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Faxloses Büro

Einbinden eines Fax-Pseudodruckers zum Versand über ein Internet/Fax-Gateway

Eingebettet in KDE

Für die Einbindung in Kprinter zeichnet die Datei webfax.xml verantwortlich – siehe Kasten "Installation". Als XML-Datei kann sie einfach per Hand editiert oder mit Hilfe der Bordmittel der Druckerverwaltung grafisch "erklickt" werden. Sie stellt das Bindeglied zwischen den Kommandozeilenparametern des Shellskriptes webfax [-l] [-n Nummer] [-c] [-p Seitengröße] [-h Server] [-m kmail,mutt,pine,mail] Datei.ps und deren grafische Repräsentation in der Druckereinstellungen dar.

So sind Parameter wie Auflösung oder der E-Mail-Client einfach unter Einstellungen des Webfax-Pseudodruckers bei einem Druckauftrag innerhalb von Kprinter wählbar. Das eigentliche Shellskript bekommen Nutzerinnen und Nutzer nicht zu Gesicht, sondern bleiben in der gewohnten grafischen Umgebung.

Installation

Die meisten aktuellen Desktop-Linuxe erfüllen alle Grundvoraussetzungen zum Betrieb der Webfax-Lösung. Beim Autor dieses Artikels lief sie mit KDE 3.2, Kdialog, Kmail und Ghostscript klaglos. Das Webfax-System besteht einem Shell-Skript und der KDE-Einbindung. Nach dem Entpacken des Archivs webfax.tar.gz von der Heft-CD beziehungsweise einer vielleicht aktuelleren Version auf dem FTP-Server des LinuxUsers muss Root drei Dateien kopieren: * Die Datei webfax muss ausführbar in ein vom PATH auffindbares Verzeichnis, beispielsweise /usr/bin. * Die der KDE-Integration dienenden Dateien webfax.desktop und webfax.xml gehören nach $KDEDIR/share/apps/kdeprint/filters/.

Nun kann Root ein Webfax-Pseudodrucker einrichten: Im Konqueror tippt er print:/manager gefolgt von [Enter] und gelangt zu KDEs Druckerverwaltung. Alternativ könnte er sich über das K-Menü per Angeschlossene GeräteDrucker oder gleichlautend im Kontrollzentrum Kcontrol ins Ziel bringen. Im sich öffnenden Druckermanager gilt es die Option Speziellen Drucker/Pseudo-Drucker hinzufügen aufzurufen. Sie findet sich sowohl unter der Registerkarte Hinzufügen als auch im Kontextmenü (rechte Maustaste) innerhalb des freien Bereich des oberen Feldes.

Im dann sichtbaren Fenster sind der Druckername und eine Beschreibung frei vergebbar. Das Assoziieren des neuen Druckers mit dem Shell-Skript passiert über Befehl verwenden. In der Liste ist Fax verschicken (webfax) dabei die korrekte Wahl, wie sie Abbildung 4 zeigt.

Abbildung 4: Zur Installation fügt man im Druckermanager einen speziellen Drucker hinzu und wählt Fax verschicken (webfax).

So gehts: Webfaxversand per Pseudodrucker

In der Praxis ruft der faxwillige Benutzer aus einer beliebigen drucktauglichen Applikation den Kpriner-Dialog auf. Dort wählt er den neuen virtuellen Faxdrucker aus und druckt wie gewohnt sein Dokument. Der im Hintergrund arbeitende Druckauftrag konvertiert das Dokument mit Ghostscipt in eine Multipage-G3-TIFF-Datei und übergibt sie einer E-Mail als Attachment.

Abbildung 3 zeigt Kmail mit der Option, die TIFF-Datei vor dem Versenden noch Anzeigen zu lassen, um gegebenenfalls die Qualität zu überprüfen, Gerade kleine Schriftarten fransen im groben Raster eines Faxes schnell aus – hier kann der Bediener das noch rechtzeitig festgestellen. Die Faxnummer ist als Teil der E-Mail-Adresse an das Gateway bereits eingetragen, sodass der Benutzer die Nachricht direkt versenden kann.

Ob das Versenden der Faxnachricht erfolgreich war, also ob beispielsweise unter der Rufnummer ein Faxgerät die Nachricht entgegengenommen hat, erfährt man vom Gateway. Klassischerweise verschickt es eine Status-Mail an den persönlichen Mail-Account. Im Mailclient sammeln sich auf diese Weise sowohl die versendeten Faxe als auch die Empfängerberichte – praktisch zur Archivierung.

Abbildung 3: Der konvertierte Druckauftrag steht zur Versendung als E-Mail bereit.

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LinuxUser 06/2012

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