragen) die beste Wahl sein dürfte.
Im Karteireiter Anzeigeprogramme stellen Sie das Verhalten des KPilot-Hauptprogramms ein. Dort legten Sie beispielsweise fest, ob es Einträge editieren darf, oder es ob die Daten nur anzeigt. Im Karteireiter Sicherung tragen Sie ein, welche Datenbanken (Palm-Dateien) KPilot nicht synchronisiert bzw. auf dem Rückweg nicht wieder herstellt. In der Standardeinstellung umfasst das die Datenbanken Arng (Arranger), PmDB (HanDBase), lnch (Anwendungsdatenbanken) und AvGo (AvantGo). Diese vier Typen werden nicht synchronisiert, da deren Datenbanken beschädigt werden können. Mit dieser Methode halten Sie KPilot auch davon ab, andere Datenbanken zu synchronisieren. Hierfür genügt es, die entsprechende ID der Liste hinzufügen. Die geschieht über den Knopf mit der Bezeichnung "…" Im folgenden Dialog fügen Sie beispielsweise addr hinzu und wählen anschließend die entsprechende Checkbox aus. Beim nächsten Synchronisieren ignoriert KPilot dann die Addressdatenbank. Eine Liste derartiger Creator-IDs bietet [15].
Nachdem nun erst einmal die grundlegenden Einstellungen getätigt wurden, kann der erste Synchronisationslauf erfolgen. Ausgelöst wird dieser, wie bei GPilot, durch die entsprechende Applikation auf dem Palm oder den HotSync-Knopf der Cradle. KPilot dokumentiert den Ablauf im Hauptfenster.
Nun wäre es sicherlich sinnvoll, wenn die synchronisierten Daten auch durch die eigentlich dafür vorgesehenen KDE-Programme angezeigt und bearbeitet werden könnten. Kommen wir daher gleich zur Anbindung von KDE-Applikationen an KPilot. Unter EinstellungenAbgleichprogramme einrichten ... ist die Liste der unterstützten Applikationen zu finden (vgl. Abbildung 6). Aufgrund der vielzahl von Möglichkeiten können wir hier nicht alle erläutern, sonder überlassen es dem Leser, ein wenig zu experimentieren. Die, aus unserer Sicht wichtigsten drei, betrachten wir aber etwas näher.
Zuerst sollen die Notizen (auf dem Palm Memos) mit knotes synchronisiert werden. Dazu muss das entsprechende Plugin KNotes/Memos durch Anklicken der Checkbox eingeschaltet werden. Das wars auch schon. Nach dem nächsten Synchronisieren erscheinen die Notizen in Knotes.
Ähnlich einfach ist es, Termine mit dem KOrganizer abzugleichen: einfach das Plugin aktivieren und synchronisieren. Die Plugins sind selbstverständlich an den individuellen Bedarf anpassbar. Aktivieren Sie ein Plugin, ändert sich der rechte Teil des Einstellungsfensters und zeigt weitere Optionen. Für den KOrganizer wählen Sie hier beispielsweise eine andere KOrganizer-Datei und die gewünschte Konfliktlösungsstrategie. Das Plugin "Aufgabenlisten für KOrganizer" bringt die auf dem Palm gespeicherten Aufgaben auf den Desktop, bei den Adressen hilft "Adressbuch".
Palm mit dem PC verbinden
Pilot-Link unterstützt so ziemlich alle Möglichkeiten, einen Palm mit dem PC zu verbinden, solange entsprechende Hardware-Treiber von Linux bereitgestellt werden. Der getestete Palm Vx kann entweder über einen seriellen Port oder über Infrarot an den PC angeschlossen werden. Das einfachste ist die Verwendung der Docking-Station (Cradle) die an der seriellen Schnittstelle hängt. Fehlen nur noch ein symbolischer Link auf das entsprechende Device-File und Lese- und Schreibrechte für den Nutzer. Für den ersten seriellen Port legen Sie als Administrator den Link mit ln -s /dev/ttyS0 /dev/pilot an. Beim zweiten seriellen Port lautet der Gerätename ttyS1 statt ttyS0. Die Rechtevergabe hängt von der Distribution ab. Unter SuSE genügt es, den Nutzer mit YaST2 in die Gruppe uucp einzutragen. Unter anderen Distributionen kann etwas Handarbeit erforderlich sein. Im schlimmsten Fall muss man als Root mit chmod +rw /dev/ttyS0 (bzw. ttyS1) allen Nutzern Lese- und Schreibrechte auf das Device geben.
Analog dazu ist das Vorgehen, wenn Sie einen Infrarot-Port benutzen. Sollte diese Schnittstelle nicht schon eingerichtet sein, hilft [8] weiter. Anschließend führen Sie als Administrator testweise das Startskript /etc/init.d/irda start aus. Danach sollte die Gerätedatei /dev/ircomm0 existieren. Zusätzlich gibt findchip darüber Auskunft, ob im PC ein IrDA-Chip steckt, den Linux unterstützt. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, geht es wie bei der seriellen Schnittstelle weiter: einfach mit ln -s /dev/ircomm0 /dev/pilot den symbolischen Link erzeugen und Rechte vergeben. Neuere Palm-Modelle benutzen die wesentlich schnellere Anbindung via USB. Die Gerätedatei heißt in diesem Fall /dev/ttyUSBx, wobei x wieder die laufende Nummer der vorhandenen Schnittstellen ist, also zum Beispiel /dev/ttyUSB0 für die erste. Bei Problemen mit der USB-Anbindung hilft [9] weiter.
Der Autor
Hagen Höpfner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technische und Betriebliche Informationssysteme der Fakultät für Informatik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Was er dort so alles treibt, kann http://wwwiti.cs.uni-magdeburg.de/~hoepfner/ entnommen werden. In seiner Freizeit spielt der begeisterte Vater Gitarre in der Rockband "Gute Frage" (http://www.gutefrage.de/).
Infos
[1] KPilot Homepage: http://www.slac.com/pilone/kpilot_home/
[2] Gnome-Pilot Homepage: http://www.gnome.org/projects/gnome-pilot/
[3] J-Pilot Homepage: http://www.jpilot.org/
[4] Pilot-Link Homepage: http://www.pilot-link.org/
[5] Evolution Homepage: http://www.ximian.com/products/evolution/
[6] KOrganizer Homepage: http://korganizer.kde.org/
[7] Synchronisation über RS232 (seriell): http://www.redbug.uklinux.net/palm/pc-connect.html
[8] Synchronisation über Infrarot: http://howto.pilot-link.org/irdasync/
[9] Synchronisation über USB: http://pilot-link.org/README.usb
[10] Coldsync, eine potentielle Alternative: http://www.coldsync.org/
[11] Palm Device Matrix: http://wiki.pilot-link.org/title/Palm+Device+Matrix
[12] Henrik Becker: J-Pilot Handbuch: http://www.henrikbecker.de/jpilot/jpilot-manual-de.html
[13] Pimlico Software, Inc.: http://www.pimlicosoftware.com/index.htm
[14] J-Pilot und GnomeCard synchronisieren: http://spsc.inw.tugraz.at/christian/feld_pub/sync.html
[15] Liste von Creator IDs: http://www.bbst.de/pda/software/creatorid.htm
[16] David H. Silber: Palm OS Desktop HOWTO: http://www.faqs.org/docs/Linux-HOWTO/PalmOS-HOWTO.html



