Windows 2000 und Windows XP: Ohne hosts geht nichts

Drucker-Sharing zwischen Linux und Windows ist seit Windows 2000 wesentlich bequemer, denn Windows 2000 beherrscht das IPP; und ebenso kann Windows XP mit dem neuen Standard umgehen. Der Umweg über Samba ist somit Geschichte. Auch hier sind aber einige kleine Tricks notwendig, damit der Druck am Ende funktioniert.

Bevor man bei Windows 2000 und Windows XP überhaupt mit dem Setup des Druckers beginnen kann, müssen Sie einen Bug umschiffen. Theoretisch soll es möglich sein, bei der Druckerinstallation unter Windows an der Stelle, an der man den Pfad zum Drucker im Netzwerk angibt, als Adresse für den CUPS-Rechner eine IP-Adresse zu verwenden. Windows 2000 und Windows XP zeigen aber nur eine Fehlermeldung an, wenn man an dieser Stelle eine IP-Adresse angibt. Lösen lässt sich das Problem, indem man den Hostnamen des Rechners angibt. Weil aber die wenigsten in ihrem Heimnetz einen eigenen Nameserver haben, der den Hostname in eine IP umwandeln könnte, muss man Windows erst sagen, welche IP sich hinter dem Hostname des CUPS-Servers verbirgt. Das geht genauso wie bei Linux mit einer Datei namens hosts.

Öffnen Sie im Explorer das Verzeichnis C:\WINNT\SYSTEM32\DRIVERS\ETC\ bei Windows 2000 und C:\WINDOWS\SYSTEM32\DRIVERS\ETC\ bei Windows XP. Dort finden Sie eine Datei namens hosts. Öffnen Sie diese Datei in Notepad. Tragen Sie am Ende der Datei eine passende Zeile für den Rechner ein, auf dem der CUPS-Server läuft. Ist der Hostname dieses Rechners zum Beispiel "minerva" und die IP 192.168.0.1, lautet der korrekte neue Eintrag:

192.168.0.1 minerva
Abbildung 3: Auch unter Windows gibt es die von Linux schon bekannte "hosts"-Datei, in der Rechnernamen und IP-Adressen verbunden werden.

Achten Sie auf die korrekte Schreibweise bei diesem Eintrag – von ihm hängt später ab, ob das Einrichten eines Netzwerkdruckers funktioniert.

CUPS: Türsteher beim Internet Printing Protocol

Beim Einsatz über das IPP verbindet sich der Drucker-Client direkt mit dem CUPS-Server über das HTTP-Protokoll. In der Standardkonfiguration geht CUPS aber auf Nummer sicher und erlaubt solche Verbindungen nur von localhost, also von dem Rechner, auf dem CUPS selbst läuft. Das ist natürlich hinderlich, wenn Sie von einem anderen Drucker im Netzwerk auf dem CUPS-Server drucken wollen. Deswegen müssen Sie CUPS so einrichten, dass es Verbindungen auch von anderen Computern annimmt. Öffnen Sie dazu als root die Datei /etc/cups/cupsd.conf. Suchen Sie die Zeile mit der Zeichenkette <Location /> am Anfang. Bei Debian sieht diese so genannte "Directive" so aus:

<Location />
Order Deny,Allow
Deny From All
Allow From 127.0.0.1
</Location>

Um Clients im lokalen Netz das Drucken zu ermöglichen, müssen Sie einen "Allow"-Eintrag für das Netzwerk einfügen, der dieselbe Form hat wie der letzte Eintrag im Beispiel, aber für den IP-Bereich in Ihrem Netzwerk gilt. Dabei dürfen Wildcards benutzt werden. Wenn Sie in Ihrem Heimnetzwerk also den Adressraum 192.168.1.* verwenden, dann sieht die passende "Allow"-Zeile so aus:

Allow From 192.168.0.*

Fügen Sie diese Zeile in die cupsd.conf am Ende des Directive, aber vor der Zeile mit "</Location>" ein. Speichern Sie die geänderte Datei.

Schließlich müssen noch zwei Änderungen am CUPS-System gemacht werden, damit der Drucker die Dateien, die Windows-Clients ihm schicken, auch als solche identifiziert. Sie müssen die beiden Zeilen in der mime.convs und der mime.types – wie im Abschnitt zu Windows 95, 98 und ME beschrieben – ändern. Ist das geschehen, starten Sie das CUPS-System neu.

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